Das Pöhlchen-Spiel

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Das Pöhlches-Spiel (ein typisch Spiel des Greifenfurter Volkes)

Jenes Spiel, das die Bauern Pöhlches nennen, entdeckte ich zuerst in der Baronie Quastenbroich. Ich wollte von Gareth nach Greifenfurt und hatte die Abkürzung übers Land gewählt zum einen um ein wenig Zeit zu sparen und zum anderen natürlich um mir mal wieder ein frisches Schlückchen des bekannten Quastenbräus zu gönnen, denn schließlich sind wir - oft entgegen der Meinung, die man von uns Geweihten zu haben scheint - einem guten Bier nicht abgeneigt und das Quastenbräu hat einen durchaus guten Ruf. Als ich die ersten Häuser von Oberquasten erreichte fiel mir eine Ansammlung von Bauern auf die im Gras standen und kleine Pflöcke in die Erde rammten. Wer dies das erste Mal sieht mag es wohl durchaus ein wenig seltsam finden und so kann man meine Neugier sicherlich gut verstehen. Unter den erstaunten Blicken der Leute gesellte ich mich zu der Runde und gebot ihnen fortzufahren, was sie denn auch etwas zaghaft doch dann im Spieleifer gefangen immer ungezwungener taten, denn ein Spiel war es in der Tat was sie da trieben.

Wie so viele Spiele der Bauern war auch dieses hier sehr einfach aber doch unterhaltsam und so hatte ich die Regeln recht bald durchschaut:

Jeder Spieler hat einzig einen etwa 1/3-Schritt langen Pflock, der Pöhlches geheißen wird und nach dem das Spiel seinen Namen hat. Welche dicke dieser Stab haben muß ist glaube ich nicht vorgeschrieben, denn ich sah Leute mit sehr dicken als auch mit recht schlanken Pöhlches, wobei die großen Pflöcke allgemein schwerer zu werfen sind, aber dafür auch schwieriger umgeworfen werden können, was sich im weiteren Verlauf des Spiels als wichtig erweisen mag.

Der erste Spieler, stets der Gewinner der letzten Runde, wirft seinen Pflock mit der Spitze nach unten in ein weiches Stück Wiese, wobei er versucht den Pfahl möglichst gerade und möglichst tief zu versenken. Alle weiteren Spieler, es wird nun im Kreis herum geworfen, versuchen die Pöhlches der anderen umzuwerfen und dabei gleichzeitig ihr Pöhlches möglichst fest in den Boden zu treiben. Jeder Spieler dessen Pöhlches flach auf der Wiese liegt scheidet aus, sei dies durch einen eigenen Fehlwurf oder den Wurf eines anderen passiert. Sind nur noch zwei Pöhlches übrig und ein Spieler wirft mit einem Wurf sowohl sein eigenes als auch das des Gegners um, so hat der Werfer verloren.

So einfach das Spiel auch ist, so benötigt man doch Geschick und ein klein wenig Taktik, denn oftmals werden die Stöcke einfach in den Boden geworfen bis ein anderer einen schlechten Wurf macht und somit eine Stelle zum "Angriff" bietet, in etwa einem Fechtkampf vergleichbar. Daß auch Geschick von Nöten ist merkte ich spätestens als mich ein Bauer fragte, ob ich nicht auch einmal ein Pöhlches schwingen wolle ...

(Aus einem Bericht des reisenden Hesindegeweihten Xananthos Darbin)

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Texte der Hauptreihe:
K5. Das Pöhlchen-Spiel
Autor: Bone