Vom Leben des Adels

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Wie die Edlen des Königreiches zu leben verstehen

Ritter - Codex Manesse (ohne Copyright)

Der Adel Garetiens ist mitnichten nur mit der Jagd, der Turnierei und ausschweifenden Gelagen beschäftigt, wie man in entlegeneren Provinzen und dem Horasreich gern annimmt - und damit ignoriert, daß sich die garetische Kultur schon seit 1500 Jahren gegen drei Dämonenkaiser, zwei Orkzüge und etliche Intriganten und Ursupatoren siegreich behauptet. Daher verstehen sich insbesondere die garetischen Adsligen als Sahnehäubchen eines göttergefälligen und von diesen gesegneten Völkchens, daß den Idealen der Zwölfe, allen voran des Götterfürsten Praios, näherkommt als irgendein anderes Volk. So bleibt man gern unter seinesgleichen und propagandiert tiefe Einigkeit. Doch mit diesen beflügelten Gedanken gehen oftmalsviele hochtrabende Ziele und Pläne hervor, die vor allem dem Machtausbau dienen. denn natürlich versucht ein jeder Edler, Junker oder Baron, seine Nachbarn an Einfluß und Reichtum zu überflügeln. So werden unter dem Deckmantel der Brüderlichkeit seit je hinterhältige Intrigen, Beistandspakte und Fehdeerklärung geschmiedet. Wer sich aus diesem Ränkespiel um Macht und Ansehen heraushält, gilt schnell als Hinterwädler, Eigenbrötler oder schlimmenstenfalls Spalter oder Verschwörer. So gelten gerade in Garetien auch gleich zwei phexische Sentenzen: "Helfe nie, ohne eine Gegenleistung zu fordern !" und "Hilf dir selbst, dann hilft dir Phex!" Viel Zeit beanspruchen auch ruhmhafte Questen oder private Lehrmeister , denn schließlich möchte man Schwert und Zunge gleichermaßen beherrschen, um auf dem aalglatten höfischen Parkett zu bestehen. Für Verwaltungsaufgaben und teilweise sogar die Rechtssprechung bleibt daher und aufgrund unzähliger gesellschaftlicher Verpflichtungen kaum Zeit. die Arbeit wird auf befähigte Vögte und Justiare gegeben, deren Macht ihren Herren fast gleichkommt.

Durch die vielen Kriege und Unruhen der letzten zwanzig Jahren nehmen das Turnier und die Jagd tatsächlich einen hohen Stellenwert ein, dienen sie doch vor allem der Übung für den Krisenfall als dem Zeitvertrieb; hier lernen v.a. junge Adlige viele für den Krieg überlebenswichtige Kniffe. Darüber stellen solcherlei mit viel Pomp betriebene Veranstaltungen eine scharfe Abgrenzung zum aufstrebenden Bürgertum dar. In friedvolleren Jahren wird das Leben des Adels vor allem durch die vier Jahreszeiten als natürliche und den Grafenkonvent und den Hoftag als politisch-gesellschaftliche Elemente bestimmt.

Tampel des Firun in Waldstein © Simone Ronner

Im Frühjahr finden am 1. Firun traditionellerweise mit dem Tag der Jagd die großen Jagdfeste und Fackelumzüge zur Vertreibung der Wintergeister statt, bevor die Aussaat erfolgt. Im Phex schließlich finden eine Reihe lokaler Warenmessen statt. Das Saatfest am 1. Peraine ist ein weiteres bedeutenes Ereignis. So stieg die Opferbereitschaft mancher Barone in den letzten Jahren erheblich.Ende Peraine versammeln sich vor allem altgediente rondrianische Characktere zum Maraskantag in Gareth, um den Paraden und militärischen Zeremonien beizuwohnen. In den letzten Jahren schwand allerdings der Prunk und Pomp der vorherigen Umzüge. Denn Tag der Waffenschmiede nutzen nicht wenige unbedeutene Adlige, um der Reichsregentin bei der Vorführung des Kaiserschwertes einmal nahezukommen.

