Palinais Lied

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Zum Dergel an dem Steine

lebt’ einst ‘ne Zauberin.

Die war so schön und feine

und riß die Herzen hin.

Die war so schön und feine

und riß die Herzen hin.

Sie brachte viel zu Schanden

der Männer rings umher.

Aus ihren Liebesbanden

ward kein Entrinnen mehr.

Aus ihren Liebesbanden

ward kein Entrinnen mehr.

Der Priester ließ sie laden

vor geistliche Gewalt.

Und mußte sie begnaden,

so schön war ihr Gestalt.

Und mußte sie begnaden,

so schön war ihr Gestalt.

Der Pfaffe fragt gerühret:

„Du arme Palinai,

wer hat Dich denn verführet

zu böser Zauberei?

Wer hat Dich denn verführet

zu böser Zauberei?“

„Herr Praios laßt mich sterben!

Ich bin des Lebens müd’.

Ein jeder muß verderben,

der meine Augen sieht.

Ein jeder muß verderben,

der meine Augen sieht.

Die Augen sind zwei Flammen,

der Arm ein Zauberstab.

Oh, legt mich in die Flammen,

oh, brechet mir den Stab!

Oh, legt mich in die Flammen,

oh, brechet mir den Stab!

Die Weise still und milde,

die Wangen rot und weiß,

die Worte sanft und gilde:

das ist mein Zauberkreis.

Die Worte sanft und gilde:

das ist mein Zauberkreis.

Ich selbst muß drin verderben,

das Herz wird mir so weh.

Vor Schmerzen möcht’ ich sterben,

wenn ich mein Bildnis seh’.

Vor Schmerzen möcht’ ich sterben,

wenn ich mein Bildnis seh’.“

Die Zaubrin sprach: „Da gehet

ein Schifflein um den Stein.

Wer in dem Schifflein stehet,

der soll mein Liebster sein!

Wer in dem Schifflein stehet,

der soll mein Liebster sein!“

Das Herz wird ihr so munter:

„Er muß mein Liebster sein!“

Da lehnt sie sich hinunter

und stürzet von dem Stein.

Da lehnt sie sich hinunter

und stürzet von dem Stein.“

(Text: N. Passon)