Brunis Bunter Bilderbogen Herold 21

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Keiler, Hennen und Stallbenehmen

Von unserer Gesellschaftsreporterin Brunchildis Schnepfengrund

Brunis Bunter Bilderbogen

Da sage noch einer, in Greifenfurt gehe es beschaulich zu. Die Ereignisse der letzten Monde sprechen da eine ganz andere Sprache. Hatte die Nachricht von 2000 Orken vor Teshkal noch dafür gesorgt, dass landauf landab in der Mark der Bauer die Scholle verließ und den Dreschflegel gegen das Kurzschwert eintauschte, um sich zur Landständeversammlung zu begeben, so brachten die folgenden Monde eine sichtliche Entspannung. Der Schwarzpelz zog gen Albernia, die Landwehr wurde vorsichtig reduziert, um die Ernte einzubringen und die Markgräfin reichte ihre Hand dem Koscher Erbprinzen. Dass die Märker zu Teilen darüber nicht sehr glücklich waren, wir haben getreulich darüber berichtet.

Dass hiervon auch das märkische Leben nicht verschont blieb, wen wundert es. Die Kleider wurden oft gegen eine Mode eingetauscht, die hinter vorgehaltener Hand als „Hennenputz" bekannt ist. Die Meisterin der Mark mit ihrem Beharren auf Bluse und Beinkleid macht es Frau wahrlich nicht leicht, sich zu gesellschaftlichen Anlässen passend zu kleiden. Nichtsdestotrotz hat die angespannte politische Lage dafür gesorgt, dass immer öfter zur Kette gegriffen wird und der Taft im Schrank bleibt, ein Umstand, der die Schmiede freut, gleichwohl schon so mancher Gewandschneider Greifenfurts am Hungertuche nagt.

Wiewohl das Leben in der Mark auch unter der dräuenden Gefahr weiterhin voranschreitet, mehren sich irritierende Nachrichten von der Front, wie aus dem Palast. So soll die Markgräfin seit längerer Zeit unter beklagenswerten Stimmungsschwankungen leiden. Ja manch einer behauptet sogar, sie leide an einer seltenen Magenkrankheit, streicht sie sich doch öfter unbewusst über den Bauch und neigt sie doch in letzter Zeit dazu, mal ungebremst, mal wieder gar nicht zu essen. Nadyana von Wengenholm, ihre erste Hofjungfer, schweigt wie ein Puniner. Indessen mehren sich Gerüchte, Tsa habe die Markgräfin und den Koscher Erbprinzen in der Hochzeitsnacht reich beschenkt. Woran die Markgräfin leidet - wir werden sehen.

Unterdessen kam es im Lichthag zu offenen Auseinandersetzungen des Adels. Baradar von Plaue, Baron von Beldenhag und ehemaliger Baron im tobrischen Keilerau, weigerte sich, das Kommando seiner Truppen aus der Hand zu geben. Ja er suchte gar eine offene Konfrontation mit den an seiner Seite stationierten Edlen, allen voran dem Dunkelsfarner und der Dergelsteinerin. Offene Feindseligkeit und eine empfindliche Störung der militärischen Ordnung waren die Folge und Beschwerde erging aus vielen Händen an die Meisterin der Mark. Diese löste das Problem auf die ihr eigene Art und Weise. Sozusagen im Handstreich stellte sie die Ordnung wieder her, indem sie von Plaue forderte und über ihn triumphierte. Ob damit die Schwierigkeiten von Dere geschafft wurden kann bezweifelt werden. Schon schwillt der Hass aufs Neue, schon beklagen die Tobrier abermals den Verlust der Heimat und bereits jetzt scheint klar, dass der Streit zwischen Henne und Keiler nur ein erster Stich in einem weit größeren Streit ist. Ein Stich in Streit um die Tobrierfrage, die weiterhin schwelt.

Im Firun dann brannten die Wachtfeuer auf dem Finsterkamm erneut auf und die Rufe der Kriegshörner brandeten wie eine Woge über die ganze Mark. Die Dörfler zogen sich wieder in die Wehrtempel und Burgen zurück und die Meldereiter verkündeten: Die Orken sind aus dem Finsterkamm nach Weiden eingedrungen und verheeren die Heldentrutz!

Sofort wurde die Wacht verstärkt, die Kräfte zusammengezogen. Edelbrecht von Eberstamm brach unterdessen im Phex auf gen Finsterkamm, in Begleitung seiner Falkenritter, des Marschalls der Mark und etlicher angesehener Ritter und Edlen. Über den Saljethweg soll die Gruppe durch die Finsterklamm einsteigen, dann an den Ruinen von Arras de Motte vorbei und von dort aus weiter bis Yrramis reiten, um von dort über den Nôrnstieg nach Nordhag zu gelangen und so den Horden der Schwarzpelze in den Rücken zu fallen. Und während die Bauern um ihre Liebsten und die Mütter um ihre Kinder bangen, mehren sich Berichte von Schwarzpelzen und von Greifen auf den Hängen des Finsterkammes. Wo das noch hinführen wird wissen die Götter. Aber eines ist sicher: Die Wacht bleibt bestehen und trotzt dem Schwarzpelz, so lange die Herzen der Märker nicht aufgehört haben zu schlagen.

Eure Brunchildis Schnepfengrund

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Texte der Hauptreihe:
K28. Keiler, Hennen und Stallbenehmen
Autor: VW