Geschichten:Das neue Haselhain - Das Jahr in Schrift II

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Auszüge aus den Chroniken und den Tagebüchern einiger Bewohner und Gäste der Festung Haselhain, Anfang Tsa 1040 BF:


6. Tsa 1040 BF: Mutter, ich habe dein Andenken nicht vergessen und so sitze ich hier auf Festung Haselhain, die Pracht ist überwältigend. Solch Reichtum, du hattest stets Recht, wir sollten etwas davon abbekommen, denn so waren wir Ruchins stets treue Vasallen der Nebachoten, mit denen uns gar familiäre Bande binden. Zu deiner Zeit war es dir nicht vergönnt, doch die Zeiten haben sich geändert. In Trauer bedauere ich dass du dies nicht mehr erleben kannst.
Der Mann an dessen Seite du rittest und starbst an der Furt, der Gockel wie er sich nun selber nennt, ist von anderem Holz als seine Vorgänger – den einen zum Leid, denen anderen zur Freud. Denn er will ein neues Haselhain errichten, fort vom Staub der Geschichte, als Trüge er die Last seines Volkes und Perricums allein und wollte sie heraus führen. Was seine Eigenheiten mit sich bringt, doch sein Ziel ist davon uneingenommen und so trat ich heute vor diesen grinsenden Mann mit Schalk im Nacken.
Ich rühmte seine Idee und er fragte MICH welche Rolle ich für Haselflur darin sehe. Auch wenn ich nicht umherkam zu bemerken, dass er mir schon eine zugedacht hatte, sprach ich frei heraus. Denn in sein neues Haselhain der hesindianisch-rahjanischen Künste und Wissenschaften reihen sich meine gute Beziehung zu der Künstlerin Neraida in Frühlingshügel, sowie meine guten Kontakte zu den Kirchen ein. Er war ganz Ohr als ich ihm davon berichtete und wünschte sich mich als Vermittlerin zu der Familie Altmark in der Diskussion um ein geplantes Kolleg. Voller Hochstimmung darüber sprudelten bei mir nur so die Ideen. Unsere Herden und diese seine sollten verpaart werden, der Leidenschaftlichen zum Wohlgefallen und zu deren Ehren schlug ich ein alljährlich Pferderennen vor, bei dem die stolzesten Rösser Haselhains sich präsentieren sollen. Und wir sprachen über unser „kleines Rashia’Hal“, dem Stolz von Fruchtgrund, welches sich einreihen würde in den „Austausch der Tempel und Instituionen“, welchen der Baron sich wünschte. Wir kamen gut überein, doch ich stand vor dem Baron und forderte dafür mit fester Stimme was dir Zeitlebens verwehrt geblieben ist – Fruchtgrund soll Markt sein – und der Baron lächelte milde, überlegen, als wäre nichts anderes sein Plan und stimmte dem zu. Ein seltsamer Mann, doch mir soll es Recht sein. Aber ich sage dir Mutter, irgendetwas braut sich zusammen, er ist nicht unumstritten.

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8. Tsa 1040 BF: Der Baron verhandelt erneut mit Vertretern der Familie Altmark – namentlich Ailah von Altmark, Edle zu Altmark und Voltan von Altmark zu Sichelblick im dürsten-darrenfurtschen. Als Vermittlerin ist die junge Dana von Ruchin anwesend. Die Verhandlungen laufen zäh, der Baron drängt, die Altmärker schinden Zeit. Bringen immer wieder neue bürokratische Hindernisse in die Verhandlungen mit ein, sowie der Sichelblicker seine guten Beziehungen zu Baron Thorondir von Dürsten. Die alten Zwiste stehen hier eindeutig zwischen einem erfolgreichen Ausgang. Zudem verschwinden auffällig häufig die Dokumente die der Baron für einen Anschub der Gespräche bräuchte. Oder sie tauchen erst verspätet wieder auf. So dass die Verhandlungen vorerst wieder abgebrochen werden und der Baron gedenkt seine Ansprüche Kraft seiner Würden schlicht durchzudrücken. Seinem Ärger lässt er über beißenden Spott aus. Der nahezu alle trifft. Seine Gemahlin, der Majordomus und der Meister der Schreibstube, gerad zumeist in der Stadt beschäftigt lassen vermehrt Wachen in den Archiven aufstellen.

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10. Tsa 1040 BF: Der Frühling verscheucht des kurzen Winter und ganz Haselhain erwacht zu neuem Leben. Und der Baron nimmt sich das Wesen der jungen, blühenden Göttin zu Herzen, kein Tag vergeht an dem nicht ein Vasall Hassal’han Ammayin einen Besuch abstattet. Heuer war es Selena von Franfeld, die Edle von Laskanshain, eine ruhige und etwas pedantische Frau, aber mit den Vorzügen ihrer Abkunft beschenkt. In ihrer Art schilderte sie seiner Hochgeboren den derzeitigen Stand ihres Lehens so dermaßen langatmig dass der Baron dem Reiche Borons immer näher geriet und aufschrak als er bemerkte dass die Franfeld schon seit geraumer Zeit nicht mehr sprach. Diese, ganz Vasallin ließ sich nichts anmerken ob dieser Ärgerlichkeit, welche seine Hochgeboren wie üblich mit einer Witzelei überspielte oder gerade noch überspitzte, verstehe einer seinen Humor. Jeweils bedankte und belobigte sich der Baron bei der Franfelderin vielelicht eine Prise zu spöttisch, aber forderte in gleichem Atemzug mehr vom „Gold Laskanshain“ – dem dort gefertigten Zitrus-Met, eine Seltenheit hierzulande. Er wolle Haselhain zum Land der Sinnleichkeit machen, war seine Begründung. Sie solle sich in diesem Zusammenhang bei seinem Majordomus melden. Damit schließe ich heute auch, denn mein guter Malphorus scheint etwas zu betrüben, obwohl der Baron auch ihm etwas vom Zehnt erlassen hat um den Weinanbau in Aldwain voranzutreiben und ihn zu belobigen, irgendwas ist dennoch, ich muss mich um ihn kümmern.