Stern der Mark

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Ich saß für mich alleine
Auf einem Ufersteine
An einem Strom in blütenreicher Au.
Es war die schöne Breite,
Die hier die Ange freite.
Im Gras lag hell wie Perlenschmuck der Tau.
Da fragt' ich sie: Ihr guten Wogen
Kommt doch vorbei an manchem Ort;
Seid auch durch Greifenfurt gezogen,
So sagt mir nun, was saht ihr dort?
Schon lang ist's her, dass Kunde zu mir drang,
Sei's Wandrers Rede oder Bardensang.
Wie steht's in diesen Tagen?
Herrscht Jubel oder Klagen?
Drauf hört' ich's leise flüstern,
Ein kindlichhelles Wispern
Drang zu mir aus dem Wellenspiel herauf.
Wie Worte klang das Rauschen,
Da schwieg ich, um zu lauschen,
Und neigte mich hinab zum Wasserlauf.
Es sprach: Des Greifen stolze Lande
Sind aufrecht, treu wie eh und je,
Und schön im Blütenfestgewande,
Befreit von Kälte, Frost und Schnee.
Zur Warenschau und zu der Renner Streit
Kommt mancher Reisende daher von weit;
Groß ist die Schar der Gäste
Und prächtig sind die Feste.

Ich lauschte wie im Traume
Am grünen Ufersaume
Dem Lied des Wassers, das ich gut verstand.
Es sprach mir noch von vielen,
Von Feiern und von Spielen
Und von der Herrin, die mir wohlbekannt:
Im holden Kreis der Edeldamen
Im ganzen Land, im großen Reich
Mit Wappenzier, mit alten Namen –
Wer käme ihr an Tugend gleich?
So schön, so mild, so klug, so kühn, so stark,
Die Greifin, Irmenella, Stern der Mark!
So hörte ich es singen,
In hundert Liedern klingen.

Worte von Wolfhardt von der Wiesen (K. Rohlinger)