Überraschender Wechsel in der Staatscantzley

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AUENWACHT Mit diesem Abgang des höchst umstrittenen und wenig geachteten Staatsrates Horbald von Schroeckh hatte niemand gerechnet - wie es schien auch in den oberen Etagen des garetischen Ständehauses nicht. Ein zerschelltes Weinglas, das dem Garether Markvogten Barnhelm von Rabenmund »vor Schroeckh« entglitt, mag hier symbolisch gewesen sein. Der Staatsrat hatte sich mit emotionalen Worten aus dem Amt verabschiedet, dem garetischen Adel rief er entgegen: »Seht zu, wie Ihr einen neuen Dummkopf findet!«

Das indes war nicht so einfach. Der Adel, der in Auenwacht sowieso schon durch zahlreiche Streitfragen aufgestachelt und in politische Lager mit unterschiedlichen Interessen gespalten war, sollte nun - am besten auch noch aus den Anwesenden - einen neuen Chef für die garetische Staatscantzeley finden. Dass Horulf von Luring und Alrik von Gareth ins Gespräch gebracht wurden, überraschte kaum jemanden. Aber dass Parinor von Borstenfeld seinen Hut in den Ring warf, durchaus. Der Bugenhoger Pfalzgraf ist mindestens so umstritten wie von Schroeckh, wenn auch weitaus gefährlicher. Die vierte Personalie hätten selbst passionierte Polithasen nicht auf ihrem Blatt gehabt: Lanzeslaus von Ruchin bewarb sich ebenfalls um den Staatsratsposten. Der Mann ist hochgeachtet und gilt als Held und kluger Kopf dazu. Aber ihm fehlen beide Arme - wie soll jemand das Königreich mit starker Hand regieren?

Am letzten Tag des Großen Cabinetts einigten sich die garetischen Stände in einer Entscheidung zwischen Ruchin und Luring für Horulf von Luring, den sie der Königin als neuen Staatsrat vorschlugen.

Bereits am 10. Rahja erhielt Luring Privataudienz bei Ihrer Majestät. Es dauerte mehrere Stunden, ehe beim öffentlichen Schluss der allgemeinen Audienz im Thronsaal der Pfalz Gerbaldsberg Horulf von Luring die Amtskette sowie das königliche Siegel übergeben wurde. Überraschend indes war, dass Horulf zum alten Titel des königlichen Amtwalters zurückkehrte und fortan als »Cantzler Garetiens« zu bezeichnen sei. Damit ist der Titel eines Staatsrates passé - eine Erfindung der Retozeit, die heutzutage vor allem mit einem ganz bestimmten Namen verbunden wird: Praiodan von Luring, der als Lenker Garetiens in besonders schwerer Zeit einen tiefen Eindruck hinterlassen hat. Und jener Staatsrat ist zudem der jüngere Bruder des heutigen Cantzlers - und beider Vater war der erste Staatsrat, den Garetien hatte.

Zumindest die familiären Voraussetzungen könnten also besser nicht sein. Auf den neuen Cantzler kommen ein paar knifflige Aufgaben zu. Die erste zu lösende Frage ist: Wie geht das Zedernkabinett mit den Umtrieben und anrüchigen Handlungen Parinors von Borstenfeld um? Hier wird Horulf von Luring seine Autorität beweisen müssen.

Zum anderen wird ein dringliches Problem die Konsolidierung der Finanzen sein. Nicht nur die Alriksmark ist bankrott, auch andere Lehen stehen nahe am Abgrund ihrer gähnenden Kassen. Noch mehr Schulden in das schwarze Loche zu werfen, kann den Adligen Garetiens nicht zu empfehlen sein - hier wird der Cantzler tätig werden müssen.

Und drittens geht es um die Befriedung der Wildermark, um die wieder hergestellte Ruhe in Hartsteen und im nördlichen Wehrheimschen. Der Herold wird berichten.

Jagodar von Galothini (BB)

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Texte der Hauptreihe:
K55. Überraschender Wechsel in der Staatscantzley
Autor: BB