Wandel in Wasserburg - Ein würdiger Abschluss

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Szenenspiele während der Feierlichkeiten zur Belehnung auf Schloss Rossgarten, Baronie Wasserburg 08. Rahja 1042 BF

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Abseits saßen die drei Frauen, die in den letzten Götterlaufen viel zusammen erlebt hatten. Es hatte sich eine Freundschaft gebildet, eine tiefe Freundschaft. Gemeinsam stießen Gidiane, Arishia und Korhilda auf die Belehnung an. Sie gedachten der Toten, darunter der Liebenden, die sie in der blutigen Fehde verloren hatten.

Korhilda lag es garnicht im Mittelpunkt zu stehen. Meiste Zeit ihres Lebens stand sie im Schatten ihres Gatten. Das lag der rondrianischen Kriegerin deutlich besser, sie fühlte sich unwohl wenn alle Augen auf sie gerichtet waren, so zog sie sich an den Rande der Feierlichkeit zurück.

Gidiane, die mehr dem weiblichen Geschlecht zugeneigt war, merkte immer deutlicher, dass es mehr war als reine freundschaftliche Zuneigung, die sie für Korhilda empfand. So lange der alte Ochse an ihrer Seite war würde sich ihre Freundin sicher nicht zu einem rahjagefälligen Abenteuer hinreißen lassen. Ihre traviagefällige Haltung war Gidiane völlig fremd. Ganz anders die Geweihte der Göttin Sharbana Eorcaïdos von Aimar-Gor, deren beider Augenkontakt schon den nächtlichen Beischlaf abgemacht hatten.

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Unter einem stilvollen Pavillon in dem horasisch angelegten Rosengarten sprach die Reichsvögtin Fridega von Isppernberg mit dem Baron Wolfaran von Ochs und der Erbbaroness Grimhild von Waltern.

Die Reichsvögtin von Gerbenwald war wie immer höflich-distanziert und unverbindlich freundlich. Ihre hochadlige Nachbarschaft beäugte sie interessiert, aber nicht neugierig.

Der Kanzleirat a.D. war durch die lange Zeit in der Reichsadministration geschult und beherrschte die belanglose Plauderei mittlerweile meisterlich. Ob Fridega diese Form des ziellosen Gesprächs genoss, konnte man kaum entscheiden. Dass sie sie beherrschte, stand außer Frage, auch wenn man sich des Eindrucks nicht erwehren konnte, dass sie hinter ihrer kühlen Stirn gleichzeitig noch mit anderen Gedanken oder Beobachtungen beschäftigt war. Der junge Ochs merkte offenbar nichts davon - er liebte einen solchen Plausch.

Grimhild lag diese Art von Konversation hingegen gar nicht, sie widerte sie gar an. Eigentlich wollte sie schon längst andere Gesprächspartner suchen, doch die Ansicht auf die Reichsvögtin bannte sie zu sehr. Immer wieder lagen ihre Blicke auf den legendären Haarnadeln der Isppernberg. Es rankten sich durchaus die wildesten Gerüchte um den Haarschmuck der Reichsvögtin. Hatte sie wirklich die Unteroffizierin der Markgräflichen Grenzreiter damit hingerichtet?

Wolfaran fiel Grimhilds eigenwilliges Interesse auf, spielte daher immer wieder den Gesprächsball gekonnt zur Reichsvögtin und versuchte den Fauxpas der Erbbaroness zu überspielen. So sehr er sich bemühte, schien Fridega dieses Interesse jedoch aufzufallen. Die Reichsvögtin hatte sich einen unbarmherzigen Namen redlich erworben.

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Anaxios Ochs war pünktlich zu Beginn der Feierlichkeit auf Schloss Rossgarten zurück an der Seite seiner Frau. Wie versprochen begleitete er sie auf die Tanzfläche. "Anaxios was führst Du im Schilde?" Der Magier schmunzelte schelmisch. "Lass Dich überraschen."

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Pfeifenkraut rauchend, sein Adjutant hatte die guten Al'Anfaner Zigarren auf seinen Reisen in den Süden erworben, stand Leobrecht auf dem Balkon von Schloss Rossgarten. Er hatte der Etikette genüge getan und war während des Turniers und am Anfang der Feier an der Seite seiner Frau geblieben.

Eigentlich wollte der Reichsvogt noch mit dem Oberhaupt des Hauses Hirschfurten die garetische Politik thematisieren, doch nach dem Finalsieg seiner Knappin hatte der leidenschaftliche Turnierreiter keine Muße sich der hohen Politik zu widmen. Leobrecht hatte ein mulmiges Gefühl im Bauch, wenn er an die alten großen Häuser Luring und Hartsteen dachte. Da braute sich was zusammen, war sich der Reichsvogt sicher.

