Verbotenes Wissen - Teil 1

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Grafschaft Eslamsgrund, Baronie Fremmelsfelde, Tage des Namenlosen 1030 BF : Ein Geräusch ließ ihn aus seinen finsteren Gedanken aufschrecken. War dort etwas in den Büschen? Vielleicht ein Tier mit Tollwut? Normalerweise nur ein kleines Problem, aber so langsam würde er mit seinen Kräften haushalten müssen, denn eine ungewisse Konfrontation stand ihm noch bevor.

Bartholomäus war vor zwei Tagen aus Leihenbutt aufgebrochen. Um lästigen Fragen bei Begegnungen mit irgendwelchen Hampelmännern auf Reichsgebiet aus dem Weg zu gehen, war er mit einem an ihn gebundenen Karakil gereist. Sein Ziel war Fremmelsfelde, und dort ein ödes Gebiet, wo in der Zeit der Magierkriege schreckliche Dinge passiert waren. Neben dem allgemeinen Forscherdrang, der vielen Schwarzmagiern zueigen war, zog ihn die Suche nach einem ganz bestimmten Relikt in die verfluchte Gegend: der Zornschädel. Er hatte darüber in wenig verbreiteten Schriften gelesen und wollte nun überprüfen, was an ihnen Wahres dran war.

„War wohl doch nichts!“ dachte er bei sich, und bahnte sich weiter seinen Weg durch die Wildnis. Jetzt in den namenlosen Tagen reagierte die Umgebung wesentlich aggressiver auf alles Lebende, wenn auch nicht so schlimm wie im Schwarztobrischen. Dass die Gegend hier hochmagisch war, hätte sogar ein Laie bemerken können. Die Pflanzen wiesen teil eigenartigen Wuchs auf. Bartholomäus wusste zwar nicht genau, ob an den Gerüchten etwas dran war, dass hier vor kurzem auf mysteriöse Weise ein ganzer Ort aus der Zeit der Magierkriege wiederaufgetaucht war, aber zumindest würde es gut passen.

Der Magus bahnte sich weiter seinen Weg durch das Dickicht. Bisweilen versuchte er den Fluss der Kraftlinie auszumachen, die hier besonders stark war. Er ahnte, dass sie ihn zu seinem Ziel führen würde.

In Gedanken ließ er die Ereignisse der letzten Zeit nochmal Revue passieren. Seit ein paar Monaten schon hatte Simiona angewiesen, dass Burg Leihenbutt massiv verstärkt werden sollte. Neue Wehranlagen wurden angelegt, die alten wurden verstärkt, Pechnasen und Schießscharten eingefügt. Simiona hatte sogar einen zwergischen Baumeister mit dem Bau von Geschützen beauftragt. Sie schien in nicht allzu ferner Zukunft einen Angriff zu erwarten – nicht ganz zu unrecht, wenn man bedachte, dass es in letzter Zeit immer schwieriger geworden war, die Ereignisse der jüngeren Zeit über die Grenzen des kontrollierten Territoriums hinaus geheim zu halten, auch wenn sie sich wirklich große Mühe gab. Zudem hatte es viele neue Söldner in ihre Dienste gezogen, die meisten aus der Wildermark. Schließlich zahlte sie mit hartem Gold. Dass sich dabei die Kassen der Grafschaft immer schneller leerten, schien ihr bislang nichts auszumachen. Immerhin hatte sie in den letzten Jahren einiges an Gold beiseite geschafft – vielleicht genau für Zeiten wie diese.

Das Krächzen von Raben riss ihn aus seinen Gedanken. Er hatte den Aufstieg zu einem Hügel erreicht. Ein Occulus Astralis bestätigte dem erfahrenen Magier, dass der Hügel von dem Kraftstrom durchzogen wurde. Und dann erkannte er es: auf einem steinernen Podest befand sich ein hell leuchtendes Knochenhaupt. Dies musste der Zornschädel sein – das Ziel seiner Suche. Vorsichtig schritt Bartholomäus weiter den Hügel hinauf.

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Texte der Hauptreihe:
K1. Erster Teil
1. Nam 1031 BF
Erster Teil

Kapitel 1

Zweiter Teil