Eine merkwürdige Hochzeit in Bärenau

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Stadt Bärenau. Fast ein Jahr ist es nun her, seit die junge Baroness Iralda von Bärenau den Schlunder Ritter Wolfaran von Ochs im Tempel des Heiligen Sighardt zu Bärenau ehelichte. Und alle, die in jenen Tagen in der Stadt zugegen waren, werden sich mit Freude an den Glanz erinnern, welcher dieses außergewöhnliche Ereignis umgab. Umso größer musste nun die Ernüchterung ausfallen, als quasi über Nacht am 7. PRAios 1035 wieder eine Adelshochzeit ins Haus stand. Diesmal wollten die Jungfer Alyssea von Ibelstein und der Ritter Praioswin von Steinfelde öffentlich das Ehegelübde ablegen.

Doch von der aus der Vergangenheit bekannten Ausgelassenheit zu einem solchen Anlass war diesmal nichts zu spüren. Die Familie der Braut war allein durch ihren Vater, den Junker Balian von Ibelstein, vertreten und der Bräutigam hatte gleich gar keine Verwandten mitgebracht, so dass der zufällig anwesende Stallmeister auf Burg Bärenau, Alrik von Eslamsberge, gebeten wurde, die Trauzeugenschaft zu übernehmen. Lediglich die eilig zusammengerufenen Honoratioren der Stadt, die Ibelsteiner Dienerschaft und ein paar anwesende Gläubige gaben dem Gang des Brautpaares vor den Priester einen gewissen Rahmen. Ihre Gnaden Erzian Praiotin Zertel, der weithin als rühriger Prediger bekannt ist, hatte einige Mühe, der Zeremonie die notwendige Würde zu verleihen und verhaspelte sich gar bei seinen Ausführungen über eheliche Treue.

Aber auch so wollte keine rechte Stimmung aufkommen, allein schon durch die Mienen der Beteiligten, in denen von Freude kaum etwas zu erspähen war. Die Jungfer Alyssea erschien bleich und mit starrem Gesichtsausdruck, doch bejahte sie die Zustimmung zu der Verbindung mit klarer Stimme. Als erwarte er unmittelbar einen Angriff, sah sich der grimmig dreinschauende Brautvater beständig um und nahm kaum die Hand vom Schwertgriff. Doch auch der in Bärenau weithin unbekannte Bräutigam schien nicht so recht bei der Sache zu sein. Als er seiner nunmehr Angetrauten den Ring an den Finger stecken wollte, rutschte ihm dieser durch die Finger und rollte bis vor den Altar, wo ihn Ihre Gnaden Greifriede von Krolock aufhob und zurück gab.

Kurz darauf fand die Zeremonie ihr Ende und die kleine Hochzeitsgesellschaft trat unter den verklingenden Segenswünschen der Geweihtenschaft vor die Tempelpforte. Pferde und eine Kutsche standen bereit, die Jungvermählten nahezu unbemerkt aus der Stadt zu bringen, saßen die braven Bürger doch um diese Zeit bei ihrem Mittagsmahle. Über die näheren Umstände zu dieser merkwürdigen Hochzeit war denn auch gar nichts Genaues in Erfahrung zu bringen. Unwissendes Schulterzucken von den einen und grimmiges Schweigen von den anderen waren die einzigen Antworten zu dieser Frage. Umso mehr wird unter der Hand geredet, wenn auch kaum im Guten, und so wird auch diese Bärenauer Hochzeit noch lange in Erinnerung bleiben.

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Texte der Hauptreihe:
K4. Eine merkwürdige Hochzeit in Bärenau
7. Pra 1035 BF
Eine merkwürdige Hochzeit in Bärenau
Foedus Vigilis Garaphani

Kapitel 4

Hochzeitsturnier zu Kressenburg
Autor: Steinfelde