Kinderlachen riss ihn aus den Gedanken. Sein Enkel und Alderan, der Verlobte seiner Enkelin Rohaja, ließen sich von der Siegerin des Knappenturniers haarklein erklären, wie sie die zehn Ringe auf dem Ross einsammelte. Gestenreich und voller Elan mimte die Knappin ihre Darbietung. Livelind von Hammerschlag hatte wahrlich ein beachtliches Turnier geritten und wurde von den zwei Jungen fast angehimmelt, wie es sonst nur einem berühmten Turnierritter zur Teil wurde.

Ein Schmunzeln huschte über die Lippen des Reichsvogtes, ehe der Gedanke an seine Frau zurückkehrte und sein Gemüt bedrückte. Er hasste den Streit.

Gedankenverloren blickte er in die Leere, als ihn jemand von der Seite anstieß. Sein Schwiegervater reichte ihm ein Glas besten Torbelsteiner und stibitze sich eine Zigarre aus Leobrechts Revers. "Trink Junge. Wird schon wieder."

Junge - wie sehr Leobrecht es hasste von ihm immer wieder wie ein Kind behandelt zu werden. Er und Reoderich waren selten einer Meinung, sein Schwiegervater hatte ihm nie verziehen, dass er Korhilda in so jungen Jahren verführte. Daher überraschte es den Reichsvogt, dass er ihm gerade jetzt Mut zusprach.

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Die Schlunder Gesandschaft um den ersten Ritter, die gräfliche Zeugmeisterin und den Hofherold genoss das mitgebrachte Schlunder Wiesenschlösschen. Der kühle Gerstensaft für die Feier war das Geschenk des Grafen. Er selbst war nicht anwesend, man bekam aber das Gefühl der halbe benachbarte Grafenhof ließ sich die Feier nicht nehmen.

Der erste Ritter ist Korhildas Vater, die Zeugmeisterin ihre Mutter, der Hofherold ihr Schwager. Mitgereist waren noch ein paar Zwerge um den gräflich Schlunder Steuereintreiber Rogosch, der seines Zeichens als einer der besten Freunde des jungen Ochsen gilt.

Ein wenig Abseits der feucht fröhlich feiernden Schlunder saß Helmine. Immer noch mit mürrischem Blick. Rondred von Hartwalden-Sturmfels hatte sie getrietzt, der Bruder Korhildas hatte es der durchtriebenen Schlange nie verziehen, dass sie mit ihren Intrigen die Heirat Leobrechts mit Korhilda zur Geburt des ersten Kindes verhinderte - zumindest war das die Version die Korhildas Bruder für die Logische hielt.

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Berndrich begleitete seine Tochter Afalda zu dem adligen Feste. Seine Tochter war ihrer Mutter nachgefolgt, die im Tsa 1042 BF bei einem Überfall von dem Oger Bagelak erschlagen wurde.

Afalda wusste nicht so recht, was sie von der neuen Baronin halten sollte, doch ihr Vater sprach nur gut über sie. Es wunderte die junge Ritterin nicht, denn die Familie Elron waren seit Jahrhunderten treue Vasallen des Hauses Ochs, der Bruder ihres Vaters war bis zu seinem Ableben einer der engsten Freunde des Reichsvogts der Efferdstränen. Berndrich war sogar einst Knappe bei Giselda von Ochs.

Die Ritterin vom Kamm nutzte die Gelegenheit und versuchte sich selber ein Bild von ihrer neuen Lehnsherrin zu bilden, gleichfalls gab es ihr die Möglichkeit mit ihrem Gatten ihrer Tochter beim Ringstechen zuzusehen. Gut hatte sich die Kleine geschlagen, ihre Ritterin und neue Vögtin von Wasserburg hatte ihr schon einiges beigebracht.

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Die Feier hier in Perricum war auch eine Feier der Pfortenritter. Durch die Altersbeschränkung nahmen bis auf Wolfaran und Tsaiana niemand am Turnier teil. Zu gerne hätte einer der Pfortenritter das Turnier gewonnen, zu ihrem Unglück schieden die Beiden leider im Vorfeld aus. Tsaiane ärgerte ihre Niederlage im Halbfinale gegen den späteren Turniersieger mehr, als den jungen Ochsen sein Ausscheiden gegen Elissa vom Berg im Viertelfinale. Wolfaran war weiter gekommen als je zu vor bei einem Ritterturnier, ehe die Baronin ihm aus dem Sattel beförderte.

Dennoch war es ihnen allen eine Freude ihre Knappen gegeneinder im ritterlichen Ringstechen messen zu lassen.

