Auf verschlungenen Pfaden

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Wer schlussendlich den Ausschlag gab, ist kaum mehr zu sagen. Vermutlich dürften die Hauptförderer der Idee des Ausbaus des Handelswegs von Gareth über Eslamsroden nach Weiden irgendwo im Hundsgrabschen sitzen. Die Vermutung liegt nahe, dass der Pechbaron, der Junker von Pechackern und Baron von Hundsgrab, Anselm Hilberan von Hundsgrab-Bugenbühl zumindest der erste Vertreter des Hochadels war, der sich klar für den Bau einer neuen Verbi-dung an Wehrheim vorbei durch den Reichsforst ausgesprochen hat. Doch wie immer bei solchen Vorhaben stellte sich auch hier die Frage: wer soll das bezahlen? In Vorleistung zu treten würden sich selbst die Barone bei einem solchen Vorhaben nicht leisten können, und so kam es zu nicht wenigen Bittschreiben an unsere geliebte Greifin ein derartiges Vorhaben zu unterstützen. Aber auch die Gegenstimmen erhoben sich in den Ohren unserer Markgräfin Irmenella von Wertlingen. Allen voran waren dies die Händler und Schulzen entlang der Breite. Diese fürchteten wohl nicht zu Unrecht, dass sie den kleinen Teil des Handels, der nach Entstehung der Wildermark den sicheren aber langen Weg in Kauf nahm, wieder verlieren könnten.

Alsbald jedoch begannen auch andere sich für den „Elfenpfad“, wie die geplante Route nun genannt wurde, zu interessieren. Barone links und rechts des Weges begannen zu fordern, dass eine neue Straße auch durch „ihre” Lande zu führen habe. Hatten die fleißigen Handwerker unseres schönen Greifenfurts zunächst noch freudig auf die Pläne reagiert, wandelte sich die Unterstützung schnell in Missmut, als offenkundig wurde, dass auch die Barone von Eslamsroden und Schnayttach forderten, dass der Weg durch Ihre Lande zu führen habe.

Und als dann auch noch die Familienbande der Keilhöltzer einen verschlunge-nen Pfad über Kressenburg und Eslamsroden ins Spiel brachten, war in der Greifenfurtschen Händlerschaft kein Halten mehr: „Es kann nicht angehen, dass man der Reichsstadt auf solche Weise das Wasser abgraben will!” soll Rank von Parsenburg geflucht haben. Da wusste er noch nicht einmal, dass der Pfad eines der wichtigsten Themen des großen Kabinetts werden würde. Denn nichts anderes hatten die hochwohlgeborenen Herren und Damen beschlossen. In seltener Einigkeit hatte man sich gar mit dem sonst ganz und gar unbeliebten Waldsteiner Adel zusammengerauft und die Gemeinsamkeit in der Hoffnung auf zukünftige Einnahmen gefunden. Derart groß schien die Unterstützung, dass man beschloss zu versuchen, den Bau des Pfades als Aufgabe für das Reich durchzusetzen, wohlwissend, dass eine gemeinsame Front aus garetischen und märkischen Adel auf dem Kabinett ein großes Gewicht haben würde. Schlussendlich fand man sogar noch unerwartete Unterstützung im Zedernkabinett. Alara vom Eberstamm, die Burggräfin zu Ochsenblut, hatte die sich anbahnenden Möglichkeiten erkannt und hofft, wohl nicht zu Unrecht, dass Kaiserlich Ochsenblut als Beginn und Ende des neuen Weges eine spürbare Belebung erhalten würde.

„Wie kann es angehen, dass das Reich diese vermaledeite Straße bauen und erhalten soll, während die Barone sich die Taschen vollstopfen und die wichtigste Reichsstadt im Märkischen einfach umgangen wird?“ mit derartigen Ausrufen reagierte der Rat Greifenfurts, während sich in Eslamsroden Gernot von Rothenborn die Hände rieb und hoffte, dass seine Stadt an Einfluss gewinnen würde. Auch auf dem Kabinett selbst war der Riss, der sich ob des Elfenfades durch die Greifenfurter Delegation zog, durchaus zu spüren. Während die einen den Elfenpfad zur wohl wichtigste Aufgabe zum Wohle Greifenfurts hochstilisierten, versuchten vor allem die Vertreter der Stadt Greifenfurt noch Unterstützer gegen diesen „Hirnfurz“ zu gewinnen. Und auch von den Anrainern der Reichsstraße Gareth–Wehrheim kam durchaus ein nicht unbedeutender Widerstand. Noch kurz vor den abschließenden Beratungen bemerkte Dankwart zu Stippwitz von Bugenbühl, der im Gefolge seines Herren, des Barons von Hundsgrab, angereist war: „Ich hoffe nur, dass das Zedernkabinett nicht noch Stellung bezieht und irgendwer alte Schulden eintreibt. Im Moment bin ich guter Dinge, das wir diese unsägliche Situation - Ihr wisst schon: das zerstörte Wehrheim - die unseren Handel derart zum Erlie-gen bringt, auf einfache und effiziente Weise beseitigen können. Nur wenn die Verbindungen zwischen den Provinzen des Reiches stark sind, kann auch das Reich stark sein.“ Der Ratschluss des Kabinetts indes ist nun Geschichte, doch will ich ihn Euch, werte Leser, nicht vorenthalten. Es soll der verschlungene Pfad der Elfen neu beschritten werden, und wir werden sehen ob und wie die Zukunft diesen Weg führen wird, und ob die Götter ihm gewogen sind.

Aridor Praioslieb

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Texte der Hauptreihe:
K42. Auf verschlungenen Pfaden
Autor: ThP