Das geheime Versteck der Räuberbande ist gefunden!

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Das geheime Versteck der Räuberbande ist gefunden!

Habichtjagd

Nur kurz nachdem die letzte Ausgabe des Herolds erschienen war, erreichte die Schreibstube eine bemerkenswerte Kunde. Nach all den Götterläufen, in denen die skrupellose Mordbande der Mark eine so furchtbare Geißel gewesen ist, ist der geheime Horst des Blutigen Habichts endlich entdeckt. Die ZWÖLFE seien gepriesen. Und offenbar haben Ereignisse, über die der Herold kürzlich berichtete, zu dieser Entdeckung geführt.

Die geneigte Leserschaft mag sich erinnern: Die Habichtbande hatte Mitte Rondra bei Lethes Ruh, südlich von Hundsgrab, einen Wagenzug aus Pechackern überfallen, dabei fast alle Leute erschlagen und war mit den geraubten Wagen verschwunden. Mit den Wagen verschwanden acht kräftige Svellttaler Zugpferde und viele Waren, die als Abgaben für die Markgräfliche Steuerkammer gedacht waren. Eine unverhoffte Wendung trat allerdings ein, als nur Tage später die Bande im Finsterrodener Forst von Grenzjägern überrascht und in ein Scharmützel verwickelt wurde. Dies war die entscheidende Spur, um die Habichtjagd zu eröffnen.

Obschon die Grenzjäger die Begegnung mit dem Habicht mit vielen Wunden bezahlen mussten, brachten sie die Kunde davon in Windeseile bis nach Hundsgrab. Sobald dort die Kunde über das Scharmützel eingetroffen war, organisierte Lydia von Kieselburg in Eile eine Schar für die Verfolgung. Mit Gardisten, Reisigen und Freiwilligen zog die Tochter des Barons dann nach Solfsheim. Von dort übernahm Hauptmann Falkenblick mit seinen verbliebenen Grenzjägern die Führung der Truppe in Richtung Finsterkamm. Ab seiner Lehensgrenze verstärkte Baron Genzmer von Radulfshausen die Häscher, um das lichtscheue Geschmeiß mit eigener Faust und Schwert aus Finsterrode zu jagen. Zwar brachte er keine neuen Waffenknechte, doch ihm zur Seite ritt sein Sohn mit in den Kampf.

Nun begann der gefährlichste Teil der Habichtjagd, denn die Spuren führten in unwegsames, waldiges Gelände. Gefährlich auch deshalb, da man nach einer gemeingefährlichen Bande suchte, welche, die Verwundeten aus dem Scharmützel eingerechnet, über 20 Kämpfer hatte, die Verfolger aber nur rund 20 Köpfe zählten. Zudem bepirschte man das gerissene Wolfsrudel im eigenen Revier.

Mit Vorsicht und Geschick nahmen die Grenzjäger die Fährte auf. In den letzten Rondratagen stieß man nahe Beldenhager Lehnsland auf die Räuber. Verborgen im dichten Wald und geschützt durch unwegsames Gelände hatte die Mordbande in den Überresten dessen, was einstmals eine alte Festungsanlage gewesen sein mag, ihr Lager aufgeschlagen. Die Bande fühlte sich so sicher, dass die Häscher ihren Schlag gründlich vorbereiten konnten. Damit war das Ende dieses Räubernestes besiegelt. Obzwar die Räuber erbitterten Widerstand leisteten, wurden sie niedergerungen und wer nicht erschlagen wardt, wurde in Ketten gelegt. Unter den Toten befanden sich auch so berüchtigte Gestalten wie Messer-Torben und die wegen fünffachen Mordes gesuchte Müllerin Jannecke. In der Tat gehörten auch Orken und Halborken zur Habichtbande, die jedoch wurden von den Häschern allesamt niedergemacht. Ob des hartnäckigen Widerstands der Bande haben auch die Verfolger mehr als eine Handvoll Kämpfer verloren und viele Verwundete zu beklagen.

Der aufmerksame Leser wird an dieser Stelle zu Recht fragen: Was ist mit dem Blutigen Habicht? Die Verhöre vor Ort zeigten, dass der Räuberhauptmann mit einigen Getreuen zu diesem Zeitpunkt wohl in der Markgrafschaft Heldentrutz weilte, um Beutegut zu verhehlen. Damit war der Blutige Habicht wieder einmal seiner gerechten Strafe entkommen.

