Zwei Reiche, eine Hochzeit – Die Stunde der Bürokraten

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Rommilys, Markgrafschaft Rommilyser Mark, Ende Peraine 1041 BF:

Die Hochzeitsfeierlichkeiten standen wohl schon von Anfang an unter einen schlechten Stern, denn das große Eingangsportal des Friedenskaiser-Yulag-Tempels war versperrt, so dass die hohen Herrschaften den Hintereingang ins Allerheiligste nehmen mussten. Dieser Umstand sollte noch Gegenstand von so manchem anzüglichen Scherz sein, denn galt der Ausspruch „von hinten das Allerheiligste des Travia-Tempels eindringen“ bei so mancher Rommilyser Kuritsane als spezielle Spielart der zwischenmenschlichen Vereinigung.

Hintertür hin oder her, es sollte es sich so fügen, dass auf dem Bund nicht der Segen der Zwölfe lag. Hastig versammelte sich der aufgebrachte Adel, um in zwölfgöttlichen Questen die Erschütterungen auszumerzen. Im allgemeinen Tumult fanden, von den anderen Anwesenden nicht weiter beachtet, die Reichsvögte Reto Eorcaïdos von Aimar-Gor und Leobrecht von Ochs zum unbeobachteten Gespräch zueinander. So unterschiedlich die beiden Männer auch waren, es brauchte nur wenige Augenblick um die Lage zu analysieren und zu erkennen, was zu tun war. Die beiden waren sich einig, die Hochzeitsfeierlichkeiten mussten genutzt werden um dem Haus Rabenmund zu schaden – allerdings ohne dabei offen die Questen zu sabotieren.

So zog es den Reichsvogt der Efferdstränen zusammen mit Marschall Hinn in die Praios-Queste. Aimar-Gor, Iralda von Ochs und Ugdalf von Pandlarilsforst und von Hauberach, hingegen waren der Questen der Frömmler überdrüssig und ihnen wurde gewahr, dass sich niemand für die zu besetzende Knappen-Kommission zu interessieren schien. Diese Kommission sollte auf Wunsch der horaskaiserlichen Delegation einen allgemein gültigen Ausbildungskodex für die zwischen den Reichen auszutauschenden Knappen ausarbeiten. Gerade in Weiden und im Horasreich ging die Meinung darüber, die die Erziehung eines Knappen auszusehen hatte, sehr weit auseinander. Die drei edlen Herrschaften sahen nun die Möglichkeit, selber Einfluss auf den Knappenkodex zu nehmen.

Reto, der an den vor-abendlichen Feierlichkeiten des Bräutigams Hardo Berlinghan eine dieser Zahori-Karten gezogen hatte, die ihm für die kommende Tage Verhandlungsgeschick und einen erfolgreichen Geschäftsabschluss voraussagte, ging mit großen Eifer an die wichtige Aufgabe. In tagelanger Arbeit, verbunden mit Konsultationen mit Delegationsmitgliedern aus dem Horasreich, Weiden und anderen mittelreichischen Provinzen, konnte mit dem Segen ihrer kaiserlichen Hoheit Prinz Storko von Gareth, einen umfassenden Kodex zur Knappenausbildung präsentiert werden. Dem Kundigen mag das Korgond gefällige acht Paragraphen starke Werk stark an die großgaretischen Rittertugenden erinnern. Nichtsdestotrotz fand der Entwurf allgemeine Zustimmung und wurde somit als Addendum dem Vertrag von Mantrash'Mor hinzugefügt. Auch der fehlende Götterbezug des Kodex schien niemanden zu stören.

Da die Arbeit der Knappen-Kommission effizient von statten ging, hatte Reto Zeit und Muse, sich den zum Austausch bereithaltenden Knappen anzunehmen und diese bei der ein oder anderen Angelegenheit mit Rat und Tat zur Seite zu stehen – nicht ganz uneigennützig wie sich herausstellen sollte.

Auch die an Sturheit gemahnende Beharrlichkeit von Ochs und Hinn förderten einiges zu Tage, davon wohl die Möglichkeit das Haus Rabenmund wegen einer alten Schuld (ausstehende Zehntzahlungen aus den Zeiten der Priesterkaiserzeit) vor dem Reichsgericht zu verklagen wohl die bemerkenswerteste, wie kurioseste war. Die beiden Schlunder hielten ihr Ansinnen für sich und streben danach eine Klageschrift vorzubereiten. Unrecht verjährt nicht!

Nach den Questen stand der Vermählung zwischen den Reichen nichts mehr im Wege.