Lied vom Igelkönig

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Lied vom Igelkönig
- Aus dem Hartsteenschen, neuzeitlich
(Johannes H.)

Wollte in den dunklen Wald,
nebelig und bitterkalt,
meine Liebste dort zu sehen,
unterm Madalicht zu stehen
und sie heiß zu fassen bald.

Wartete drauf dass sie kam
lächelnd, anmutig, voll Scham.
Doch ich stand wohl Stund um Stund,
fror mir fast die Füße wund,
bis ich ein Geräusch vernahm.

Durch das Dickicht kam ein Krachen,
Blätter knirschten, leises Lachen
drang aus eines Igels Schnäuzlein,
silbrig glänzt sein Fell am Pläuzlein,
groß war er, trug Menschensachen.

„Wandrer, der du frierest dort,
Dies hier ist kein rechter Ort,
um die Liebste Dein zu frei’n,
außerdem ist sie längst mein.“
Sprach’s und trollte sich hinfort.

Wilsst du Dein Feinsliebchen sehen,
mit ihr unter Sternen stehen,
meide doch den Feidewald,
denn Dein Mädchen wird sonst bald
mit dem Igelkönig gehen.

(Hier die Melodie des Liedes)