Rätselraten um die Glückskinder

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Gareth, Travia 1032 BF

Gut viereinhalb Jahre nach der Schlacht in den Wolken macht sich die Kirche des Phex keine Mühe mehr, das Geheimnis zu verschleiern: In ihrer Obhut wachsen einige Waisenkinder auf, die damals unter teils wundersamen Umständen überlebten.

Während der Aufräumarbeiten nach der Schlacht wurde vereinzelt von Kindern berichtet, die lebend aus den Trümmern geborgen wurden - aus Schuttbergen, unter denen nach menschlichem Ermessen niemand hätte überleben können.

Die jüngsten waren noch Säuglinge, die ältesten konnte man auf drei Jahre schätzen - es gab nirgends noch Verwandte, die genauere Angaben hätten machen können. Alle geretteten Kinder aber hatten eines gemeinsam:

sie trugen ein schmales Bändchen am Handgelenk - auf nebelgraue Seide waren silbergraue Fuchsköpfe gestickt. Sonst gab es offenbar keine Verbindung zwischen diesen Glückskindern: in den Überresten von Mietskasernen in Meilersgrund fand man sie ebenso wie unter Steinhaufen, die einmal eine Patriziervilla in Neu-Gareth gewesen waren.

Vermutlich wussten alle Retter dieses Zeichen zu deuten und brachten die Kleinkinder in die Tempel des Fuchsgottes. Zunächst schienen die Mondschatten selber überrascht, dann jedoch suchten sie selber nach weiteren Kindern. Dass Phex seine schützende Hand über die Jüngsten in seiner Stadt gehalten hatte, sprach sich recht schnell unter den Überlebenden herum.

Keine Antworten gab es jedoch von seinen Geweihten auf alle Fragen, wie viele Kinder denn nun insgesamt gerettet worden seien. Die Gerüchte sprechen mal von neun, mal gar von neunundneunzig - die Wahrheit dürfte wohl irgendwo dazwischen liegen. Aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen ist überdies zu hören, dass es womöglich eine weitere Gemeinsamkeit zwischen den Phexenskindern gibt:

Von überlebenden Bütteln der Stadtgarde war offenbar in Erfahrung zu bringen, dass es im Peraine 1027 - also in den Wochen unmittelbar vor der Schlacht - eine mysteriöse Einbruchserie gab. Fast allnächtlich stiegen der oder die Täter in scheinbar willkürlich ausgewählte Häuser ein - doch sie stahlen nur eine Stoffpuppe, eine Rassel oder ähnliches Spielzeug. Dafür ließen sie jeweils ein solches Seidenband am Handgelenk des jüngsten Kindes zurück.

Weiteren Andeutungen aus der Kirche des Diebesgottes ist - sofern man ihnen Glauben schenken kann - zu entnehmen, dass auch die Geweihten selbst vor einem Rätsel stehen. Angeblich versuchen einige noch immer, den Schleier um die Geheimnisse der Glückskinder zu lüften. Auch einige Novizen sollen sich diese Aufgabe als Prüfung für ihre bevorstehende Weihe gewählt haben. Ob die geretteten Kinder Hinweise geben können, ist unbekannt - wo die Kleinen stecken, hält die Kirche bis auf weiteres geheim. Nur einen Hinweis lässt man sich entlocken: dass seit der Schlacht genau sechs-mal neun Monde vergangen seien - was auch immer das bedeuten mag.

Emilie Goulet: "Doll!"