Unruhige Zeiten - Kapitel 7

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Ende Tsa 1043 BF, Kaiserlich Randersburg, südlich von Ettingen

„Worauf warten wir!“ Ritter Wulfhelm hatte seine Kriegslanze zur Hand und ließ sein Ross tänzeln.

„Keine Chance! Sie sind uns haushoch überlegen.“ Hagen von Rallerau blickte den Hügel hinab auf die starke Vorhut des Feindes. „Wir können sie niemals zurückschlagen.“

„Sie dürfen die Pfalzgräfin und ihre Tochter nicht kampflos in die Hände bekommen. Das verbietet uns unsere Ehre als Ritter!“

„Aber sie ist die Pfalzgräfin. Die Kaisermärker werden es nicht wagen ihr auch nur ein Haar zu krümmen. Der Hardt wird ein Lösegeld zahlen und alles ist gut.“

„Ich habe in der Wildermark und in den letzten Monden zu viel gesehen, um noch an die unbedingte Ritterlichkeit der Fehdeparteien zu glauben…“

„Deswegen werde ich mein Leben und das meiner Leute trotzdem nicht wegwerfen“, unterbrach ihn der Rallerau rüde.

„Ihr seid Soldat“, meinte Wulfhelm mit kaum verborgener Verachtung, „von Euch erwarte ich weder Ehre noch Ritterlichkeit. Aber ich sehe hier genügend Reichsforster Ritter, von denen ich glaube, dass sie das Erbe von Danos dem Ritterlichen im Herzen tragen.“

„Ihr könnt reden, soviel Ihr wollt, Ihr werdet die Kutsche nicht mehr rechtzeitig erreichen.“

„Dann werden wir sie eben zurückerobern müssen. Oder zur Not an ihre Ehre appellieren, in der Hoffnung, dass die Kaisermärker noch nicht vergessen haben, was das ist. Doch ohne unser Eingreifen fürchte ich um Ehre und Leben der Pfalzgräfin und ihrer Tochter.“

„Ich werde den Befehl trotzdem nicht geben“, meinte Hagen trotzig. „Das wäre Selbstmord! Ich werde des Pfalzgrafen Garde nicht sinnlos verheizen.“

„Keine Sorge, ich komme sehr gut ohne Eure Befehle aus.“ Wulfhelm löste sich aus der Formation und wendete sein Pferd zehn Schritt vor der Linie, um zu den wartenden Rittern zu sprechen. „Wer begleitet mich?“

Am Ende der Reihe löste der junge Gerion von Sturmfels und trieb sein Ross neben Wulfhelm. Der ältere Ritter nickte seinem ehemaligen Knappen respektvoll zu und blickte dann erneut über die Reihe der Reichsforster. Der ein oder andere hatte noch so viel Anstand betreten zur Seite zu blicken, doch gesellte sich keiner mehr zu den beiden Greifenfurtern.

„Ein halber Götterlauf Fehde und ihr habt vergessen was Ritterlichkeit und Ehre bedeuten? Dann sei es so.“ Energisch wendete er sein Pferd und hielt mit Gerion auf die Weggabelung zu, an der die pfalzgräfliche Kutsche gerade von der kaisermärkischen Vorhut angehalten wurde.

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Texte der Hauptreihe:
K7. Kapitel 7
25. Tsa 1043 BF 11:30:00 Uhr
Kapitel 7
Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8
Autor: Keilholtz