Treffen der nebachotischen Weisen und Gelehrten

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Perricum, Baronie Dürsten-Darrenfurt, Stadt Morganabad, Boron 1037 BF

Im Boron waren die Straßen der Stadt Morganabad im südlichen Dürsten-Darrenfurt gefüllt mit Gelehrten, Geweihten und Weisen der Nebachoten und selbst einiger Baburen und Raulscher. Grund war der Tod des politischen Führers der Nebachoten, Simold von Pfiffenstock im Rondra, der während des Treffens von Gelehrten wie Geweihten heilig gesprochen wurde.

Konnte man die meisten der Anwesenden noch bei dessen Bestattungsfeierlichkeiten in Eintracht nebeneinander stehen sehen, gingen sich diese jetzt in offenen und leidenschaftlichen Disputen quer durch die Stadt verteilt verbal an den Hals. Auch wenn nicht alle Debatten hitzig geführt wurden, war doch ein größeres Konfliktpotential zu bemerken als bei ähnlichen, viel kleineren Disputtagen zu den letztmaligen Wechseln. Denn die Meinungen darüber wer nun der Nachfolger im Amte Simolds, in diesen schweren und nach vielseitiger Meinung bedeutungsvollen Zeiten, sein sollte gingen diesmal stark auseinander und waren nur wenig eindeutig. Viele respektierten zwar die Entscheidung des vormaligen Inhabers zu Lebzeiten schon seinen Neffen als seinen Nachfolger zu benennen, doch gab es eben auch nicht wenige die sich leise bis laut offen gegen den erst 11-Jährigen aussprachen und andere protegierten, da der Junge in Augen nicht wenigen als eher schwach und unwürdig gailt, all seiner Herkunft und Rückendeckung zum Trotz. Zu allem Überfluß dieses heißen Themas war Siyandor einer Einladung selbst nicht nachgekommen sondern hatte nur einige Gesandte geschickt, allen voran sein gerade erst aus Garetien wiederzurückgekehrter Onkel, was viele noch weiter bestätigte, die ihre Favoriten alle vor Ort wähnten.

Klärung hatte man sich diesbezüglich von dem Haupttreffen der wichtigsten Gelehrten und dem Al’Haresh erhofft, der aber zunächst, zur Irritation aller, dem Treffen fern blieb. Und so geriet das Treffen immer mehr zu einem Basar oder Ringkampf und nicht wenige Gelehrte verließen voller Scham über ihre Zunft die Stadt wieder. Es drohte eine Eskaltion zwischen den verschiedenen Parteigängern bis der Al’Haresh letztlich doch auftauchte, die Gemüter erst beruhigte und anschließend verwirrt zurückließ. So schien sich der geistige Führer der Nebachoten nicht so recht für die Dispute zu interessieren und wollte auch keiner der Parteien seine mächtige Stimme verleihen. Stattdessen sprach er in kleinen, persönlichen Gesprächen und Runden zu den Weisen und kündete immer wieder von einem Wendepunkt, der solcherlei Reibereien verböte und der „den Erben der Kinder der Löwin ein neues Zeitalter“ bescheren würde. Danach kochten nicht etwa wieder die Gemüter hoch, sondern die Gerüchte und Interpretationsversuche zu den Worten des Allweisen und diese werden wohl auch die Monate nach den Disputen bestimmen, denn der Al’Haresh selbst hielt sich danach selbst bedeckt und reiste bald wieder ab.

Als eine Randnotiz und kleine Kuriosität galt allerdings auch das Auftauchen der raulschen Baronin von Gluckenhang. Gerüstet in und gekleidet im Stile der Nebachoten und mit zwei alten Klingen an der Seite, die von einigen Gelehrten als ein Paar der „Singenden Klingen von Nebachot“ erkannt worden sein sollen. Die kaum wieder zu erkennende war mit einer kleinen Bedeckung in die Stadt gekommen und hatte selber ihren Anspruch auf das Amt angemeldet, was bei allen Verwunderung und bei vielen Spott oder Wut auslöste, aber man berichtete auch von wenigen die dies im Zusammenhang mit der „Wendungsthese“ des Al’Haresh durchaus ernst diskutierten. Trotz dessen wurde der Frau kaum weitere Beachtung zu Teil, was diese mit beinahe typisch-„nebachotischen“ leidenschaftlichen bis wütenden Reden und Forderungen bedacht haben soll. Auch mit ihr soll der geistige Führer ein Gespräch geführt haben, nach welchem sie deutlich weniger vehement auftrat und kurz darauf wieder abreiste.

Zum Schluß sei noch erwähnt dass sich der Junker von Morganabad, Barnhelm von Darrenfurt, als neutraler, guter und äußerst gewitzter Gastgeber gab und sich weitgehend als Vermittler und Schlichter hervortat, der für den sicheren Ablauf der Dispute garantierte selbst in den hitzigsten Phasen.

Ludovig der Darrenfurter