Der Sommeranfang wird vom einfachen Volk bis zum höchsten Adel mit dem Fest der Freuden assoziiert und mit innigster Vorfreude erwartet. Wer es sich leisten kann, mischt sich in teuerster Maskerade unter die Festgesellschaften der Kaiserstadt, die in dieser Zeit mehr Besucher zählt , als sonst irgendwann. Über den ganzen Rajhamond erfreuen sich der Junker und die Freifrau a Theateraufführungen und Sängerwettstreiten, begleitet von üppigen Banketten des örtlichen Adels mit Tanz und Spiel.

Die Tage des namenloses Gottes verbringt ein jeder ganz nach Frömmigkeit und Gutdünken. Manche ziehen sich auf ihre Landsitze oder gar in Klöster des Herrn Praios zurück, andere hingegen suchen Schutz oder zweifelhafte Zerstreuung in den Städten. Allen voran in Neu-Gareth werden in dieser Zeit hinter dicken Mauern die dekadentesten Orgien gefeiert, wie der Volksmund munkelt...andere ignorieren praiosverlassen den Einfluß des Namenlosen einfach im Namen des Götterfürsten.

Vom 1. bis 8. Praios lockt das Große Kaiserturnier ungezählte Scharen von Baronen, Rittern und einfachen Kriegern in die Metropole. Frommere Naturen wohnen vom 2. bis3. den zahlreiches Gottesdiensten anläßlich des Praiosfestes bei.

Den 1. Rondra läuten traditionell alchimistische Feuerwerke und Verbrennung von Strohpuppen ein. Ein weiter Anlaß für Bankette, Empfänge und Tanzveranstaltungen sind die Nationalfeiertage vom 6. bis zum 9. d.M. Anläßlich des Schwertfestes finden im ganzen Land Turniere und schaukämpfe statt. Krönender Abschluß des Rondramondes bildet der große Kaiserball in der Neuen Residenz zum Geburtstag der Reichsregentin Emer am 18.

Das Ende des Sommers hingegen bilden die Bunten Lichter von Perricum zu Beginn des Efferdmonds. Der Herbstbeginn wird geprägt von Ernte, Verteilung, Verkauf und Einlagerung der Erträge sowie der Steuerkalkulationen. Der Tag der Heimkehr wird vor allem von jüngeren adligen zu Ausflügen unter das niedrige Volk undeher rahjanische Abenteuer genützt. Das Fest der eingebrachten Früchte wird mit reichlichen Festessen und gelegentlichen Armenspeisungen begangen.Bis zum Totenfest finden von Süden nach Norden ausgelassene Weinfeste und Jagdspiele statt, bevor der Winter das Land einfriert...

Grafenkonvent, Reichskongreß und Reichsgericht

Vor dem halbjährlich stattfindenen Grafenkonvent, der wie der Name schon impliziert, kaum von Baronen (außer als Berater ihrer Grafen) besucht wird, verbringen viele Edle und Barone die Zeit vor dem Konvent damit, sich durch große Taten (oder Versprechen auf diese) und Geschenkenbei ihren Lehnsherren in positiver Erinnerung zubehalten.

Quasi als Gegengewicht haben sich die Barone Garetiens 27 Hal auf Schloß Nacia zum Konvent der Barone und Edlen eingefunden. Weitere Zusammenkünfte an wechselnden Lokalitäten sind geplant.

Der Reichskongreß ist aufgrund seiner wechselnden Örtlichkeiten eher schlecht besucht; viele Adlige schicken nur Stimmvertreter - vielleicht auch, weil am Rande des Kongreß das Reichsgericht unter Vorsitz der Gräfin Efferdane von Ehrenstein zu Eslamsgrund tagt. Für unbekümmerte Gemüter jedoch ist die jährliche Zusammenkunft einer der beliebstesten Anläße, sich mit Adliger aller Provinzen zum Feiern und Parlieren zu versammeln und dem neusten Klatsch zu lauschen.

(C. Daether)