Waffenbrüder - Heimatliche Gefilde

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Königsstadt Wandleth, Schlunder Grafenhof , 1033 BF

Dramatis Personae

Wolfaran von Mardrabrück, Ritter am Schlunder Grafenhof

Ingramm, Sohn des Ilkor, Graf von Schlund

Schleunigst und ohne weitere Umwege hatte Wolfaran von Mardrabrück nach den Vorfällen in Fasar die Heimreise angetreten. In Fasar, so schön und interessant die Stadt auch war, war es zu gefährlich, um dort noch länger zu verbleiben.

In seinem Zimmer auf dem Wiesenschlösschen in Wandleth angekommen, sortierte Wolfaran sein Hab und Gut in den Schrank, als er tapsende Schritte vernahm, die sein Gemach betraten. Durch die Schranktür verdeckt konnte er die Person nicht sehen, doch er konnte sich seinen Gast schon denken.

Graf Ingramm, der trotz seines Alters von einer gewissen Neugierde gezeichnet war, wenn es um seine Leidenschaft zu Waffen ging, betrat den Raum. „Du warst lang unterwegs, mein junger Ochse.“ Begierig auf Antwort wartend, beendete er den Satz an dieser Stelle und spielte sich im Bart.

Der junge Ritter verblieb verdeckt hinter der Tür. „Ich wurde ein wenig aufgehalten, Euer Hochwohlgeboren. Entschuldigt meine Verspätung.“

Die Stimme des Grafen erhielt einen griesgrämigen Unterton. „Aufgehalten, oder meinst Du nicht eher, dass Du meinem Befehl ohne Umwege in den Süden zu reisen, nicht Folge geleistet hast? Ein Gast hat sich angekündigt, den Du in Gareth kennengelernthaben sollst. Ich weiß nicht, ob es vom Pferd aus anders ist, aber von Wandleth über Gareth ist nicht der direkte Weg nach Fasar…“

Wolfarans Worte wurden kleinlaut. „Ja ich habe einen Umweg eingeschlagen. Etwas besonders Wertvolles wartete auf mich.“

Dem Graf blieb sein Pfeifen im Halse stecke, interessiert fragte er „Eine Seltenheit? Ein Schmuckstück? Konntest Du es erwerben?“

Der Schlunder Ritter wusste nicht recht, wie er dem Grafen die Wahrheit sagen sollte und verstrickte sich weiter in seinen Erzählungen. „Es handelt sich um ein bezauberndes Schmuckstück. Smaragdgrün und Gold glitzernd. Eine äußerste Seltenheit und unerschwinglich.“

„Unerschwinglich? Eventuell sogar verzaubert?“ fragte Ingramm aufgeregt.

„Ja, es ist magisch… Ihr Name ist Iralda.“ Fast schon beschämt klangen die Worte des Ritters.

„Oh, das gute Stück ist eine besondere Waffe, wenn es schon einen Namen trägt.“, frohlockte der Schlunder Graf.

Wolfarans Worte wurden mehr als verlegen, gut dass der Graf seine Schamesröte nicht sehen konnte. „Es ist keine Waffe… Iralda ist eine Frau, an die ich mein Herz verloren habe. Sie hat wundervolle smaragdgrüne Augen und goldblondes langes Haar… Es tut mir leid, Euren Worten nicht umgehend gefolgt zu haben. Bitte nehmt meine Entschuldigung an. Bitte.“

Der Graf konnte ein lautes Lachen nicht verbergen. „Du gräbst also in zwei Flözen - dem Herz muss man folgen, aber dass heisst nicht, dass der Kopf zum Fels wird. Nächste Mal teilst Du mir das mit. Was immer Du dieser Frau zu schwören beabsichtigst - mir hast Du auch Treue geschworen. Wir sagen, eine Zwergendame soll man wie einen Krug Bier nicht stehen lassen, sonst wird es schal oder es trinkt ein anderer. Konntest Du denn wenigstens in Fasar den novadischen Speer für mich erwerben?“

Wolfaran atmete tief durch, hatte er doch keine positiven Nachrichten mit an den Grafenhof gebracht. „Nein, leider nein. Es handelte sich um eine Fälschung, man wollte Euch und Euer Interesse an besonderen Waffen ausnutzen. So habe ich unverrichteter Dinge die Heimreise antreten müssen.“

„Hm, schade, schade. Nun nachdem Du mir Deinen Umweg erklärt hast, willst Du Dich noch weiter hinter der Tür verstecken, oder hast Du die Höflichkeit in Fasar zurückgelassen? “ feixte der Graf.

Mit gesenktem Kopf trat Wolfaran hinter der Tür hervor. Einzig seine Kleidung sah unbeschadet aus, so hatte er sie auf dem Rückweg gewechselt. Sein Gesicht war blutunterlaufen und teils schon in eine grünliche Färbung übergegangen. Eindeutig konnte man erkennen, dass seine Lippen aufgeplatzt waren und seine Nase gebrochen war. Wolfaran hielt sich die Hand an seinen Bauch, als schien er auch dort von Schmerzen geplagt sein. Er befand sich in einem schlechten Allgemeinzustand, was den Grafen besorgte. „Junge, Du siehst aus wie nach 'nem Bergrutsch...“

Wolfaran lächelte gequält. „Der Fasarer Händler und ich waren unterschiedlicher Meinung und ich war nicht bereit ihm Euer Geld in den Rachen zu werfen. Aber seid nicht in Sorge, ich konnte all das Gold wieder mitbringen.“

„Du weißt, ich mag es wenn mein Gold in meiner Schatzkammer verbleibt, aber genauso wichtig ist mir das Wohl meiner Vasallen. Also bevor ich Deine Leiche in den Schlund werfen muss, gib Ihnen demnächst einfach das Geld, und setzt nicht Dein Leben aufs Spiel. Nun geh und such Dir einen Heiler und ich will Dich erst wieder sehen, wenn Du gesundet bist.“

Seine Worte waren geprägt von einer fast väterlichen Fürsorge, der Graf erkannte seine offen sichtbare Schwäche und grummelte beim Hinausgehen "...ich habe viel Gold in Deine Ausbildung investiert, das ich nicht verlieren will..."

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Texte der Hauptreihe:
K3. Heimatliche Gefilde
15. Tra 1033 BF
Heimatliche Gefilde
Sternenhimmel

Kapitel 3