Der Heilige vom Schwarzensee

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Tief im Herzen der Baronie Beldenhag, am Schwarzensee, liegt das gleichnamige Junkergut, ein langgestrecktes Gebäude aus Bruchsteinen, aus dessen Kamin zu jeder Tag und Nachtzeit würzig duftender Rauch von einem gut bewachten Herdfeuer kündet. Hier, abseits der großen Straßen und einen guten Fußmarsch von der nächsten Ansiedlung entfernt, lebt der Junker Ylbur von Schwarzensee zu Beldenhag. Und an diesem mittlerweile mehr denn siebzig Götterläufe zählenden Mann spalten sich die Geister. Es war kurz nach dem Ende des letzten Orkensturmes, als sich der streng tsa- und traviagläubige Edle derjenigen besann, die er als die eigentlichen Opfer der Schlachten sah, der Kriegswaisen. So öffnete er sein Gut für die Ärmsten der Armen und gab den Heimatlosen ein Zuhause. Doch öffnete er seine Arme gleichsam weiter, als es so manchem Greifenfurter lieb zu sein schien: Sechs Halborken, Kinder von Frauen, die der Schwarzpelz mit Gewalt genommen und die diese Schmach nicht ertragen konnten, flohen unter den Schutz des Mannes.

Als klar wurde, dass der Streit unter den Halbwüchsigen wohl zu groß würde, gingen doch einige ältere Waisen die Halborken an, gab er den Mehrteil seiner menschlichen Zöglinge in andere Waisenhäuser und zu Familien und verblieb, nur noch mit drei weiteren Menschenkindern, in dem alten Gemäuer am See. Wie jetzt bekannt wurde, zehrt das Alter sehr an Ylbur und trotz der Hilfe der Halbwüchsigen gelingt es ihm kaum noch, sein Junkergut praiosgefällig zu verwalten. Zwar hat ihm die Traviakirche Hilfe zugesagt und es hat sich wohl auch vom Kloster auf der Traviakron im nahen Dergelstein ein junges Priesterpaar auf den Weg gemacht, den Alten zu unterstützen, gleichwohl hat er auch bei seinem Baron darum ersucht, ihm einen Vogt zur Seite zu stellen, der ihm die Obhut um sein Lehen abnimmt, damit er seine verbleibenden Jahre voll und ganz dem Waisenstift widmen kann.

Baradar von Plaue, der Baron von Beldenhag, hat daraufhin Linnert von Wolfenhain, einen Edlen aus dem Tobrischen, zum Vogt von Schwarzensee zu Beldenhag berufen. Der Edle von Wolfenhain, so sagt man, soll ein sehr umsichtiger und diplomatischer Mann sein, der dem Alten von Schwarzensee vom ersten Augenblick an gefiel. Beide, so raunt man im nahen Dörfchen Knickanger, sollen des Öfteren am Ufer des Sees spazieren und tiefe Gedanken wälzen, dieweil die Frau des Vogtes wohl von Peraine gesegnet ist und schon so mancher Kranken beigestanden ist, ein Segen in den Ausläufern des Finsterkamm, wo ein Medicus so selten ist wie ein Dukat.

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Texte der Hauptreihe:
K18. Der Heilige vom Schwarzensee
Autor: VW