Zacken und Wall - Tod einer alten Dame

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Gidiane, meine Teuerste,
 
 
 
 
der Winter erhält ganz langsam Einzug. Die Schneedecke ist schon ein Stück unter den Berggipfeln. Diese Ansicht ist wie immer atemberaubend - auch noch nach fast zehn Jahren hier oben auf dem Berg.

Sollte ich einmal nicht mehr Herrin über den Berg sein, werde ich die Aussicht vermissen. Und die frische Luft hier oben, so krafterfüllend.

Gestern hat es noch einer der letzten Botenläufer zur Feste Sturmfels geschafft. Ich habe ihn gleich wieder mit diesem Brief hinunter auf die Ebene geschickt. Je nach Wetterlage sind es noch maximal sechs Wochen, in denen man unbeschwert den Berg besteigen kann. Ich werde schauen, dass ich im Boron noch einmal zu Dir kommen kann, um die weiteren Fehdehandlungen zu planen.

Ich bekam die Nachricht vom Ableben der guten Mechthild von Mardramund, die Mutter des Barons auf der Viehwiesen - des Magiers Anaxios. Die alte Dame war zu schwach, das Alter hat sie dahin gerafft.

Ihr Tod erfüllt mich mit Trauer und Wehmut. Sie hatte die gleichen Kämpfe mit der alten Giselda, die ich auch geführt habe. Bewundert habe ich sie, denn sie konnte ihr besser die Stirn bieten. Sie schaffte es Wolfaran I. zu überzeugen sie zu heiraten, obwohl sie unter Stand war und die alte Ochsin dem vehement widersprach.

Gezankt haben sich die beiden oft, wie Stiere in der Arena. Dickköpfig waren die Ochsen ja immer, und sind sie noch.

Hätte ich doch mal soviel Kraft wie Mechthild besessen, dann hätte sich Leobrecht vielleicht eher dazu durchgerungen seiner Schwester die Stirn zu bieten und mich zu ehelichen. Aber so sollte es nicht sein. Ich muss dieses Thema für mich endgültig abschließen und die beiden Seelen borongefällig in Ehren halten.

Nebenbei bemerkt, Leobrecht ahnt immer noch nichts. Ich denke ich kann die Überraschung gut verbergen. Wie gut, dass alsbald der Winter einbricht. Wenn der Frost des grimmigen Gottes eintritt, spätestens ab Mitte Boron, wird es sicher zu einer Fehdepause kommen. Ich werde das Geheimnis nicht mehr lange vor allen verstecken können, die gute Alrike ahnt es schon, auch wenn ich es immer verneine.

Nehmen wir uns die Zeit durchzuatmen und um unsere Liebsten zu trauern. Sobald der Schnee schmilzt, wird es, denke ich, ohne Rücksicht auf Verluste weitergehen.

Bis bald,
 
 
 
 
Hilda

Gegeben Ende Travia 1042 BF; Baronie Sturmfels