Syrrenholter veräußert Tafelsilber

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Syrrenholter veräußert Tafelsilber

Im Umfeld des alljährlichen Reichskongresses, zu dem dieser Tage in die alte Residenz zu Gareth ward geladen, wurde bekannt, daß seine hochgeborene Herrschaft Erlan von Zankenblatt, Baron zu Syrrenholt, ein größeres Geschäft mit der hohen und ehrwürdigen Akademie der arkanen Künste ‚Schwert und Stab’ getätigt hat.

Jener Baron zu Syrrenholt, der sich unbestätigten Gerüchten zu folge aufgrund seines persönlichen Engagement bezüglich des Reichskanals in einen finanziellen Engpaß manövriert hatte, veräußerte einen vermeintlichen Nachlaß aus Familienbesitz. Dabei handelte es sich um eine vortreffliche Waffe, welche ob ihres ungewöhnlichen Materials unter den Magistern für Furore sorgte. Es handelt sich um ein graziles Langschwert, welches mitnichten aus Eisen, Stahl oder noch edleren Metallen gefertigt ist, sondern aus elementarstem Wasser.

‚Doch’, so dünkt es einen auf den ersten Blick, ‚wie vermag man denn mit dem nassen Element jemanden zu kombattieren, es sei denn es genüge den Kontrahenten zu benässen?’ Nun sei gesagt, daß jenes Material zwar die Form, Farbe und auch die Beweglichkeit von Wasser aufweist, jedoch bei Berührung sehr wohl eine scharfe, harte (und trockene) Schneide sein Eigen nennt.

Der Herr zu Syrrenholt brachte nun, in Begleitung durch den Baron Nimmgalf von Hirschfurten, jenes Kleinod in die Akademie, wo es den geübten Blicken durch ihre Spektabilitäten Praiodana sowie Ethel Grünbaum, seines Zeichens erster Waffenmeister der Akademie, unterzogen wurde. Nach Aussagen durch seine hochgeborene Herrschaft von Zankenblatt soll es sich bei dem Artefakt um ein wieder entdecktes Erbstück des Hauses Zankenblatt handeln, welches bei Umbauarbeiten auf Burg Zankenblatt gefunden wurde. Der Baron gedachte nun jene Pretiose den reichsliebenden und götterfürchtigen Streitern als Rüstzeug wider die niederhöllische Brut zu offerieren.

Aufgrund des (bislang) nur zu ahnenden Machtpotentials fiel es den Gelehrten nicht schwer, eine angemessene Summe zu bieten, die fähig war, die selbstlose Gabe zum Wohle des Reiches zu goutieren. Hinter vorgehaltener Hand munkelte man, es habe mehrere hundert Dukaten in Gold benötigt, um den Baron davon abzubringen, seine großzügige Schenkung nicht der konkurrierenden ‚Akademie der magischen Rüstung’ feilzubieten.

Der Baron indes ließ die sichtlich schwere Geldtruhe mitnichten nach Syrrenholt verbringen, sondern unmittelbar zum hiesigen Kontor des Handelsmagnaten Stoerrebrandt. Ob sich damit derweil dessen horrende Außenstände begleichen ließen, kann nur vermutet werden.

Was die vorgebliche Herkunft des Schwertes anbelangt, so verstummen nicht die Gerüchte, wonach der Baron von Syrrenholt weiland auf der 700-Jahr-Feier zu Dergelstein verwunderliches Benehmen an den Tag legte. Im Zuge der sonderlichen Vorfälle, bei denen die anwesenden Edlenschaften mannigfaltige Questen zu bestehen hatten, sei die persönliche Waffe des Barons verlustig gegangen. Anderen Gerüchten zu Folge wurde besagtes Elementarschwert bereits bei jener Festivität gesichtet, also noch vor der vermeintlichen Fundzeit. Warum der Baron allerdings auf die Geschehnisse angesprochen höchst verschlossen reagiert, ist ungewiß. Er selbst, wie auch einige seiner Gefährten, darunter der Vogtvikar von Rommilys Vallpo Fuchslieb, halten sich bedeckt.

Texte der Hauptreihe:
K1. Syrrenholter veräußert Tafelsilber
Tra 1025 BF
Syrrenholter veräußert Tafelsilber

Kapitel 1

Autor: cje