Untersuchungen zum Fluch der Giganten

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von Serpentius Bugenhog
herausgegeben aus seinem Nachlass durch Gerlinde von Nardesheim am 23. Phex 992 BF

Anschließend an die Untersuchungen meiner werten Collegen Hesindian Quandt und Adhemar Kleinwald werde ich in diesem Traktat meine Beobachtungen zum Fall des Hauses Güldenhall notieren. Ich hoffe, dass dereinst einer meiner Schüler diese Schrift veröffentlichen kann, wenn meine Schlussfolgerung sich bestätigt und das Haus Güldenhall kinderlos vergeht.

Leider gibt es in den vielen Schriften der Schüler Rohals keine Hinweise dessen Entscheidung betreffend, die alte Grafschaft Hartsteen an der Natter zu teilen und den südlichen Teil, der am Schlund den gefallenen Giganten Rashdul beherbergt, unter eigener Grafenkrone zu verwalten. Wenig wissen wir auch von den ersten drei Grafen von denen nur das Kürzel "v. H. B." überliefert ist. Selbst der dritte dieses Namens, von den Angroschim "Grimmwulf auf dem Silberberg" genannt, war mit den örtlichen Zwergen nicht gut Freund. Vor diesem Hintergrund muss man auch die Prophezeiung des Feuerdeuter Kogorol, Sohn des Kroschmil aus dem Jahre 477 BF kritisch betrachten. Die überlieferte XIII. Strophe ist aber dennoch hier von Interesse:

"Die Dreizehn ist die Zahl
Von einer gülden Hall
Des letzten schlunder Grafen
In heißer Feuer Qual
Des fünften Hauses Fall
Wird Angro wütend strafen"

Die Zweihammersippe als Schlunder Grafenhaus kann man heute als das fünfte Grafenhaus interpretieren, welches im Jahr 882 BF durch eine Intrige der letzten Schlunder Gräfin aus dem Hause Güldenhall kurzfristig fiel. In das 13. Jahr der Regierung Kaiser Valpos fallen dabei die Ingerimmszorn genannten Ereignisse, die im Phex die Grafschaft zerstören. Fasst scheint es, als wolle die Grafschaft einem wilden Nebachotenross gleich die Gräfin aus dem Sattel zu werfen.

Dies unterstützt die Thesen des Collegen Kleinwald über die Urseele Garetiens und über den alten Bund mit dem Land. Calderine von Güldenhall hat nämlich nachweislich niemals am Heiligtum Schlund den alten Sang des traurigen Trolls angestimmt. Und sie hat auch niemals den Hraun genannten Feuerschlick über Helm, Axt und Schwert gestreut. Vermutlich hat sie in ihren zwei Jahren sogar niemals den Schlund wirklich betreten.

Der Giganten Fluch über das Haus Güldenhall scheint aber noch weiter zu reichen. In einem Brief des damaligen Efferd-Geweihten von Moorsch, Effardeon Dräxel, rät dieser 864 BF der Gräfin Utharia explizit, sich mit dem König einzuschiffen, er sähe "Ehre für Güldenhall" in den Wassern, was Gräfin Utharia dazu veranlasste, sich mitsamt ihren beiden Kindern dem Heerbann anzuschließen. Der Gigant Efferd - nach den Annalen ein Bruder Ingerimms und Rashduls - strafte auch sie später in der großen Havarie.

Nehmen wir nun (Anmerkung der Herausgeberin: vermutlich um das Jahr 920 BF) noch den mittlerweile 60-jährigen Freiherrn Calidus von Güldenhall als letzten Vertreter des Hauses, der bereits die dritte Frau aus fruchtbarem Hause kinderlos begraben musste, so scheint eine weitere Gigantenschwester sich gegen das Haus verschworen zu haben: Tsa.

Ein weiteres Indiz bietet die Grafschaft Perricum in der Nachbarschaft: Hier gab es nämlich so gut wie keine Zerstörung. Das mag daran liegen, dass die Anrainer-Barone am Wall diesem eine ganz besondere Ehrerbietung zukommen lassen, allen voran die Barone von Sturmfels, die sich alle sechs Jahre dem Kampf mit dem Giganten stellen, wie Hesindian Quandt in seinen Perricumer Reisetagebüchern berichtet.

Was also hat das Haus Güldenhall an Rashduls heiliger Stelle verbrochen? Wie konnten sie sich an der Krone an Ingerimms wichtigster Grafschaft versündigen?