Trügerischer Schein - Teil 78: Die Schlacht am Darpat II

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Baronie Wasserburg, Später Praios 1034 BF


Dieser verfluchte Kraven!, schoß es Dejala durch den Kopf. Wieso hatte er nicht besser aufgepasst? Bereits drei ihrer Mannen lagen tot oder sterbend in ihrem eigenen Blute, bevor sie auch nur zur Gegenwehr bereit gewesen waren. Zwei weitere brüllten vor Schmerzen, während sie sich – verwundet – versuchten unter den Hufen der Nebachoten wegzuziehen.

Masiak stand bereits neben ihr und zog am Verschluss seines schwarzen Mantels, der daraufhin – nass wie er war – zu Boden fiel und das große Schwert, das der Hüne auf seinem Rücken trug entblößte. Ein weiterer Handgriff und auch die Halterung des Schwertes glitt zu Boden, während er mit der anderen Hand die Boronsichel am Griff festhielt und den Feinden entgegenhielt. Ehre war dem Al’Anfaner fremd. Die Klinge die er trug war lang genug, um die Reiter auf den Rücken der Pferde zu erreichen, doch wieso sollte er sich dazu abmühen, während er auch ganz einfach den Gäulen die Beine wegsäbeln konnte? Danach wären die Reiter für die Überzahl der Schmuggler eine leichte Beute. 
Sofort war Dejala an der Seite von Masiak und bildetet mit ihm eine tödliche Einheit, in der einen Hand einen langen Dolch und in der andere ein elegantes Schwert haltend, von dem noch immer etwas Gift tropfte. Inständig hoffte sie, dass der Regen es nicht zu schnell abwaschen würde, bevor sie eine Opfer dafür fand. 
Gemeinsam mit ihrem Gefährten rückte sie auf die Reiter vor, als einer der Feinde von einem Bolzen vom Pferd gerissen wurde ...

Al’Arik und sein Ammayin Rash’ijd preschten Seite an Seite, ihre nebachotischen Reiterlanzen als Willkommensgruß vorangestreckt, auf die Szenerie zu. Die hochnäsige Garethi Leomara hatte abgedreht und hielt gemeinsam mit Hamardan auf das andere Ende des Lagers zu. Gut so, kamen sie sich nicht in die Quere. Neben ihnen fiel der Magus, der ungestüm mit ihnen voran gedonnert war. Welch ein Narr, dachte sich Al’Arik, als sie den Garetier hinter sich hatten und ihn so aus den Augen verloren. Nun waren sie alleine die ersten. Und vor ihnen waren nur noch diese elenden Schmuggler. Die ersten beiden überrannten sie glatt ohne auch nur viel Notiz von ihnen zu nehmen, einem nächsten hämmerte Al’Arik mit seiner Lanze das Leben aus dem Körper. Dieser wollte zwar noch ausweichen, konnte aber keine Lücke zwischen den beiden dicht an dicht reitenden Pferden finden und wurde so Opfer der Lanze des Feshaveners. Die beiden spürten das Blut und das heilige Wasser aus dem Mantikorbrunnen in ihren Adern pulsieren, als sie plötzlich etwas durch die Luft zischen hörten und Al’Arik von einem Bolzen hart in die linke Schulter getroffen wurde.

Er konnte sich aber noch gerade auf dem Pferd halten, musste es aber bremsen. Dann versuchte er im Regengetose den Schützen aus zu machen und fand ihn. Während Rash’ijd ihm mit seiner Lanze den Weg frei machte stürmte er, unter einem starken Pochen in der Schulter, auf den Schützen zu, lenkte aber ein, als ein weiterer Bolzen nach seinem Blut verlangte, ihn aber haarscharf verpasste. Rash’ijd indes ritt geradeaus. Von seinem Weg abgekommen suchte er ein neues Ziel und fand es in einem hünenhaften Mann, der sogar bei diesem Wetter gut zu erkennen war. Was für ein Gegner!, kam es in Al’Ariks Kopf. Mein Gegner. Und so hielt er auf diesen zu, ignorierte den Schmerz in der Schulter und trieb sein Pferd erneut an, die Lanze im Anschlag. Der Hüne kam näher und näher. Gleich sollte sein Blut dem Nebachoten gehören. „Kur a‘Hara Ah“, der Kampfschrei kam aus voller Kehle doch streifte er seinen Gegner nur mit der Lanze, da dieser in gleichen Moment mit seiner Waffe nicht ihn attackierte, sondern auf die Beine seines Pferdes einhackte und es und Al’Arik somit zu Fall brachte, er hart zu Boden geschleudert wurde und ihm kurz die Sinne genommen wurden.

