Brautschau in Albernia

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Prinzessin von Reichsforst reist als Kandidatin zur Wahl der künftigen Fürstin von Albernia nach Havena.

Schon seit einiger Zeit war bekannt geworden, dass sich der junge Prinz Finnian ui Bennain von Albernia in Kürze eine Gemahlin wählen würde. Zu diesem Zwecke waren Einladungsschrieben aus Havena an die vornehmen Häuser sowohl innerhalb des Mittelreiches als auch nach außerhalb gesandt worden, auf dass die heiratswilligen jungen Damen am Fürstenhofe vorstellig werden würden. Auch im Herzen des Reiches erfuhr man davon, und schon bald fiel der Beschluss, die würdigste Vertreterin Garetiens, namentlich die Prinzessin von Reichsforst, Irnfrede von Luring-Hirschfurten, die Enkelin des Reichsforster Grafen Danos von Luring, im zarten Alter von 12 Götterläufen gen Havena zu entsenden, schließlich wollte man dem Fürstentum im Westen nur das Beste bieten, auch und gerade will das Verhältnis zwischen Albernia und Garetien in den letzten Jahren nicht immer das Beste war.

Das Haus von Luring ist in Albernia nicht unbekannt, ist doch Aisco von Luring der Gemahl von Franka Salva Galahan, der Gräfin zu Honingen. Aufgrund des tadellosen Rufes und der guten Beziehungen in das westliche Fürstentum rechnete man sich gute Chancen aus, die künftige Fürstin Albernias stellen zu dürfen. Als Reisebegleitung der jungen Irnfrede hatte sich niemand Geringeres als ihr Stiefvater Baron Nimmgalf von Hirschfurten bereit erklärt, der seinerseits nicht nur von seinem üblichen Gefolge aus Rittern und Waffenknechten, sondern auch von der albernisch-stämmigen Perricumer Vögtin Lyn ni Niamad von Brendiltal begleitet wurde. Trotz der schlimmen Fehde, die in den letzten beiden Götterläufen zwischen den beiden großen Ritterbünden, den Pfortenrittern zu denen Baron Nimmgalf zählt, und den Pulethanern, herrschte – bekanntlich ist Lyn die Witwe des Raul von Brendiltal, der den Pulethanern angehörte – hatten die beiden Edelleute ihre Freundschaft über die Fehde hinaus erhalten können. So sah der Baron dies als gute Gelegenheit, um einerseits die Freundschaft weiter zu festigen, und andererseits der jungen Irnfrede einiges zum Leben am albernischen Fürstenhof beibringen zu lassen.

In Havena hatten sich derweil viele namhafte Kandidatinnen eingefunden. Gleich drei Bewerberinnen aus hohen albernischen Häusern waren angetreten, dazu noch weitere Damen von edlem Geblüt aus Almada, dem Kosch, dem Herzogtum Weiden und dem ehemaligen Darpatien. Doch auch aus den Nachbarländern waren einige liebreizende Maiden eingetroffen. So entsandte das Horasreich ebenfalls zwei Damen, wovon die eine jedoch noch sehr jung an Jahren, dafür aber die Tochter des Herzogs Cusimo von Grangor war. Und selbst aus dem fernen Al’Anfa und aus Thorwal waren Mitbewerberinnen eingetroffen, die das Herz des jungen Prinzen zu gewinnen versuchten. Doch die Wahl sollte nicht einfach nur von der Laune und dem Gefallen des Prinzen oder von politischem Kalkül der Regentin abhängen. Vielmehr hatte ein jeder Bewerber nun die ehrenvolle Aufgabe, sich um Mitstreiter für seine Kandidatin zu bemühen. Diese mussten dann in verschiedenen Aufgaben, die alle im Sinne eines Zwölfgottes gestellt waren, beweisen, dass gerade ihre Kandidatin die Richtige sei. Zum Beispiel wurde in einer borongefälligen Philosophiestunde über einen guten Tod sinniert, während die Teilnehmer der Tsa-Aufgabe ein einem gewichtigen Aspekt ihres Lebens einen Neubeginn verkünden mussten.

Gekrönt wurde das Spektakel schließlich von einer Regatta auf dem großen Fluss, bei welcher es zu einigen seltsamen Vorfällen kam, da augenscheinlich ein paar dem Fürstenhaus übel gesonnene Subjekte die Wahl zu sabotieren versuchten. Doch letztlich konnten diese mit vereinten Kräften beseitigt, und sämtliche Gefahren gebannt werden.

Trotz ihrer sehr guten Voraussetzungen und dem guten Abschneiden ihrer Fürsprecher, konnte sich die garetische Kandidatin Irnfrede von LuringHirschfurten jedoch am Ende nicht durchsetzen und musste gemeinsam mit ihrem Stiefvater, der dafür sogar den politisch wichtigen Konvent zu Auenwacht ausgelassen und stattdessen seine Vertreterin entsandt hatte, die Rückreise in die Heimat antreten. Letztlich fiel die Wahl auf Tarlena von Draustein, eine Dame aus dem alten albernischen Haus Stepahan.

Über diese Entscheidung mag man geteilter Meinung sein. Zwar mag es so dem albernischen Herrscherhaus gelingen, die eigenen Vasallen näher an die Krone zu binden und so für innerpolitische Ruhe zu sorgen, jedoch ließ man zugleich die große Chance auf einen Schulterschluss mit einem der mächtigen Häuser der Kernprovinzen des Reiches aus, was sich zweifellos nach den schlimmen Jahren des Bürgerkrieges in Albernia außenpolitisch als großer Segen hätte erweisen können.

Marbert Fichtner

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Texte der Hauptreihe:
K46. Brautschau in Albernia
Autor: IBa