Zwei Reiche, eine Hochzeit – Gänsegeschnatter

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Rommilys, Markgrafschaft Rommilyser Mark, Ende Peraine 1041 BF:

Reto Eorcaïdos von Aimar-Gor war mit seiner Entourage im Stadthaus eines befreundeten Adligen untergekommen. Von den großen Fenstern aus konnte man gar den Markgrafenpalast sehen. Welch Luxus, denn in der Stadt war es nahezu unmöglich noch eine standesgemäße Unterkunft zu bekommen. Die Hochzeitsfeierlichkeiten zwischen den beiden Reichen zog so manchen in die Stadt. Mochte der Anlass auch der selbe sein, die Beweggründen waren sicherlich unterschiedlich.

Die edlen Gäste aus den großgaretischen Landen hatten sich an einem runden Tisch versammelt. Neben Reto saßen sein Sekretär Romelio von Agur und sein Knappe Salix Borontreu von Zolipantessa. Es folgten Timshal von Palmyr-Donas und Tawil von Ehrenstein. Auch Ramin Eorcaïdos von Aimar-Gor war zu ihnen gestoßen. Nachdem die beiden Paginnen Xanjida und Irisa die Herrschaften mit Wein versorgt und sich zurückgezogen hatten, ließ der Reichsvogt der Gerbaldsmark seinen Blick durch die Runde gleiten.

„Meine Herren, was haben mir meine Vögelchen zu berichten.“

„In erster Linie viel Gänsegeschnatter“, erhob Tawil als erster das Wort, „das Haus Rabenmund sei dem Haus Berlinghan ebenbürtig blablala.“

„Ganz klar Propaganda der Rabenmunder“, bemerkte Romelio mit trockenen Unterton, was Reto mit einem Nicken quittierte.

„Es wird getuschelt, mit der Hochzeit Aylas ins Horasreich hätte Swantje auch ihren Kindern leidige Konkurrenz um das Erbe der Familie vom Hals geschafft“, fuhr Tawil fort, „Vermutlich hat sie im Ehevertrag regeln lassen, dass Aylas Kinder im Horasreich erzogen werden und kein Erbrecht in der Rommilyser Mark haben.“

„Erbrecht auf eine Markgrafschaft gibt es eh nicht“, bemerkte Salix.

„Ganz recht, mein Junge“, Reto lächelte süffisant, „aber die Rabemund will mehr, sie will sicherlich Fürstin werden. Dann passt es wieder ins Bild.“

„Ich habe gehört ein Kammerdiener aus dem Palast wäre kürzlich bei Hardo Berlinghân ins Zimmer geplatzt – und hätte ihn ohne Hose vorgefunden, sein Sekretär vor ihm, der ihn an gewissen Stellen streichelt… Der arme Junge ist weggelaufen und versteckt sich jetzt, weil er Angst vor Strafe hat.“ Timshal war kein Freund vieler Worte, aber wenn er sprach, dann war es wie ein Donnerhall.

„Ach nein“, staunte gar der Reichsvogt, „Timshal, wie es scheint haben wir mit dem Berlinghan mehr gemeinsam als wir geglaubt haben.Vielleicht sollte Ramin ihm mal einen Besuch abstatten.“

Allgemeines Gelächter brach aus. Die Hochzeitsfeierlichkeiten würden vielleicht doch interessanter werden als gedacht.