Wenn das Rudel tollt - Rote Hand

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Baronie Gnitzenkuhl, 30. Travia 1042 BF - Zum Abschluß seiner Rundreise durch die Perricumer Lande (wir berichteten) wurde uns gar mythisch zumute. Prinz Sigman und sein Fuchsrudel gastierten in der Baronie Gnitzenkuhl am legendären Rothandfelsen am Ufer des alten und schäumenden Darpat. Diesen, in ganz Perricum sagenumwobenen Fels, der viele Feiertage kennt, hatte Großfuchs Sigman von Gareth angekündigt zu besuchen und zu ehren als er die Rudelturney in Haselhain eröffnete.

Und wahrlich, er machte seinem Versprechen alle Ehre. Mit einem großen Aufgebot an eigenen Gefolgsleuten aber auch Neugieren aus ganz Perricum, die er zuvor an der Reshmina-Brücke, in Haselhain und auf dem Weg durch Perricum begeistern konnte, ward er an den Darpat gezogen. Und die Mitgereisten staunten nicht schlecht, als "der Tugendhafte", wie man ihn vielerorts nennt, am zweiten Jahrestage des Zeichens Korgonds hier am Felsen selbst seine Wehr niederlegte und nur mit Schwert und Wams bekleidet, entlang des urtümlich geformten Felsens das Ufer entlang watete. Den etlichen roten Handabdrücken auf der rötlichen und scharfen Felsnadel seinen eigenen hinzufügend, nachdem er sich unter feierlichen und jubilaren Worten opferbereit die Hand geritzt hatte. Seine Worte zeugten erneut von Heldenmut, Stärke und Einheitswillen, von Ritter- und Tugendhaftigkeit. Aber diesmal auch von der Bereitschaft für höhere Ziele Opfer geben zu können und wenn es das eigene Blut wäre. Ein denkwürdiger Augenblick, der viele den Atem anhalten ließ, als ob sie erwarteten, dass der Fels erneut, wie in Legenden und Sagen oder eben besagtem Tag vor zwei Jahren, die Wasser des Darpat rot färben würde. Doch stattdessen versammelte der Prinz die seinen um sich und mit ihnen den Blutsbund zu begehen. Ein Ritual was selbst die Nebachoten-Krieger unter den Zuschauern begeistern konnte. Viele, Adelsleute wie auch einfache Perricumer, folgten gebannt den folgenden, unter Korgondern bekannten Schwurworten, auf Land und Götter, auf die Tugenden und die Geschwisterlichkeit.

Viele fühlten sich wohl an alte Geschichten von den Märkten und Basaren Perricums versetzt und an die alte und ausgestorbene Familie von der Roten Hand erinnert, die hier stets ihre Herrschaft bekundet hatte und mit den Einwohnern Gnitzenkuhls die etlichen Feiertage am Felsen beging. Hinter vorgehaltener Hand wünschte sich der ein oder andere diese Zeit gar zurück. Was die Baronin von Gnitzenkuhl, um die es in letzter Zeit bedeutend ruhiger geworden ist, wohl kaum gern gehört hätte. Doch sie hatte sich für die Einladung höfflich bedankt, aber war der Veranstaltung fern geblieben, mit Verweis auf die Verantwortung ihrer Familie und Baronie gegenüber. Sie entsandte lediglich ein paar Gardisten und ihren ersten Ritter Hlutharion von Sturmfels, die dem Jubiläum zur Sicherheit dienten. (;-)) Tatsächlich - so sagt man - meidete sie wohl lieber das Rudel und vorallem ihren Nachbarn, den Baron von Haselhain, mit dem und seinen Vorgängern sie nie sonderlich gut stand. Doch ab von solch profanen Dingen, mit ihrer zeremoniellen Geste lösten der großfürstliche Prinz und seiner Anhänger einen wahrlichen, feierlichen wie andächtigen Trubel am Felsen aus, der in der Begehung traditioneller, wie auch vom Prinzen inspirierter Zeremonien und Bräuchen endete und erst seinen Abschluss nahm, als der Prinz und sein Rudel sich in ihrer nahen Pilgerzeltstadt schon zur Ruhe gebettet hatten.