Trügerischer Schein - Teil 7: Das Dorf Rotfurt

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Dramatis Personae:

Hamardan ibn Seyshaban han Rhod’far Edler von Rotfurt

Arn Fuxfell, Hafenmeister

Dorf Rotfurt, Baronie Gnitzenkuhl Praios 1034 BF

„Jala! Jala…!!!“ Zufrieden beäugte Hamardan ibn Seyshaban die Stuten mit ihren einjährigen Fohlen. Ein gutes Jahr. Ein bis zwei der Hengstfüllen waren wahre Prachtstücke. Gerade recht für seine Söhne. Sie wurden gerade von der nahe dem Gut gelegenen Weide weg getrieben damit sie mit ihrem Nachwuchs auf dem neuen und saftigen Grund grasen konnte. Doch in die geordnete Ruhe kam plötzlich unvermutet Bewegung, als Rufe und Geraschel vom Ufer her laut wurde. Die ohnehin recht nervösen, weil temperametvollen Rösser begannen zu wiehern und auszubrechen. In schierer Panik brachen sie durch die Reihen der Treiber und preschten geradewegs auf die Reichsstraße zu.“

„Hintärhär, wenn auch nur ainär sich verlätzt wärde isch perönlisch den Schuldigän an seinem Gemäscht durschs Dorf ziehän!“ Erbost schrie er dies seinen Leute, teils Nebachoten, teils Raulsche, hinterher.

„Ai, waaas isdd da loss? Welschär Sohn ainar räudigän Hündin wagd äs hiar auf mainäm Grund…?“

Überraschend behände hatte es der Edle von Rotfurt geschafft im Sattel zu bleiben und sein Pferd, obwohl es am liebsten mit geflohen wäre, genau zum Gegenteil zu bewegen. Im Seitwärtsgang tänzelte es in Richtung des Ufers, wo er als Ursache der Störung alsbald ein hochrotes Gesicht erkannte, dass keinem geringerem als dem hiesigen Hafenmeister gehörte.

„Was zur Höllä macht der Hafänmaistär im Rörhicht, häh?“

„Nichts für ungut Wohlgeborn han Rohd’far…“ Wenn er gereizt war, war es besser ihn mit seinem nebachotischen Titel anzureden, das hatte Arn in alle den Götterläufen hier gelernt.

„Wir sind auf der Suche nach…naja es sin‘ obn bei den Bleichenwangs Hirten verschwunden, die Rinder sind tot. Also nicht verendet, sonnern…“ hier schaute er hilfesuchend zu seinen Begleitern.

Der Zorn des Adligen Nebachoten schien noch nicht verraucht zu sein. „…Pah, und wieso glaubbt ihr hiär, bei mainär Schdutenwaide findisch zu wärdän? Wolldt ihr ätwa damit andoiten, dass isch…?“

Mit einer mäßigenden Geste beeilte sich der Hafenmeister sogleich abzuwiegeln. „Nein, natürlich nicht darum. Vielmehr scheint es so, als ob erneut dieses Monster aus dem Darpat dafür verantwortlich sein könnte. Und selbst wenn nicht…der Fluss ist immer ein Ort wo finstere Geselln ihre Opfer los werdn. Is auch einer von euren Nebachoten bei, der gesucht wird.“

Diese Worte waren es scheinbar, die den gereizten Nebachotenführer Gnitzenkuhls abkühlen ließen. Er beeilte sich einige seiner Leute abzustellen, und die Suche zu unterstützen. Dann bestieg er selbst wieder sein Pferd mit zweien seiner Krieger und ritt gen Gnitzenkuhl, wo die Ritterin Leomara sich an der Suche beteiligte. Wenigstens war die Schnepfe Geshla nicht da, sodass er sich nur mit ihrer Ritterin rumschlagen musste- schlimm genug, aber wenigsten amüsant. Bestenfalls würde ein Kampf aus dieser Begegnung resultieren.

Texte der Hauptreihe:
K12. Das Dorf Rotfurt
Autor: Nicole R.