Von den Führern der Nebachoten

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Nebachotischer Stammesführer

Die Trinität der Führung

»Ich habe gebogen und bereinigt, und man mag es mir verzeihen oder nicht, doch ist die Übersetzung aus dem Ur-Tulamidia, welches zudem mit starkem Akzent durchsetzt ist, kaum anders zu deuten, als in vorliegender Übersetzung. Und ich werde es mir nicht nehmen lassen, auch noch überdeutlich zu unterstreichen, was ich zu sagen hatte, dass sie je nach Zeit immer geboren wurden mit einem kleinen Quantum mehr in ihrem Herzen, sei es nun des Kriegers, Denkers oder auch des Weisen:

[...] Als die Welt schon alt war, der Mensch die Knechtschaft der Echsen abgeschüttelt hatte, stieg der Alleinstrahlende mit seinen Schwestern daselbst von den Zinnen Alverans hinab und sie besahen sich die Tapfersten. Sie wählten je einen aus den Stärksten, je einen aus den Klügsten und je einen aus den Weisesten aus, die da hießen Koraním, Feíkrahim und Hezianók und formte sie zu einem Menschen, den sie Nelbachet nannten und ihn unterrichteten. Nelbachet wurde ein weiser, kluger und starker Herrscher über die Menschen, denn da war niemand, der ihn hätte besiegen können, der klüger war als er, keiner, der besser das Wesen der Götter deuten konnte – und niemand erfreute sich an der Gleichheit seiner Seele mehr als die Götter selbst. Doch eines Tages, als sich der Alte Feind11 rührte, zögerte Nelbachet, weil in ihm keine Gleichmut über sein Handeln herrschte und er nicht wusste, ob er nun angreifen, abwarten oder sich zurückziehen sollte.

Da kam große Not über die Menschen und sie zürnten über Nelbachet und zürnten über die Götter, die den Alten Feind zurückwarfen und danach vor Nelbachet erschienen. »Was zögertest Du?« wurde er gefragt von den Göttern. Doch Nelbachet wusste keine Antwort, er war unfähig zu sprechen oder zu handeln, was die Götter dauerte, und sie beschlossen, ihn wieder in drei Teile zu schlagen. Die Götter nannten Al’Shuar’a’Korim den Teil des Kriegers, Al’Ben’a’Hatim den klügsten Teil und Al’Haresh’a’Chotim den weisesten Teil, und sie lehrten sie, dass sie von einem Stamm, aber doch verschieden seien und gaben ihnen Frauen. Den Stamm nannten die Götter Nebachot und die Stämme nannten sich fortan nach ihren Vätern, die herrschten über die Eigenen, aber auch über die Anderen. Und sie wurden gelobt von den Stämmen Nebachots und den Göttern, die da sahen, dass nun das Kriegerische, Kluge und Weise je zu einem Teil in den Herzen der Fürsten überwog.

Aber nicht überdeckte die überwiegende Tugend die anderen Tugenden, sondern abzuwägen zwischen den Tugenden und was sein solle und was nicht, ward den Nebachoten nun fortan gegeben, wodurch sie stärker waren als alle anderen Menschen und sie im Namen Praios’ und Rondras herrschten über ihr Reich, was dereinst widergeboren sein wird ...«

Der Tulamide Perricums ordnet sich, abhängig von der Ströumng der Zeitläufte, einem seiner drei Oberhäupter unter. In ruhigen, friedlichen Zeiten unterstellt er sich dem Al’Ben’a’Hatim (~Sohn aller besonnenen Väter). Dem »Al'Hatim« obliegt jedoch nur ein verwaltendes und schlichtendes »Amt«, so man das im garethischen Sinne entfernt übertragen kann. Er vertritt das nebachotsche Volk nach außen hin und verhandelt mit Fremdvölkern respektive auch den garetischen Gesandten oder einfach den Grafen Perricums, denen an einem wohlwollenden Verhältnis zu den »Ureinwohnern« viel gelegen ist, will man doch nie wieder Verhältnisse wie vor Kaiser Eslams Tagen erleben.

Unter drohendem Krieg gewinnt dann meist der Al’Shuar’a’Korim (~Hauptmann der Korkrieger bzw. Kriegsfürst der Korkrieger) an Einfluss, allerdings nicht in solcher Hinsicht, dass er sich in die Belange der Politik einmischte, sondern eher dahingehend, dass die verschiedenen Stammesfürsten oder Sippenführer an ihn herantreten. Das bedeutet nun nicht, der Al’Hatim entmachte den Al’Korim, sondern letzterer darf sich der unumstößlichen und ewigen Traditionen wegen immer darauf verlassen, seine Krieger rechtzeitig versammeln zu können, indem er durch den Al’Haresh’a’Chotim (~Wahrer allen Geistes) gewissermaßen beauftragt wird.

»Es gab Zeiten, in welchen die drei Oberhäupter der garetischen Tulamiden heillos zerstritten waren oder gar in Fehde lebten, jedoch nie ward es so, dass sie darüber hinaus vergaßen, was ihnen die Tradition gebietet – Fürst zu sein und wohl zu herrschen.«


  • Zu den Schwankungen innerhalb dieses Konzepts und einer unvollständigen Liste der neb. Führersiehe hier.