Sein Pferd wand sich tödlich getroffen vor Schmerzen auf dem Boden und begrub Al’Ariks Bein unter sich.

Lyn war nicht direkt hinter den Nebachoten her gestürmt sondern näherte sich durch den Regen unbemerkt von der Seite her. Schnell trugen sie ihre Füße und sie hörte das Trampeln der Hufe und Metall auf Metall zu ihrer Linken. Der Feuerschein des brennenden Wagens half ihr dabei, den richtigen Weg einzuschlagen, und tauchte die Szenerie in ein flackerndes Licht. Der Regen verbarg nicht nur ihre Bewegungen, sondern ebenso den Krieger der auf einmal vor ihr auftauchte. Fast wäre sie in ihn reingerannt als sich ihre Wege kreuzten und mit einem „Für Rondra“ schlug sie mit voller Kraft gegen seinen Schwertarm. Der Schmuggler, der sich gerade weiter nach vorn in die Richtung des Kampgetümmels bewegen wollte, war von diesem Schlag überrascht und schaffte es nur noch halbherzig seinen Säbel zwischen sich und die Waffe Lyns zu bringen. Sofort setzte die Kriegerin nach und nach wenigen Hieben lag ihr Gegner im Schlamm, sein Schwertarm in unnatürlichen Winkel abstehend. Schnell eilte sie weiter und vernahm den Kampfschrei Al’Ariks fast neben sich. Der Regen lief ihr ins Gesicht doch unbeirrt wandte sie sich in die Richtung, hin zum Kampfeslärm. Sie sah den Hünen der sich Al’Arik stellte, sowie zwei weitere Schmuggler die sich der Szene ebenso mit erhobenen Säbeln näherten.

Ein Donnerschlag ertönte und der darauffolgende Blitz ließ sie sehen, wie der Feshavener mit seinem Pferd zu Boden ging. Der Schlamm spritzte als sie ihre Schritte beschleunigte und so schnell sie konnte war sie zwischen Al’Arik und den sich ebenso schnell nähernden Schmugglern. Das Pferd Al’Ariks lag zwischen dem Hünen und ihm – bzw, halb auf ihm - und verschaffte ihr dadurch kostbare Sekunden, die sie nutzte, um den Ansturm der Beiden abzuwehren. Wie schon so oft vorher waren ihre Sinne nur noch auf das Spiel der Waffen eingestellt und flink parierte sie erst den einen, dann den anderen rostigen Säbel. Dabei verzichtete sie ihrerseits auf einen Angriff um erst einmal ihre Position zu sichern und den dritten Gegner nicht völlig aus den Augen zu lassen. Diese Taktik zahlte sich aus, denn als Al’Arik gerade eben zu Sinnen kam, war der Hüne auch schon bei ihm, um dem am Boden liegenden mit einem sauberen Hieb den Kopf vom Rumpf zu trennen. Mit einer fließenden Bewegung fuhr Lyn zu ihm herum, den Schmugglern dadurch ihre nun ungeschützte Seite präsentierend und blockte mit ihrem Anderthalbhänder den Schlag. Funken stoben als Metall auf Metall traf, doch mit aller Kraft lenkte Lyn den Hieb ab, der das Ende des Feshaveners bedeutet hätte.

Dies nutzen die beiden anderen, die bei weitem keine Anfänger waren. Während der Erste seinen Säbel tief in Lyns Schwertarm stach, zog der Zweite den seinigen quer über ihren Rücken. Hielt die Lederrüstung zwar das Meiste des zweiten Schlages ab, so durchfuhr Lyn doch eine Woge des Schmerzens und lenkte sie einen kurzen Augenblick ab. Einen Augenblick, den Masiak für sich ausnutzte. Brutal trat er den noch halb unter dem Pferd begrabenen Al’Arik ins Gesicht und setzte Lyn nach, der er den Ellenbogen ins Gesicht rammte. Zufrieden hörte er das Brechen ihrer Nase.
Um den am Boden liegenden Nebachoten würden sich schon die herbeieilenden Seeleute kümmern, die ihre Entermesser und Dolche bereits angriffslustig gezückt hatten. 
Sie standen Lyn nun zu dritt gegenüber und weitere schickten sich an, sich zu ihnen zu gesellen….

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Texte der Hauptreihe:
K82. Die Schlacht am Darpat II
Pra 1034 BF
Die Schlacht am Darpat II
Die Schlacht am Darpat I

Kapitel 82

Die Schlacht am Darpat III