Vulpes Plan

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Stadt Höllenwall, im Haus des Babiers Messerhold.

Gekonnt führte Bosper Messerhold die scharfe Klinge entlang der straff gezogenen Backe und nahm sorgfältig die feinen grauen Stoppeln mit. Es gab keinen besseren Barbier in der Stadt, und zu ihm kamen die Leute welche es sich auch leisten konnten. Daran änderte auch seine mürrische und unzufriedene Art nichts. Denn Bosper Messerhold hatte in den letzten Jahren viel ertragen müssen. Seine beiden Söhne hatten sich radikal am Aufstand des Müllers beteiligt.
Der Ältere der beiden viel noch bei der großen Schlacht am Höllenwall, der Jüngere wurde später verhaftet und vor seinen Augen am Galgenweg aufgeknöpft. Seine Frau hatte daraufhin den Lebensmut verloren, sich dem Weine hingegeben, und war vor zwei Jahren verstorben. Er selbst hatte von klein auf ein lahmes Bein, weswegen er bei der übereilten Schlacht nicht dabei war. Was dies für ihn ein Segen, nein eher ein Fluch. Nun darbte er hier und musste mit ansehen wie die verhassten Helburger sich fest in der Baronie einrichteten. Doch der Widerstand war gebrochen, keiner der alteingesessenen Bürger wagte es mehr offen etwas gegen die neue Herrschaft zu sagen, geschweige denn zu unternehmen. Keiner, nicht einmal er.
„Ich hatte schon befürchtet ihr hätte uns nun für immer verlassen, seid eurer Reise zu diesem Schlangenkloster.“
„Nun, ich hatte leider meine, hmmm, nennen wir es mal unerfreuliche Begegnung dort, und hielt es für sicherer eine Weile woanders abzuwarten. Und da man ja die Reiselust unseres hiesigen Baron kennt. So bin ich nun endlich zurück.“
„Werdet ihr denn nun bleiben?“
„Aber sicher doch, denn inzwischen ist in mir ein Plan gereift, wie ich es dieser Bande heimzahlen kann.“
„Pssst, ich bitte euch vorsichtig zu sein, die Alte hat überall hier ihre Spione.“
„Schon gut, ich mache mir auch kaum noch Hoffnung das Pack in die Klamm zurückzudrängen, zumindest nicht in kurzer Zeit. Doch ich sage dir er spielt mit dem Feuer, und wenn es stimmt was man mir zugetragen hat, und ich es beweisen kann landet er vielleicht sogar in einer seiner eigenen Zellen.“
Bosper Messerhold legt das sehr scharfe Rasiermesser weg, seine Hände hatte begonnen zu zittern: “Das würde ich mir von tiefem Herzen wünschen. Das, oder das sich einer dieser Bastarde auf meinem Stuhl befände, ein Schnitt und Zack.“
„Deswegen ist es auch so wichtig, dass er gerade abwesend ist“
„Wenn ich euch irgendwie helfen kann, lasst es mich wissen!“
„Nun ja, du bist einer der gesellschaftlichen Knotenpunkte der Stadt, zu dieser kommen vor allem noch die Alteingesessenen.“
„Plant ihr etwa wieder einen Aufstand.“
„Iwo, wir haben gesehen wo das hinführt, und solange sich diese Weyringhaus in Nymphenhall aufhält, sehe ich da keine Chance. Nein, mein Ziel ist es der Schlange das Haupt abzuschlagen, und dazu wäre es hilfreich, wenn ihr hier ein paar Gerüchte streuen könnte. Um unsere Feinde auf die falsche Fährte zu locken. Würdet ihr das für mich tun?“
„Aber sicher doch, ich tue alles was gegen diese Bande hilft. Moment, wo steckt den dieser lausige Knecht, Alrik wo bleibt das warme Wasser. Hörst du schlecht?“.
Ein Rumpeln aus dem Nebenraum war zu hören, und kurz darauf kam der Knecht mit einem Krug warmen Wassers herbeigeeilt.“
Sorgsam machte Bosper Messerhold das Gesicht seines Kunden sauber: „Nun folgt mir doch in meine gute Stube, da können wir bei einem guten Schluck Höllinger das weitere besprechen.“, und an seinen Knecht gewandt: „Und du fauler Bursche machst hier gefälligst sauber!“
„Ihr scheint nicht besonders zufrieden mit eurem Alrik zu sein?“
„Ach, das ist auch nur einer dieser Zugezogenen, schwer Einheimische zu finden nach, ach ihr wisst schon.“
Die Tür schlug hinter ihnen zu und Alrik, der in Wirklichkeit Pagol Korber hieß, nahm Schaufel und Besen und fegte sie sorgsam zusammen. Eine der besonders schönen silbernen Locken jedoch entnahm er den Haufen und wickelte sie in ein kleines sauberes Taschentuch. Mit dieser Locke und dem was er gehört hatte, würde er sicherlich eine stattliche Belohnung bekommen.