Erlan war ganz entzückt über die Leistung seines Sohnes. Nur einem kleinen Reitfehler geschuldet hatte der Knappe Melinas der jungen Livelind den Vortritt als Sieger lassen müssen.

Nimmgalf war voll Freude über seine Knappin, die jetzt bereits ihr zweites Turnier gewonnen hatte, nachdem sie letztens beim Geronsturnier in Blauenburg als jüngste Teilnehmerin triumphierte. Rondradan konnte sich die Jubelarien Nimmgalfs kaum noch anhören, weshalb er ihn neckte, dass wohl in acht Götterläufen seine gloriose Zeit vorbei sei, wenn er seine Knappin zur Ritterin schlagen würde.

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Geron von Dachsen war immer noch voll Freude über seine Leistungen im Turnier. Bis ins Halbfinale war er vorgedrungen, ehe Elissa vom Berg ihn aus dem Sattel beförderte. Ein wenig ärgerlich, viel fehlte nicht zum Sieg. Dass er gegen den Hardenstetter verloren hätte, konnte er sich kaum vorstellen. Mit genau diesem Hochmut scheiterte wohl auch die Vellberger Baronin.

Bei seinem Cousin Adrianus ließ der Missmut nach. Er wäre gerne bei den Rittern angetreten, musste sich jedoch mit dem Knappenturnier abgeben. Die Zeiten hatten sich geändert und die konservativen Zentralgaretier pochten auf den Ritterschlag. Pah! Er würde es ihnen noch zeigen, er der nun in Knappschaft ging.

Daher schäkerte der Schlunder Adlige in der Zwischenzeit mit den Perricumer Damen und konnte zumindest der Herrin Rahja angemessen huldigen. Gemeinsam mit Bruder Svendan feierten sie feuchtfröhlich und tranken das Geschenk des Grafen vom Schlund - Schlunder Wiesenschlösschen bis zum Abwinken.

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Damina zog Audora und Celissa an den Ohren vor sich her. So gut wie es nur ging fernab der Adelsgesellschaft. Sie hatte die beiden Mädchen aus einer Besenkammer geholt, nachdem ihr Verehrer schon das Weite gesucht hatte. "Was fällt Euch nur ein. Euer Vater ist nicht mal einen Monat tot und ihr entehrt euch auf diese Weise." "Mutter wir lieben ihn" sagten die Mädchen unisono.

"Herrin, wir befinden uns im Fest der Rahja." warf Shahîn von Waraqis ein, der die Szenerie beochachtet hatte.

"Seid still - alle" fauchte die Mutter erbost zurück, um beiden Mädchen eine schallende Ohrfeige zu verpassen. "Auf Eure Zimmer, sofort."

Adrianus von Amselhag, der gerade eine Flasche Wein besorgt hatte um mit den Mädchen weiter zu feiern, zog sich besser ungesehn zurück. Es wäre doch gelacht, wenn er nicht ihre Zimmer finden würde.

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Mit einem Pinnchen Torbelsteiner stießen die beiden Sturmfelser Wehrfried und Alrik XII. an. Verwunderung kam bei dem Oberst des Eliteregiments auf, dass der junge Ucurian der Feierlichkeit fernblieb. "Der Baron von Sturmfels schon nach dem Turnier abgereist?" fragte er sein Gegenüber.

"Ha, Alrik, der Herr und Diener auf dem Sturmfels - wie er sich jetzt nennt - war garnicht da." Wehrfried überraschte das Nichterscheinen des neuen Barons von Sturmfels ebenso.

"Und ich dachte, ein Turnier bei seiner Schwertmutter würde er sich nicht entgehen lassen, dann muss ich unserem neuen Oberhaupt wohl mit Feder und Tinte zum Sieg über den Giganten gratulieren. Gibt es einen Grund dafür?"

"Nur Gerüchte. Es scheint einen Bruch zwischen Beiden gegeben haben."

"Bruch? Aus welchem Anlass?" Der Oberst bohrte nach.

"Er wirft ihr wohl vor die Ritterlichkeit mit Füßen getreten zu haben und dem Gigantem nicht die Ehrerbietung erwiesen zu haben, die er seiner Meinung nach verdient. Sie wirft ihm aufrührerisches Verhalten vor, seid er mit dem Fuchsrudel reist. Sie sieht es als Verrat gegen die Krone."

"Oha, da braut sich ja richtig was zusammen, ob das gut ist für unser Haus?"

"Ja, Alrik, ich sag's Dir. Den restlichen Sturmfelsern wird es auch nicht gefallen, dass die Glucke hier ist und dass Korhilda sich gut mit ihr versteht. Gut, dass hat sie vorher auch schon, obwohl sie die unterschiedlichen Zweige anführten, daran wird sich aber dann wieder keiner mehr erinnern wollen."

