Entschlüsselung eines alt-elfischen Schriftstückes gelungen

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Geneigte Leserschaft, im Folgenden veröffentlichen wir ein Schreiben, welch selbiges die Forschungsergebnisse bezüglich jener ominösen Schriftzeichen beinhaltet, die weiland im Herold Nr. 17 abgedruckt wurden, und darob nicht zu letzt den gelehrten Lesern unseres Journales von Interesse sein dürfte. Das Schreiben ward gerichtet an die centrale Registraturagentur zu Gareth und wurde unserem Blatt mit freundlicher Genehmigung seitens des Verfassers zur Verfügung gestellt. An dieser Stelle sei nochmals unser herzlicher Dank bekundet. Aufgrund des rechten wissenschaftlichen Kontextes verzichten wir auf eine Kürzung jener Passagen, die in Teilen bereits durch uns veröffentlicht worden sind. Als nandusgefällige Geste seitens des Magus ließ jener neben dem erläuternden Referat eine Abschrift der entschlüsselten Bilingue anfertigen, die nunmehr der Öffentlichkeit zur gelehrsamem Zwecke dienlich sei.

Hesinde zum Gruße!

Weiland vernahm ich Euren Aufruf, welcher an all jene Gelehrten gerichtet ward, die im Laufe ihrer Forschungen auf bislang unbekannte Schriftformen gestoßen sind. Nun, es ward insbesondere da drinnen angeregt, eben jene Kryptographiken zu scribieren und als kompletten Satz aller Zeichen, so sie denn eindeutig zu deuten wären, an die centrale Registraturagentur zu Gareth zu entsenden. Diesem Aufruf will ich indes gerne nachkommen, zumal mir justament vor nicht all zu langer Weile eine fremde Handschrift zufiel, die ich derweil zu entziffern vermochte. Als aufmerksamer und belesener Archivar werdet Ihr sicherlich bereits hierüber in der wohlfeilen Periodika namens Garetisch-Greifenfurter-Herold, Ausgabe Nummero 17, vernommen haben.

Besagte Handschrift fand sich auf einem Lindenblatte geschrieben, welches wohl alleine durch arkane Ströme vor Satinavs Hörnern bewahret wurde. Jenes Blatt steckte derweil im Innern eines zierlichen Saiteninstrumentes, das mit filigraner Ornamentik geschmückt und in einem kleinen Hain in der Baronie Syrrenholt (Königreich Garetien) gefunden wurde. Aufgrund der Niederschrift eines in elfischer Sprache verfaßten Textes sowie aufgrund der Nähe des Fundortes zum Reichsforst und dem darin vermuteten Elfenpalast, den die Weisen als Simyala kennen, wage ich die Behauptung, daß die betreffende Niederschrift eine handschriftliche und vereinfachte Spielart des Isdira ansich darstellt. Weitergehend möchte ich die Vermutung äußern, daß es eine eigenständige Form zur Niederschrift von lyrischen Werken im Besonderen darstellt, sintemal der entzifferte Text als solcher einzustufen ist.

Da mir bislang weder persönlich, noch einem meiner Kollegen, ein Angehöriger des Albenvolkes Auskunft über die Hintergründe – wohl aber Beihilfe bei der Entschlüsselung - dieser Schriftzeichen geben konnte (oder wollte?), erlaube ich mir die Freiheit, eben jene Zeichen als ‚Simyalanische Glyphen‘ zu titulieren.

Laßt mich nun noch kurz ein paar erläuternde Worte fassen, die es Euch erleichtern sollen, die auf den ersten Blick zwar gefälligen, dennoch aber auch verwirrenden Zeichenfolge zu verstehen. Denn „Verstehen ist der Anfang von Wissen – und Wissen ist der Anfang von Weisheit!“ (aus: Präambel des Draconiums) Jene Schriftform weist bei genauerem Studieren einige Eigentümlichkeiten auf, die es dem Eingeweihten ermöglichen, schneller die verschiedenen Zeichenabfolgen zu erkennen und in ultima ratio selbst anzuwenden.

Simyalanisch - Ch.Jeub

Ad primo erkennt selbst der Unbedarfteste recht schnell, daß das Schreiben keinerlei Lücken zwischen den einzelnen Wörtern ja gar zwischen den einzelnen Sätzen aufweist. Lediglich reine Abschnitte werden voneinander getrennt notiert. In den Quelltexten meiner Studie wurde dieser Schreibstil bereits vereinzelt erwähnt. Dabei stellte sich heraus, daß es üblich ist, zur Abgrenzung einzelner Wortabschnitte ein spezielles Symbol über den zweitletzten Buchstaben eines jeden Wortes zu setzen. Jenes Symbol ergibt sich hier als ein gebogenes Zeichen, bestehend aus drei, sich zur rechten Hand hin vereinenden Striche. Dies ist das erste Indiz, auf das ich meine Behauptung stütze, daß es sich um eine primär lyrische Schriftform handelt, sintemal dieser durchgängige Schriftstil eine gute Visualisierung der melodiösen ‚Sind-Sang-Sprache‘ des Elfischen darstellt.

Ad secundo hat die Betonung der Vokale als selbstlautende Sprachelemente in der elfischen Sprache große Bedeutung, wie jeder selber erfahren kann, so er denn einmal in den Genuß kommt, einer elfischen Unterhaltung beizuwohnen. Diese Hervorhebung der Vokale spiegelt sich in dem vorliegenden Schriftstil wider: Nach genauerer Betrachtung der Schriftform erkennt man, daß sich einige schwungvolle Linien weit nach unten erstrecken und so dem zugehörigen Buchstaben rein optisch bereits eine gewisse Dominanz einprägen. Damit ist es bereits beim ersten flüchtigen Betrachten möglich, die Lage und Anordnung der melodietragenden Selbstlaute zu erfassen, was eine einfachere und flüssigere Sangabfolge ermöglicht.

Ad tertio fällt eine weiter innere Logik auf, indem man die Buchstaben für die Laute e & i, b & p, d & t, m & n, g & k, s & z, f & v und sch & ch je mit einander vergleicht. Wie man recht schnell erkennt, spiegeln sich die lautmalerischen Ähnlichkeiten dieser Buchstaben in ihrer spezifischen Klangfarbe konsequent im betrachteten Schriftstil wieder und ermöglichen so eine tonlich stete Wiedergabe des Textes auch bei unsauberer Schriftführung.

Conclusio: Es ist mir eine Freude, dieses wiedergewonnene Wissen all jenen zugänglich zu machen, die Willens sind, Hesindes Wirken in die Welt zu tragen.

Mit nandusgefälligem Gruße,

Cormac ui Dunvallo, magus liber et architectus primus syrrenholtiensis

Die Schrift Simyalanisch kann als ttf-Format heruntergeladen werden. Eine entsprechende Übersicht als pdf-Datei sowie ein kleines Elfengedicht findet sich hier.

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Kapitel 43

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Autor: Christian J.