Schriftstück aus Syrrenholt

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Geneigte Leserschaft, verehrte Kolleginnen und Kollegen,

Ich wende mich mit diesem Schreiben an all jene, die mit wachem Verstand von Hesinde bedacht sind, mit der Bitte um gelehrten Rat und Beistand. In meiner Eigenschaft als architectus primus und im Auftrag meines Herrn, Hochgeboren Erlan von Zankenblatt, seines Zeichens Baron zu Syrrenholt, habe ich nunmehr vor über einem Monde einen höchst interessanten Fund gemacht, der mich veranlaßt, diesen Brief zu verfassen.

Eher durch Zufall als gewollt, stieß ich auf einer meiner jüngsten Exkursion entlang der geplanten Trasse des garetischen Kanals - von dem Ihr, als aufmerksame Leserinnen und Leser dieses wohlfeilen Breviers, sicherlich schon vernommen habt – inmitten eines Haines auf ein Kleinod, das mir mannigfaltige Rätsel auferlegt und seither schlaflose Nächte bereitet.

Es handelt sich dabei um eine grazile Laute aus einer Mammuton ähnlichen Substanz. Das Instrument ist mit Ornamenten versehen, die von meisterlicher Hand eingearbeitet wurden. Sie zeigen entlang des Griffbrettes sich windende Rosenzweige, während der Korpus durch die Darstellung von hunderten von Faltern und Schmetterlingen besticht. Obschon die Saiten des Instrumentes Satinavs Hörnern zum Opfer gefallen sind, läßt sich erahnen, daß es wohl dereinst einmal drei Doppelsaiten und zwei dickere Einzelsaiten gewesen sein müssen.

Doch das eigentlich Rätselhafte fand sich im Innern des Klangkörpers in Form eines kleinen Zettels mit einer mir bislang unbekannten Schrift. Diese wurde von feiner Hand auf ein Lindenblatt geschrieben, welches wohl durch arkane Ströme vor dem Zerfall bewahrt wurde.

Elfentext
Aufgrund meiner eher als bescheiden zu bezeichnenden Erfahrung im Umgang mit altertümlichen Schriften ist es mir bis dato noch nicht gelungen hinter die Geheimnisse der Pretiosen zu gelangen. Alleine einige wenige Hinweise vermochte ich nach Studien verschiedener Werke zu finden. So scheinen gewisse Merkmale darauf hin zu deuten, daß die vorliegende Niederschrift aus der Feder des Elfenvolkes stammen könnte. Ich wage gar zu behaupten, daß es sich um ein Relikt aus dem verschollenen Elfenpalast, den die Gelehrten als ‚Simyala‘ kennen, handelt. Doch dies ist bislang reine Spekulation.

Um bei den Fakten zu bleib

Ad primum erkennt selbst der Unbedarfteste recht schnell, daß das Schreiben keinerlei Lücken zwischen den einzelnen Wörtern aufweist. In den Quelltexten meiner Studie wurde dieser Schreibstil vereinzelt erwähnt. Dabei stellte sich heraus, daß es üblich ist, zur Abgrenzung einzelner Wortabschnitte ein spezielles Symbol über den zweitletzten Buchstaben eines jeden Wortes zu setzen.

Ad sekundum hat die Betonung der Vokale in der elfischen Sprache große Bedeutung, wie jeder selber erfahren kann, so er denn einmal in den Genuß kommt, einer elfischen Unterhaltung beizuwohnen. Diese Hervorhebung der Vokale könnte sich in dem vorliegenden Schriftstil widerspiegeln: Nach genauerer Betrachtung der Schriftform erkennt man, daß sich einige schwungvolle Linien weit nach unten erstrecken, und so dem zugehörigen Buchstaben rein optisch bereits eine gewisse Dominanz einprägt. Ich wage die Behauptung, daß dies ein Rückschluß auf die Anordnung der Vokale erlaubt.

Ad tertium scheint es, als seien sich die Laute für ‚e‘ und ‚i‘ in ihrer Schreibweise ähnlich; ebenso verhält es sich mit den Symbolen für das ‚m‘ und das ‚n‘, sowie die Buchstaben für ‚l‘ und ‚f‘. Diese wenigen Erkenntnisse vermag ich nun jenen unter Euch mit auf den Weg zugeben, die sich nunmehr auf den Weg machen, einen hesindegefälligen Dienst zu vollbringen und bei der Aufdeckung des Geheimnisses mitzuwirken.

Seid versichert, daß Euer Tun und Streben Anerkennung finden wird, zum einen bei seiner hochgeborenen Herrschaft Baron zu Syrrenholt, in dessen Obhut sich der Originaltext befindet, und zum anderen selbstredend bei der Gemeinschaft der Erleuchteten. So Ihr denn weiteres Wissen errungen habt wendet Euch vertrauensvoll an meine Person, auf daß es uns vergönnt sein wird, gemeinschaftlich die Schleier der Unwissenheit zu lüften. So sich in den kommenden Wochen weitere Hinweise ergeben, werde ich den Herold unterrichten.

In Erwartung baldiger Zuschriften verbleibe ich

Cormac ui Dunvallo, magus liber et architectus primus, zur Zeit wohnhaft auf Burg Zankenblatt, Syrrenholt.