"Ich hoffe Ucurian und Korhilda haben sich im Griff und wir schlittern nicht in die nächste Fehde. Die Walllande benötigen Ruhe."

"Eine offene Fehde zwischen den beiden kann ich mir nicht vorstellen. Aber ich würde es auch nicht ausschließen."

Alrik trank noch einen tiefen Schluck. "Wehrfried, Junge, sei mir nicht bös, ich denke es ist besser für mich die Feierlichkeit nicht allzu lange zu besuchen, du vestehst warum. Noch höchstens ein Stundenglas, dann muss ich mich leider verabschieden. Die ... Pflicht ruft."

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In einem Hinterzimmer des Schlosses Rossgarten hatte sich eine illustere Runde zurück gezogen. Irian von Rathsamshausen entkorkte einen formidablen Raschtulswaller, während der junge Sennenberg-Ruchin als Kartengeber fungierte.

Neben dem Reichsvogt der Efferdstränen spielte der Burggraf der Raulsmark - seit jeher ein begeisterter Boltanspieler.

"Ich befürchte unruhige Zeiten." Leobrecht von Ochs nahm sein Blatt auf.

Irian erhöhte den Einsatz im Helm. "Die Jugend. Nichts als Flausen im Kopf." "Ich gehe mit" Oldebor zog mit seinem Einsatz gleich.

"Dann ist es an uns, ruhig zu bleiben." Leobrecht schmiss seine Karten ab, mit dem Blatt war nichts zu gewinnen und der Einsatz schon zu hoch.

"Da bin ich ganz bei Euch", auch dem Burggrafen gefiel der Zwist zwischen dem Grafen von Reichsforst und dem Erben der Grafschaft Hartsteen so ganz und gar nicht.

"Elementarkreis" Irian deckte sein Blatt auf, "Fünfass, heute nicht mein Lieber" erfreute sich Oldebor über die erfolgreiche Runde.

"Noch eine Runde, junger Ruchin" forderte Oldebor den Geber auf erneut auszuteilen. "Denkst Du Dein Vorstoß beim Kaiserhof hat Erfolg?" Irian sortierte seine Karten.

"Gerwulf hat seine Zeit abgesessen, er hätte sich eine Begnadigung verdient." Leobrecht nahm seine Karten auf - endlich ein gutes Blatt. "Dann mal viel Erfolg" Oldebor ließ die klimpernde Münze in den Helm wandern. Die nächste Runde war eröffnet.

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Zum krönenden Abschluss...

"Alecha sieh Du zu, dass Du die Kinder ins Freie locken kannst. Aber erzähle Ihnen nicht warum, es soll eine Überraschung sein. Ich werde mich um die Erwachsenen kümmern." Anaxios verließ mit seiner Schülerin den Magister und seinen Sohn und begab sich zurück zum Schloss.

Thamos entlud währenddessen mit seinem Vater Magister Amalion einen Handkarren, welchen sie in Sichtweite des Schlosses Rossgarten positioniert hatten.

Sie steckten etwas in den Boden was aussah wie große Bonbons am Stiel. "Ich dachte nicht, dass eine Adelsfeier mir soviel Spaß bereiten würde, als Firnya mich bat mitzukommen."

"Vater, die werden Augen machen."

Amalion wies seinen Schüler an, ihm Bescheid zu geben, wenn der Adel sich im Garten befand. "Meister, sie sind da." frohlockte der Junge.

Amalion und Thamos zündeten eine Fackel an und entfachten eine jede Zündschnur. Mit einem lauten Zischen rauschten die Feuerwerkskörper in die Höh und ließen den Himmel farbenfroh erleuchten.

Obwohl der Adel weit entfernt war, konnten die beiden das Frohlocken fast spüren. Die Magister und der Alchemist hatten sich mit der Herstellung des Feuerpulvers die Zeit vertrieben, denn Ritterspiele waren so ermüdent.

Die Baronin war vollends perplex und ließ sich wie den Rest des Adels von Anaxios und seiner verrückten Idee begeistern. Korhilda wollte eine kleine unbedeutende Feier, jetzt würde wohl der Adel lange über ihre Belehnung sprechen.

Aus dem Augenwinkel sah die Baronin von Wasserburg noch die Skriptorin der Perricumer Postille ihre Feder zücken. Die Feier gab einen wundervollen Artikel ab.

Teilnehmer zu den Feierlichkeiten

Familie:

Adlige:

Pfortenritter:

Vertreter des Klerus

Knappen

Sonstige