Von der Krise in die Katastrophe – Die erneute Schande der Nebachoten

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Perricum, Rahja 1039 BF bis Anfang Praios 1040 BF – Der Schandmarschall ist weitergezogen, aber unter welchen Opfern? Überall im Reich werden die Opfer und Verluste beklagt, die der Kampf gegen den schändlichen Helme Haffax gefordert haben. Doch am schlimmsten traf es die traditionsreiche und bisher wehrhafte Markgrafschaft Perricum und hier im Besonderen die ehrvollen Nebachoten. Wo viele dem Anführer des schnellzusammengerufenen Entsatzheeres, Reichskanzler Alarich von Gareth-Sighelmsmark, nun großen Mut und Opferbereitschaft angedenken, verliert kaum einer ein Wort über die wirklich Betroffenen dieser Tugenden, die mittelreichischen Tulamiden. Diese hatte der Reichskanzler ohne mit der Wimper zu zucken auf ein Alveranskommando geschickt in dem er ihnen den gewagten wie tödlichen Ausfall befahl. Den die stolzen, treuen und kampfeswilligen Nebachoten auch bereitwillig annahmen und so dem Rest des kanzlerischen Notheeres den Allerwertesten beim taktischen Rückzug retten, so dass der Garetier sich jetzt im Glanze von Heldenmut und Reichstreue suhlen kann.

Dabei hatten die Nebachoten gerade eine der größten Krisen ihrer Geschichte hinter sich, bzw. waren noch mitten drin, als die Nachricht von Haffax‘ Ankunft die zerstrittenen Familien, Sippen und Stämme auf einem, eher verhalten besuchten, Versöhnungsfest bei Neumühlen erreichte. Dort waren ohnehin schon nicht so viele Vertreter der tapferen Erben des großen Nebachots erschienen wie erhofft. Und die schicksalhafte Nachricht spaltete sie noch einmal mehr. Während auf der einen Seite einige, unter dem Oberkommando des Südbrendiltaler Vogts Alrik von Korbrunn, dem Traum von der Reinwaschung der nebachotischen Urschande vor der Herrin Rondra nachliefen, in dem sie die Stadt der Göttin nun von dessen Erzfeind befreiten (und dabei scheiterten). Waren es auf der anderen Seite Streiter um den jungen Haselhainer Baron und seinem Onkel Selo von Pfiffenstock, die dem Reichskanzler am Darpat entgegenzogen um sich mit dessen Heer zu vereinigen und sich gnadenlos von diesem skrupellosen, raulschen Machtmenschen verheizen zu lassen, der sich früher sogar als besonderer Freund der Nebachoten, in Vertretung durch eben genannten Selo, aufspielte.

Der Rest der Festbesucher kehrte heim, um ihre eigenen Ländereien auf die zu erwartenden Angriffe Haffax‘ vorzubereiten. Andere wiederum, wie der Nordbrendiltaler Vogt Martok, der, aufgrund der Streitigkeiten unter den Nebachoten dem Fest ferngeblieben war, kamen gar zu spät zur Schlacht. Ein Glück für diejenigen, die nicht auf dem Fest weilten um dann von dem raulschen „Feldherrn“ aus Gareth ans Messer geliefert zu werden. Hunderten von den großmutigen Tulamiden kostete die Entscheidung des Kanzlers das Leben, im Kampf gegen dämonische Urgewalten und die von diesen aufgepeitschten Fluten des Darpat. Elendig ersoffen die unerschrockenen, nebachotischen Reiter oder wurden gespalten und in unterlegener Zahl, auf trocken gebliebenen Hügeln von Dämonen und Verräterpack niedergemacht. Für das Reich starben sie einen grausamen und unwürdigen Tod, ein Tod der nun andere im Licht der Öffentlichkeit dastehen lässt, allen voran der Reicherzkanzler. Der nach dem Sieg nur ein paar müde Worte für diejenigen hatte die seinen Rückzug so mutig und „brillant“ wirken ließen und der den Truppen des Reichs genügend wertvolle Zeit verschafft hatte. Doch nicht nur hier leiden die Nebachoten unter der „zweiten Schande von Nebachot/Perricum“, sondern hat diese den Keil nur noch weiter zwischen die Nebachoten getrieben, die sich nun gegenseitig die Schuld darüber in die Schuhe schieben, weil sie entweder gar nicht oder zu spät an Ort und Stelle waren oder den falschen Ort für die entscheidende Schlacht aufsuchten. Die tiefe Wunde im Herz des nebachotischen Gemüts hat sich nun entzündet und lässt die Zukunft dieses großen Volkes und damit Perricums düster erscheinen. Doch die wahre Schuld an diesem Desaster trifft den verfluchten ehemaligen Schattenmarschall, der den Zwist zwischen den Tulamiden säte und, das muss man so einmal in aller Deutlichkeit sagen, auch den Reichserzkanzler aus Gareth, der sich nicht zu schade war andere für seinen Ruhm erbärmlich ausbluten zu lassen. So erntet dieser nun den Ruhm, während andere für ihn und das Reich tapfer und selbstlos ihr Leben ließen und damit nun von der Krise in die Katastrophe rutschten.

Baraine Albschattenrein, stolze Schülerin der Blume der Haimamudim Fatime von Pfiffenstock und unabhängige Schreiberin des Märkischen Herolds

 Wappen Mittelreich.svg  Wappen Markgrafschaft Perricum.svg   Wappen Baronie Gnitzenkuhl.svg   Wappen Familie Gaulsfurt.png  
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Texte der Hauptreihe:
K1. Die erneute Schande der Nebachoten
9. Pra 1040 BF
Die erneute Schande der Nebachoten

Kapitel 1

Autor: Jan