Zacken und Wall - Rabicumer Ränke

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Liebste Gidiane,
 
 
 
 
endlich konnte ich es einrichten und der Reichsstadt Perricum einen Besuch abstatten. Der stellvertretende Heermeister hatte gerufen und es gab einiges zu besprechen. Da es sich um vertrauliche Angelegenheiten unter uns Obristen handelt, kann ich dir leider nichts näheres davon berichten.

Ich war so froh, wieder in der Hauptstadt sein zu können, denn das ermöglichte meinem Liebsten von den Tränen überzusetzen. Mein Herz schmerzt jedes Mal, wenn er mich wieder verlässt. Dieses Band, welches wir beiden geknüpft haben ist so innig, dass es niemand trennen könnte. Ich vermisse jetzt schon seine rahjagefälligen Küsse, und das obwohl er erst vor einem Stundenglas zurück auf sein Schiff gestiegen ist.

Ansonsten gibt es hier nicht so viel Neues, was wir nicht schon vorher wussten. Der Verrat hat die Stadt ins verfemte Grau gerissen und das Zwielicht, der Protz und der Wahn halten Einzug.

Leobrecht macht ein wenig der Rabicumer Sorgen und das wegen dieser Brücke, die in Bergthann auf der Nordseite beginnt und im Junkertum Rabicum auf der Südseite endet. Er vermutet dahinter Kalkül. Mein Mann hatte schon immer ein feines Gespür dafür, wenn etwas nicht stimmte im Staate. Da die Rabicums nach und nach ihre Machtposition ausbauen, könnte er auch hier recht behalten.

Ich halte meine Augen und Ohren auf jeden Fall offen, es bleibt spannend.

Leider muss ich heute noch zu einer länger andauernden Sitzung des Zackenbergers. Die männlichen Offiziere um mich herum, müssen immer so protzen und sich profilieren, aber Männer sind so. Immer kleine Hahnenkämpfe.

Beste Grüße sendet Dir
 
 
 
 
Hilda

Gegeben Hesinde 1041 BF; Reichsstadt Perricum