Die Baronshatz von Perricum

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Gareth/Dürsten-Darrenfurt/Edelgrafschaft Perricum. Weit mehr als einen Götterlauf ist es nun schon her, dass die Schlacht an der Trollpforte geschlagen und die Schwarzen Horden gestoppt, der Daimonenmeister gar vernichtet ward. Dennoch setzen die Schergen des Verfluchten den Streitern des Reiches noch immer zu, stets darauf bedacht, ihre Position zu festigen wenn nicht gar noch auszubauen; und dieses nicht nur aus den besetzen Landen heraus, nein auch aus des Reiches Mitte!

Unvergessen sind die Ereignisse zu Mersingen im lngerimmmond des Jahres 28 Hal, als einer der gefürchtetsten Handlanger des Bethaniers aus freien Stücken in die Zwölfgöttlichen Lande zurückkehrte, um sich selbst der Gerichtsbarkeit des Reiches und dem wachenden Auge des Götterfürsten zu unterwerfen: Gero von Hartheide, der Anführer der Schwarzen Reiter, die Angst und Schrecken in den Grenzgebieten verbreitet und unzähligen Flüchtlingen den Tod gebracht hatten. Tod durch das Schwert, so war das Urteil noch auf Burg Mersingen gesprochen, wenngleich die Vollstreckung desselbigen erst zu Gareth und nach vorhergehender hochnotpeinlicher Befragung erfolgen sollte. Die Ergebnisse dieser Befragung wie auch der Inhalt des als „Die Hartheide-Liste“ bekannten Pamphlets, welches der Verräter zu Mersingen überbrachte und die Namen etlicher weiterer Verräter enthalten soll, sind bislang nicht ans Licht der Öffentlichkeit gelangt. Dennoch kursieren die wildesten Gerüchte, und etliche Personen auch von Adel wurden zwischenzeitlich nach Ermittlungen durch die KGlA festgesetzt; ein Umstand, welchem, so munkelt man zu Gareth hinter vorgehaltener Hand, auch ein Gutteil der kürzlich erfolgten Neubelehnungen verschiedener Baronien und Edlengüter zuzuschreiben ist. Bekanntermaßen ward Hartheide bis zum heutigen Tage nicht gerichtet, so dass man wohl vermuten darf, dass er recht viel zu erzählen weiß; Dinge, die zu erfahren der Obrigkeit derart wichtig ist, dass das Schwert des Scharfrichters noch eine Weile auf den Hals des Reichsverräters warten kann.

Eben jene Geschehnisse zu Mersingen, die vergangenen Schlachten wie auch die Ergebnisse des Verhörs waren zu Beginn des Rahjamondes eines der Themen, deren sich Ruffina von Darben-Dürsten, Baronin zu Dürsten-Darrenfurt, Baron Jellinor Tremal von Kollberg zu Weißbarûn und Baron Seraminor Wolfszahn von Gnitzenkuhl widmeten, als sie wie schon so oft zuvor zu Darrenfurt versammelt waren, sind sie einander doch schon seit Jahren freundschaftlich verbunden.

So saß man denn bei einem Becher Wein in der Bibliothek parlierend zusammen, als eine Magd der Baronin hereinstürmte und ihrer Herrin eine Depesche überreichte; die äußerst eilig sein musste und aus Gareth stammen sollte. Ungehalten ob der Störung riss ihre Hochgeboren den Schrieb unwirsch an sich, öffnete das Siegel und begann missmutig zu lesen.

Doch schon nach wenigen Sätzen stockte sie, blickte ihre Gäste an und sprach: „Es gibt Neuigkeiten zu unserem Gesprächsthema. Herr Hartheide scheint ein sehr ausdauernder Plauderer zu sein, der Inhalt dieses Schreibens ist sehr interessant. Ich will es schnell zu Ende lesen und Euch berichten.“ So sprach sie las weiter, während sie zuweilen einige der Sätze vor sich hinmurmelte“… ward Befehl gegeben, folgende Verräter am Reiche und der zwölfgöttlichen Ordnung festzusetzen und der Inquisition zu überstellen ...“. Wenig später hielt sie innen und blickte dem Weißbarûner verwirrt ins Gesicht, was jener mit einem fragenden Blick beantwortete. Als sie zu Ende gelesen hatte. erhob sie sich. stütze die Hände auf den Tisch und sprach: „Was ich hier lesen muss, erschüttert mich zutiefst. Weißbarûn, wie konntet Ihr es wagen?“

Der Angesprochene sprang auf. „Was wollt Ihr damit sagen, meine Freundin?“ Der Gnitzenkuhler blickte verwundert drein.

Die Baronin fuhr fort. „Nennt mich niemals wieder Eure Freundin“, fuhr sie den Weißbarûner an. „Es hat den Anschein, als ob auch Ihr zu den verräterischen Schergen um Hartheide gehöret. Erkläret mir das!“

Während die Hand Baron Seramínor zum Gürtel fuhr und nach dem Dolche tastete, stammelte Baron Jellinor fortwährend „… das kann nicht wahr sein ... eine Intrige ... man hat mich hintergangen“ vor sich hin, bis er schließlich sprach, dass alles erstunken und erlogen sei, um ihm zu schaden.

Die Baronin schien zu zweifeln, doch der Gnitzenkuhler blickte ihn finster an. „Im Namen des Reiches, Ihr seid festgesetzt“, sprach er.

Da öffente sich die Tür abermals, und Kiranee von Dürsten, die Halbschwester der Baronin, welche während der vergangenen Kriegsjahre als Vögtin die Lande Dürsten-Darrenfurt anstelle ihrer Schwester verwaltet hatte, trat ein (die Baronin war als Obristin mit dem kaiserlichen Heer an der Front gewesen). Finster funkelten ihre Augen. als sie den Weißbarûner erblickte.

„Jellinor, bleibt wo Ihr seid. Verräter! Man ist bereits gekommen, um Euch zu holen und nach Gareth zu überstellen. Also, macht keine Dummheitenl“

Baron Jellinor wurde schreckensbleich, fing sich jedoch sogleich wieder. Geschwind stürmte er auf die Tür zu, stieß Kiranee zur Seite (welche dabei so unglücklich fiel, dass sie sich den linken Ami, der noch dazu ihr Schwertarm ist, brach) und riss im Vorbeilaufen eine Schwert von der Wand. Dann sprang er die Treppe hinunter, rannte auf den Hof hinaus und schwang sich auf das erstbeste Pferd. Das alles trug sich derart geschwind zu, dass die unlängst eingetroffenen Soldaten erst in dem Augenblicke, da der Weißbarûner vom Hof galoppierte und die Baronin ein „Haltet ihnl“ in den Hof hinabrief. auf den Flüchtigen aufmerksam wurden. Noch bevor die Soldaten die Verfolgung aufnehmen konnten, war Baron Jellinor schon in einem nahen Wäldchen verschwunden, in welchem sich seine Spur verlor.

Wie Staatsrat Praiodan von Luring nunmehr in Gareth verlauten ließ, kommt die überstürzte Flucht einem Schuldeingeständnis gleich. Jellinor Tremal von Kollberg zum Weißbarûn ward bereits aller Ämter und Würden enthoben und für vogelfrei erklärt. Baronin Ruffina und Baron Seraminor sind nunmehr bestrebt, den Flüchtigen dingfest zu machen und erhoffen sich dabei selbstredend auch die Unterstützung der anderen Perricumer Adelsleut. Es bleibt zu hoffen` dass ihr Vorhaben alsbald gelingen wird.

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Texte der Hauptreihe:
K86. Beginn der Baronshatz von Perricum
Autor: CD