Turniersaison verspricht großartig zu werden

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Gareth. Wer heutzutage sein Herz ans Turnieren gehängt hat, erlebt eine tolle Zeit. Der Auftakt dieses Jahres war so spektakulär wie kein anderes in dieser Rittergeneration: Beim Ingerimmsturnier zu Eslamsgrund fiel der Sieger der Tjoste tot ins eigene Blut, ehe er den Siegerkranz empfangen konnte – und das Kaiserturnier dieses „Blutigen Jahres“ gehörte zu den am besten besuchten seit langem.

Die Kaiserin ward heuer anwesend, als die Tjoste begann und die Krone der garetischen Ritterschaft um den Rang des Turnierkönigs oder der Turnierkönigin von der Kaiserin Gnaden stritten. Doch das Teilnehmerfeld war voll – aus allen Teilen des Reiches waren Lanzen und Schwerter angereist, um Garetien den Titel in diesem Jahr zu rauben. Kurzum – Ihr wisst es: Es gelang. Kein Garetier stolzierte als Letzter aus der Tjostbahn, und kaum tröstet uns, dass es der Kaisermärker Glaubert von Eschenrod war, der das garetische Banner bis hierhin getragen hatte – trägt er mit seinen beiden (!) gebrochenen Armen sobald kein Banner mehr.

Jetzt aber steht das große Luringer Turnier vor der Tür – und auf dem Erlgardsfeld unter den Zinnen von Burg Luringen drängen sich die Ritter. Graf Drego sei entzückt über den Andrang, heißt es, aber es sind seine beiden Vorgänger, die dieses Turnier zum prestigereichsten Garetiens gemacht haben: zwei „Könige der Ritter“ prägten dieses zweite große Turnier nach Jahresbeginn und füllten es mit ritterlichen Idealen, ausgelassenem Spiel und standesbewusstem Wettstreit.

Auch hier bemerken wir einen größeren Andrang als in den Vorjahren. Erwarten die Leute von diesem „Blutigen Jahr“ Großartiges? Ein Spektakel? Oder fehlen den Teilnehmern die Kriege und Feldzüge der vergangenen Jahre, so dass sie sich auf den Turnierplätzen tummeln? Wir wissen es nicht.

Was wir aber wissen ist dieses: Ungewöhnlich viele Hartsteener Ritter sind angereist, um dem Erben ihrer Grafschaft auf seiner ersten Ritterfahrt ein ehrendes Geleit zu geben. Odilbert von Hartsteen ist seit einem halben Jahr formell Ritter, sein Ritterschlag im Hesinde war eine pompöse Veranstaltung, bei der es durchaus erhebliche Missstimmungen zwischen den traditionell befreundeten Rittern der Grafschaften Hartsteen und Reichsforst gegeben hatte. Es ist darum eine schöne Geste des jungen Ritters Odilbert, dass sein erstes großes Turnier jenes zu Luring sein wird und dass er mit so viel ritterlichem Gefolge angereist ist – unter anderem mit allen seinen noch lebenden Schwertvätern und -müttern.

Wir derweil, die nur zugucken, freuen uns auf die Tjoste und drücken unseren Favoriten die Daumen und erwarten sehnsüchtig den angekündigten Buhurt. Die Gäste aus Hartsteen haben sich erbeten, „die Burg“ zu halten und die eine Partei zu stellen, deren Bannerführer Ritter Odilbert sein wird. „Das Feld“ hingegen stellen die Reichsforster Ritter, wobei noch nicht feststeht, ob Graf Drego selbst Bannerführer sein wird oder diese Ehre seiner hochschwangeren Schwester überlassen wird. Lechmin von Luring gehört hier zu den absoluten Lieblingen, und dass der Kindsvater unbekannt ist, hat ihrem Ruf nicht geschadet. Ein lockeres Gerücht, von einem ruhmsüchtigen Knappen in die Welt gesetzt, erregte Murren: Ritter Odilbert habe lautstark gefordert, ihm keine Schwangere gegenüberzustellen. Dass das Wort „schwangere Kuh“ gefallen sein soll, kann ausgeschlossen werden. Aber überlassen wir das den noblen Rittern – die beiden werden im Tjost schon ausfechten, wem die Götter hold sein werden.

Das Turnieroktav sieht vor: Nach der gestrigen Vesper und den heutigen Axtkämpfen folgt morgen der erste Teil der Tjoste sowie übermorgen deren Finale. Anschließend Knappenturnei und Reiterspiele und schließlich mit einem Tag Pause der Buhurt „Burg gegen Feld“.

Ob ich wette? Jede Wette!

für den Herold: Jagodar von Galothini