Ungolfs Ende - Ungolfs Erbe

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Regelrecht belagert war die Randersburg - von Aspiranten auf die Pfalzgrafenwürde. jetzt hat einer die Burg erobert, der sie gar nicht belagert hat! Die Krone hat damit dem garetischen Politikbetrieb den Wind aus den Segeln genommen.

Randersburg Nach dem Tod des Pfalzgrafen Ungolf von Hirschfurtens im Rondra 1039 BF – just am selben Tage wie der Teilnehmer am Donnersturmrennen Mullbert von Spornstein – stand das Haus Hirschfurten vor dem Problem, dass das Amt über die Pfalz nicht erblich war und folglich von er Krone frei vergeben werden konnte. Freilich: Häufig belehnt der Souverän die Kinder seiner Ministerialen mit den Ämtern, sind sie doch oft genug von Kleinauf in das Amt gewachsen und die natürliche Wahl. Für Ungolfs Kinder galt das nicht - selbst schon Pfalzgraf respektive ungekrönte Königin in Angbar. Und für Randersburg selbst galt dies in der Vergangenheit auch nicht: Ungolfs Vorgängerin war eine Ruchin, eine ruhige übrigens, die sich ihr Amt vor allem dadurch verdient hatte, dass sie dem Kaiser häufig die Tür aufgehalten hat. Und deren Vorgänger war - und das haben die meisten gewiss schon längst vergessen - der Ogerfresser Bernhelm von Wetterfels, der gewiss nichts dagegen hätte, seine mittlerweile durch häufiges Wechseln abgenutzte Pfalz Zwingzahn erneut einzutauschen gegen Randersburg.

Alles sah so aus, als könnte das Haus Hirschfurten ausgerechnet mit dem ungeliebten darpatischen Zugang Junkobald die Pfalzgrafenkrone doch noch holen. Aber seit dem Tsa ist Junkobald verschollen und steht deshalb für Randersburg bis auf weiteres nicht zur Verfügung. Sein Sohn Hernulf, der in Gareth nicht nur aus geschliffenen Gläsern trinkt, sondern auch geschliffen zu reden gelernt hat und durchaus eine Alternative aus dem Hause Hirschfurten dargestellt hätte, scheidet aus, weil er sein Erblehen bevogten muss.

Und sonst?

Manch einer sah eine angeheiratete Hirschfurten in guter Position, des Grafen Tochter Ederlinde nämlich. Aber dem mächtigen Grafenhaus, das schon bald in der Alriksmark wieder in festen Stand kommen wird, wenn der ältere Zwilling Ginaya von Luring-Gareths lehnsfähig geworden sein wird, konnte man Randersburg kaum gönnen.

Streitzig hätte Randersburg auch gern erworben. Das jüngere Haus dieses Namens ist unlängst mit dem Verlust des Gerbaldsberges geschwächt worden und hätte ein Lehen wie Randersburg, das zudem auch noch eine gemeinsame Grenze mit Uslenried besitzt, gern genutzt, um den Kern der eigenen Machbasis zu vergrößern und den Fuß in Gegenden zu setzen, die wenigstens Bedeutung haben. Waldstein gehört bekanntlich nicht dazu.

Zweifelt jemand daran, dass es noch ein einflussreiches Haus gibt, das sein Wappen an die Bahn geheftet hat? Die Zweifelfelser haben sogar einige aussichtsreiche Namen im Tableau gehabt: der gut vernetzte Elenviner Kanzleirat Angilbert von Zweifelfels etwa oder dessen Sohn Thimorn, der als Rechtsgelehrter am reisenden Kaiserhof dient und bekanntlich ebenso viel Humor besitzt wie eine Maraskantarantel, deren Krötenschemel gerade abgefackelt wurde. Nicht zuletzt hat sich die Waldsteiner Landrichterin Yalagunde schon länger für Höheres empfohlen.

In diesen Streit der Häuser um eine Personalie, die von diesen nicht im geringsten zu entscheiden wäre, mischten mit dem Gatten der Kaiserin, dem Markvogt der Kaisermark und dem Cantzler des Königreiches überdies drei weitere Unberufene mit, die überdies alle drei ein bisschen besser geschlafen haben dürften, nachdem sich Ungolf von Hirschfurtens Tod nicht als Trick erwiesen hatte.

Und wer ist es nun geworden? Udilbert von Hardt.

Hardt? Moment mal! Udilbert von Hardt? Der ist doch schon seit 15 Jahren tot, werden die sagen, der Gedächtnis gut, aber nicht zu gut ist. Stimmt, der ältere Udilbert ist tot, verunglückt bei einem Jagdausflug und kurz darauf auf Burg Leihenbutt verstorben. Damals war noch Nimmgalf von Hirschfurten der Herr der Burg - und wer deren beider Herrin war, ist sattsam bekannt. Udilberts Sohn gleichen Namens aber, der natürlich jünger ist, lebt und hat das Kunststück vollbracht, nun zum Pfalzgrafen von Randersburg ernannt worden zu sein.

Hardt ist lange Jahre Vogt der gräflichen Greifenklamm im Windhag gewesen, doch das wird ihn kaum qualifiziert haben, das Erbe Ungolfs anzutreten. Vielmehr scheint er im vergangenen Jahr im Zuge der Vorbereitungen des Heerzugs gegen Haffax bei Kaiserhof einigen positiven Eindruck hinterlassen zu haben. Ein Tatmensch, wie es heißt, und einer, der überdies in Garetien kein Unbekannter ist, wenn man ein gutes Gedächtnis … (s.o.) Vater und Sohn verrichteten bei ihren Knappendienst bei Radulf von Hirschfurten, und es heißt, dass die Freundschaft zwischen Udilbert dem Älteren und Radulf, der immerhin Ungolfs Bruder war, innig und stets gewesen sein soll.

Wie es Hardt allerdings geschafft hat, das Haus Hirschfurten auszustechen, bleibt eine interessante Frage, die sich politisch vielleicht dadurch erklären lässt, dass seine Bestellung keinen Garetier gegenüber anderen Garetiern gewinnen lässt. Vielleicht.

Barnemund von Plitzenberg

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Texte der Hauptreihe:
K2. Ungolfs Erbe
18. Per 1039 BF
Ungolfs Erbe
Ein letzter Trick?

Kapitel 2

Ein Hardter Brocken
Autor: BB