Zwingsteiner Brachenhatz – Blick von oben herab

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Burg Zwingstein, Kaiserlich Brachenwacht, Boron 1042 BF

Welch illuster Haufen, dachte sich Madaia von Alding, als sie ihren Blick durch die Reihen der Anwesenden gleiten ließ. Während der Markvogt der Kaisermark eher Bürgerliche und auswärtige Adlige auserkoren hatte, setzte der Rat der Helden von Gareth auf alten, großgaretischen Adel – verkehrte Welt. Es war für alle offenkundig welche der Brachenritter von der Reichsstadt unterstützt wurde und welche nicht. Die edlen Damen der drei nördlichsten Wachten waren nicht nur mit großen Gefolge angereist, sie waren auch noch weit besser ausgerüstet als die ihre südlichen Nachbarn. Doch wunderte sich Madaia nicht im geringsten, schließlich hatten sie weit mehr Mittel zum Bau ihrer Burgen erhalten als sie in ihren Planungen veranschlagt hatten. So blieb mehr Gold für das Anheuern und Ausrüsten von Bewaffneten – und das ein oder andere Extra, wie etwa die Koschbasaltkavernen im Herzen ihrer Burg Splitterwacht, die nahe dem gesplitterten Berg über das dämonisch verfluchte Areal wachte. Die neckische Jagd nach pervertierten Ebern oder ähnlichem entlockte der Reichsrittern aus Perricum nicht ein müdes Lächeln. SIE leistete die wirklich gefährliche Arbeit.

Oft hatte sie sich gefragt warum gerade sie in den Kreis der Auserwählten gekommen war. Nun, dieses Rätsel wurde gelüftet, als sie Besuch von Baldwin von Auerstein bekam, dem beste Verbindungen zum Kaisergemahl Rondrigan Paligan nachgesagt wurden. Von Irida von Gryffingk musste sie, dass sie als frühere Hausritterin des Marktvogtes eben jenen sehr nahe stand. Nun und die Brachenhag war bestens vernetzt im Garether Stadtadel. Madaia glaubte, das ein jeder der Anwesenden aus einem bestimmten Grunde hier war. Das spürte sie, nein, das hatte sie in ihren Träumen gesehen. Ein jeder hier hatte seine Aufgabe zu erfüllen – auch wenn es nur die eines unbedeutenden Handlangers für weitaus größere Mächte war. Am Ende war doch ein jeder nur eine Figur im Spiel der großen Politik der Mächtigen – Gefahren der Brache hin oder her. Die Kunst lag darin, die Spielregeln zu kennen und das Spiel für sich zu nutzen.

Das poltern eines Trinkbechers riss Madaia aus ihren Gedanken. Es war ihre Sitznachbarin Yasinthe von Brachenhag die genervt ihre Augen verdrehte und einen Pagen aufforderte mehr Wein zu bringen. Anders war es nicht zu ertragen. Wie lange hatten sie den anderen Wächtern nun schon zuhören müssen? Viel zu lange! Dieses lästige Heiligengeschwafel. Mersingen stand für den Heiligen Hlûthar ein. Der Vairningen wollten den Heiligen Gilborn, der Orkenwaller auch, der Eichstein ebenfalls einen Heiligen des Götterfürsten, aber irgendwie einen anderen. Der Ostbriskener favorisierte dann doch lieber einer aus der Kirche es Gottes der Jagd, schließlich wollte man ja Jagd auf dämonische Kreaturen machen. Oder wollte der Ostbrisken gleich einen aus allen drei genannten Kirchen? Madaia hatte nicht richtig zugehört. Die Albernierin wollte dann gleich alle zwölf Kirchen einbezogen haben, was der Vairningen augenscheinlich sehr belustigend fand. Tja, Albernier und Nordmärker waren wohl immer noch einander wie Katze und Maus. Fragte sich nur wer in diesem Falle was war.

Schließlich war es Reichsjunkerin Yasinthe die sich erhob und mit kräftiger Stimme zu den Versammelten sprach. „Dieses Geschwafel ist was für die Pfaffen. Unsere Aufgabe ist es Jagd auf die Kreaturen der Brache zu machen. Ein jeder der erfolgreich wiederkehrt, kann sich dann NACH getaner Pflicht wieder dem Müßiggang widmen.“ Der Blick, der die Runde durchschnitt, hatte etwas abschätziges. „Möge der Götterdienst in der Frühe uns die nötige Kraft geben das Dämonengezücht zu vernichten!“