Das Warten hat ein Ende

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Das Warten hat ein Ende, Hartsteen greift zu den Waffen!

Grafschaft Hartsteen im PHEx 1030 BF. Kriegsgeschrei, das Heulen verletzter Pferde und das dumpfe Stöhnen sterbender Soldaten. Für die Grafschaft Hartsteen wiederholt sich der Schrecken der letzten Jahre. Die Ritter aus dem Lager des Luidor von Hartsteen haben die Wintermonde zur Rüstung genutzt, und unausweichlich nähert sich nun wahrscheinlich der Tag der Eskalation der Grafenfehde.

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Die Vorzeichen jedenfalls stehen auf Sturm. In Nadriansfurt wie in Ebenhain ist es das gleiche Bild: junge Männer und Frauen, die von harter Hand an Piken oder Bögen geübt werden. Der Ton des Ausbilders ist schneidig und unbarmherzig. Jeder Handgriff muss sitzen bei der Begegnung mit dem Feind. Olruk, ein Knabe fast noch mit seinen siebzehn Götterläufen, präsentiert sich stolz in der vor Kälte klirrenden Luft. „Mein Vater Brinian kam schwer verkrüppelt, ohne Beine, aus der Schlacht um Gareth zurück“, sagt er stolz über den versehrten Sensenschmied aus einem Dorf nahe Bugenhog. Aber das ficht ihn nicht an. „Wenn wir gewinnen, dann wird er Tränen des Stolzes über seinen Sohn vergießen!“

Insgesamt mehr als zwei Dutzend Ritter aus sechs Hartsteener Familien scheinen sich dem Aufruf des Oberhartsteeners angeschlossen zu haben. Unter dem Oberbefehl des umstrittenen Natzunger Barons Bodebert von Windischgrütz haben sich die tapfersten Ritter zusammengetan, wie der wagemutige Felan Rondrik von Schallenberg oder dem alten ehrwürdigen Schlachtross Peridan Leumar von Allingen. Die ehrenwerten Ritter von Steinfelde und Gneppeldotz stehen, auch wenn zwischen ihnen mancher Hader besteht, geschlossen hinter ihrem Grafen.

Und es gibt Gerüchte, dass sich ebenfalls aus dem Reichsforst, der Traviamark und sogar den Nordmarken mancher tapferer Recke dem Zug anschließen will. Die Verbindungen der Hartsteens reichen weit und tief. Viele alte Verbindlichkeiten mögen wieder hervorgeholt worden sein und so mancher alter Schwur mag sich erneuert haben. Jedenfalls befindet sich eine stattliche Anzahl Ritter aus allen Himmelsrichtungen auf dem Weg nach Hartsteen.

Doch gegen wen will der Hartsteener dieses beeindruckende Heer schicken? Die nicht enden wollenden Gerüchte über einen Schwarzmagier im nordhartsteenschen Appelhof rechtfertigen noch lange nicht eine so große Streitmacht von fast fünfhundert Streitern. Man darf natürlich die Schrecken der Wilden Mark nicht unterschätzen, und über welche Macht die Zauberer Aventuriens verfügen, wissen wir aus all den vielen Mähren und Legenden aus den Zeiten der Magierkriege.

So mag vielleicht doch die trutzige Festung Feidewald das heimliche Ziel des Oberhartsteeners sein. Ein großes Söldnerheer hat Graf Geismar II. in den letzten Monden zusammengesammelt. Am Fuß der Festung lagern nahezu dreihundert Söldlinge, vornehmlich aus dem Nebachotischen und Andergastischen, bewehrt mit schweren Waffen und Rüstungen, und warten ihrerseits auf das Zeichen, endlich in die Schlacht ziehen zu dürfen. Ihnen ist der Streit der Grafen nichts anderes als eine wohlfeil verdiente Münze. Wen sie dafür erschlagen müssen, das kümmert sie nicht. Sie haben sich den Lehren des drachenköpfigen Sohnes Rondras verschrieben und kennen keine Gnade mit niemanden.

Olruk macht sich darüber keine Gedanken. „Die hohen Herren wissen viel besser als wir einfache Menschen, was die Götter wünschen“, sagt er mit treuem Blick in einer der wenigen und kurzen Pausen. Ein trockenes Stück Brot und eisiges Wasser sind seine Ration, bevor er wieder die Pike greifen muss, um zu üben. Damit sein verkrüppelter Vater stolz auf ihn sein kann.

Jergan Darbental, Herold-Korrespondent aus Hartsteen