Sein letztes Spiel

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Sein letztes Spiel

Ein Held war er, der Baron von Orkenwall. Aber er wäre kein echter Greifenfurter gewesen, wenn er es nicht auch verstanden hätte, das Pöhlches zu führen. Und so ist es nicht verwunderlich, dass er einen Teil seiner letzten Zeit auf dieser Welt damit zubrachte, gemeinsam mit seinen Kameraden noch einmal ein letztes Spiel zu bestreiten. Der Baron von Finsterrode und der Junker von Boronshof hatten es sich nicht nehmen lassen, ihren Freund und Weggefährten dazu herauszufordern – und dieser ließ sich nicht zweimal bitten!

Schnell wurde die kleine Gruppe, die sich ihr Spielfeld nahe dem Rahja-Tempel gesucht hatte, durch andere Spieler verstärkt. Neben Greifenfurtern wie Linnert von Wolfenhain waren auch überraschend viele Garetier am Spiel beteiligt. Der Höllenwaller Baron und der Hohe Herr Praiosmar von Darben-Dürsten hatten sich bereits am frühen Morgen zu einem Spiel überreden lassen, und jetzt waren es Junker Lassan von Weyringhaus-Rabenmund sowie Edle Rhodena von Weyringhaus-Ruchin nebst dem Weyringhauser Hofmagus Perainvyn von Hohenfelden, die die Reihen ergänzten.

Über das Spiel selbst sollen hier nur wenig Worte verloren werden. Der Boronshofer zeichnete sich durch sein bekannt offensives und erfolgreiches Spiel aus, bei dem ihm der eine oder andere bewundernswerte Wurf gelang. Genzmer von Radulfshausen hingegen war nur ein Schatten seiner selbst, die einfachsten Manöver gelangen ihm nicht und sein Spiel war äußerst fahrig. Sichtlich hatte er das Vorhaben seines Adoptivvaters am Abend den Freitod zu wählen nicht so verkraftet, wie er nach außen den Anschein zu erwecken versuchte.

Linnert von Wolfenhain bemühte sich redlich, die Spielweise des Boronshofers nachzuahmen, allerdings verfügte er zwar über die nötige Kraft, doch fehlte es ihm an der Präzision, die für ein erfolgreiches Spiel unabdinglich ist. So war es wenig verwunderlich, dass er des öfteren Opfers des sogenannten Tobrischen Hammers wurde. Diese Manöver bezeichnet einen ausgesprochen wuchtigen Wurf, der zwar gegnerische Pöhlchen aus dem Boden zu reißen vermag, dabei aber selbst nicht zum Stecken kommt und dadurch zum Ausscheiden des Werfers selbst führt.

Die Garetier nun schlugen sich überraschend gut, war es doch für die meisten ihr erstes Spiel. Besonders die Edle zu Senntal musste sich manches Komplimentes ob ihres eleganten und unbedarften Spieles erwehren.

Wie aber schlug sich der Orkenwaller Baron in seinem letzten Spiel?

Wie in seinem Leben. Kraftvoll, präzise, wagemutig, entschlossen, erfolgreich.

Aber wie stets bei einem Spiel Pöhlches kam es auch hier nicht nur auf das Spiel selbst an. Man tauschte Anekdoten aus, plauderte, lachte, ganz so, als wäre es nicht das letzte Spiel von Argaen Düsterfluss gewesen.

Doch das war es.

Der Baron von Orkenwall hat sein letztes Pöhlches abgegeben.

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Texte der Hauptreihe:
K23. Sein letztes Spiel
18. Tsa 1026 BF zur mittäglichen Ingerimmstunde
Sein letztes Spiel
Fluch und Flammen

Kapitel 23

Was treibt der Ork?
Autor: R. Wetzel