Vulpes Bau

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Tief in der Nacht inmitten der Stadt Höllenwall.

Amato war erschöpft und außer Atem, er rang nach Luft. Doch lange verschnaufen konnte er nicht, denn er war sich sicher, dass überall in der Stadt die Häscher bereits auf ihn lauerten. Nun denn er würde es ihnen nicht einfach machen.
Er kannte nur einen einzige sicheren Ort, seinen geheimen Tempel, dort hatte er für alle Fälle auch ein paar Notrationen, und Verkleidungen parat. Wie hinkommen war die Frage, aber man nannte ihn ja nicht umsonst den Fuchs. Ganz dem heiligen Tier besaß seine Villa mehrere Zu- wie Ausgänge, und unweit des Hafens befand sich der alte Brunnen, an dessen trockenen Grund ein Gang direkt in die Kellergewölbe der Villa führte. Wie artig die Bürger der Stadt doch zu diesen späten Stunden in ihren Häusern weilten und schliefen. Verdächtig, er konnte den Nachtwächter weder sehen noch hören, er war sich sicher, sie waren ihm auf den Fersen.
Der alte Brunnen lag im Schatten der großen Lagerhalle, und es gelang ihm ungesehen dorthin zu gelangen. Leise stieg er hinab, leider war er nicht ganz so trocken wie er es sich erhofft hatte. Bis zu den Knien reichte ihm die Brühe und er hörte das Fiepen der Ratten. Egal, unten angekommen holte der den Gwen Petryl hervor und leuchtete in den Gang. Es stank fürchterlich, doch das konnte ihn nicht aufhalten, er hatte keine Wahl.
Endlich erreicht er die geheime Tür zu seinem Keller, es war ein Abwasserschacht der nach oben in einen der Vorratskeller führte. Vorsichtig lauste er, doch alles war still. Er betete zu den Zwölfen, auf Phex allein wollte er sich nicht mehr verlassen, und betrat den Keller. Niemand da, erleichtert atmete er auf, nun schnell zum Tempel. Eine weitere Besonderheit des Gewölbes, in den dicken Zwischenwänden gab es keinen weiteren geheimen Kriechgang. Der wirklich verdammt eng war und er sich seine klammen Kleider aufscheuerte. Er erreichte die alte rumplige Kammer, stemmte das Gitter heraus und lies sich in den Raum hinabgleiten. Auch hier niemand, da war der Wandschrank, immerhin endlich klappte mal was.
Er bestieg den Schrank, schloss ihn hinter sich und war sodann in dem Tunnel zum Tempel. Einer inneren Ahnung folgend befestigte er den Stolperdraht seiner Falle, zur Abwehr unerwünschter Besucher. Am Ende des Tunnels noch eine kleine Stiege hoch, dann endlich war er in seinem geheimen Tempel.
Die Wände waren mit dunkelblauem Samt ausgekleidet, auf einem grauen Sockel stand die Statue von Phex, ein Fuchs aus grauem Niffelmarmor: „Da hast du mich heute ganz schön leiden lassen, aber gut ich habe es bis hierher geschafft, so ganz scheinst du deinen alten Diener ja doch nicht vergessen zu haben. Habe ich dir in all den Jahren etwa zu wenig geopfert, habe ich dich nicht mit Reichtümern ausgestattet. Nun sicherlich, ich habe sie für dich verwaltet, doch bin ich ja nun mal auch dein einziger Diener hier. Nun leider muss ich mich auf Reisen begeben, aber ich komme wieder, versprochen. Oh das werde ich brauchen, dass siehst du doch ein, nicht.“, dabei nahm er sich einen kleinen Samtschwarzen Beutel vom Sockel der Statue. Dann ging er hinüber zu den Truhen, und konnte endlich seine Kleider wechseln. Da war ja auch sein Degen, ja den würde er evtl. noch brauchen. Doch noch besser war die Söldnerklamotte die ihn wie einen Hasardeur aussehen lassen würde. Wollen doch mal sehen wie schlau die Büttel und Söldner waren.

Ausgestattet mit den Edelsteinen, welche ihm für einige Jahre ein würdigeres Leben ermöglichen würden, neuer Kleidung, einigen Notrationen in seinem Rucksack fühlte er sich gestärkt für seine Weiterreise. Sein Blick fiel auf die hinteren Truhen, dorthin hatte er alle Dokumente aus seiner Amtszeit verfrachtet. Ach hätte er sie doch bloß bei Zeiten verbrannt. Da entdeckte er auf einmal das Bündel. Er war sich sicher, dass es nicht von ihm stammte. Er nahm den Degen und schritt drauf zu, es war eine Decke, die irgendwas verdeckte. Verdammt noch eins, die Neugier siegte und er schlug mit der Klinge die Decke zurück.
Ihm stockte der Atem, vor ihm lagen vier Reliefsteine von Korgond. Drei davon welche der Höllenwaller sein eigen nannte, und der Vierte musste derjenige sein der aus Ibelstein stammte. Was hatte der Zuchtmeister zu ihm gesagt?

„Du willst doch sicherlich wissen wo die Steine sind, ich verrate es dir, genau dort wo du sie hingebracht hättest“.

Verdammt, er hatte dem Satz keine Beachtung geschenkt, zu verwirrend waren alle Vorkommnisse zu Nymphenhall gewesen. Der Tempel war nicht mehr sicher, er musste hier weg.

Und da donnerte es schon gegen eine der Wände, jene die zum Laden des Krämers führte. Die Wand war stabil, doch die Schlupftür ächzte unter dem mächtigen Schlag und fiel beinahe aus den Angeln.