Dennoch ist Lydia von Kieselburg und Genzmer von Radulfshausen ein größerer Erfolg gelungen, als sie zunächst selbst glauben wollten. Sie erhielten Kenntnis von geheimen Lagerstätten und Kontaktpersonen, die der Bande halfen oder von dem Beutegut profitierten. Erschreckende Erkenntnis ist jedoch, dass der Blutige Habicht offenbar Geschäfte mit den Schwarzpelzen machte. Gerüchteweise half der Räuber den Orken bei der Suche nach einem Artefakt des Tairachkultes. In der Tat schien die Bande wenig Probleme mit den Schwarzpelzen zu haben. Dies mag auch eine Erklärung dafür sein, warum die Bande in potentiell orkgefährdetem Gebiet ein sicheres Versteck finden konnte. Nun ist dieses Nest jedoch ausgehoben. Auch bekamen sie aus den Gefangenen heraus, dass im Beldenhagschen durch orkischen Marodeure ein Raubzug drohe. Die Vogtei Kieselborn und der nahe Weiler Ilmengrund sollten das Ziel sein.

Das Wissen um den drohenden Raubzug war denn auch Grund genug, um baldigst aufzubrechen. Baronett Lydia von Kieselburg verbrachte Gefangene und Beutegut gen Süden, während Baron Genzmer nach Beldenhag aufbrach. Da Baradar von Plaue – die ZWÖLFE mögen über seine Taten richten – in der Heldentrutz gefallen war, fehlte der Baronie ein wenig die ordnende Hand. Für die dortige Junkerin, Uschel von Keilholz-Kieselholm zu Kieselborn, kam die bedrohliche Kunde völlig überraschend. Umgehend mobilisierte sie gemeinsam mit dem Habichtjäger alle wehrfähigen Männer und Frauen und wartete dann auf Verstärkung von Seiten Retos von Schattenstein. Baronett Lydia und der Baron hatten ihn in einer gemeinsamen Botschaft um Unterstützung gebeten. Es vergingen bange Tage, dann trafen je zwölf markgräfliche Ritter und Bogner in Kieselborn ein – eine beachtliche Schar, wenn man bedenkt, dass auch die Wacht am Finsterkamm aufrechterhalten werden muss. Offenbar hatte der Heermeister einen Teil seiner persönlichen Leibwache entsandt.

Der Orkenbande muss diese Vorbereitung nicht entgangen sein. Jedenfalls blieb der Überfall, den Göttern sei’s gedankt, aus und die Menschen konnten wieder an die bevorstehende Ernte denken. Dem Baron von Finsterrode und der Baronett von Kieselburg wurde von Seiten der Greifin Lob und Anerkennung für ihr entschlossenes Handeln ausgesprochen. Den Greifenfurter Bürgern wird dieser Tage wohl noch ein besonderes Schauspiel zuteil, wenn die gefassten Räuber öffentlich hingerichtet werden. Ein sichtbares Zeichen dafür, dass sich die praiosgefällige Ordnung letztendlich durchsetzt.

Anzumerken ist noch, dass der Junker zu Pechackern, Anselm Hilberan von Hundsgrab-Bugenbühl, mit einer schockierenden Nachricht begrüßt wurde, als er von der Turnei zu Wehrheim heimkehrte. Schließlich war es sein Lehen, welches die Hauptlast bei den zuletzt geraubten Güter, Wagen und Pferden zu tragen hatte, die Toten nicht mitgerechnet. Daher erfüllte ihn die Wendung der Dinge mit grimmiger Zufriedenheit. Alldieweil der Kopf der Bande noch zu seinem Glück fehlt, setzte er für die Ergreifung des Blutigen Habichts ein Kopfgeld von 100 Dukaten aus – tot oder lebendig.

Gerüchteweise überwintert der Blutige Habicht nun, dieweil er seines Horstes verlustig gegangen ist, in der Heldentrutz. Allda, wo es bedauerlicherweise um die Ordnung noch nicht zum Besten bestellt ist, kann er sich ungesehen und ungestraft aufhalten. Die beiden Habichtjäger jedenfalls haben Kundschafter nach Nordhag geschickt, um dort nach Hinweisen des Räubers zu suchen. Die Jagd hat erst begonnen.

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Texte der Hauptreihe:
K37. Das geheime Versteck der Räuberbande ist gefunden!
30. Tra 1027 BF
Das geheime Versteck der Räuberbande ist gefunden!
Klöster und Tempel in Greifenfurt

Kapitel 36

TSAs Segen in Waldstein