Trügerischer Schein - Teil 6: Das Grauen erwacht wieder VI

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Dramatis Personae:

Gerion von Keres, Edelmann und Magier

Leomara von Keilholtz, Ritterin

Das Grauen erwacht wieder

Anfang Praios 1034 BF, Baronie Gnitzenkuhl

Nachdem die Herrschaften aufgesessen waren ritt Leomara mit den garetischen Besuchern im gemächlichen Trab über einen angrenzenden Trampelpfad über die Felder zur Reichsstraße zurück.

Auf dem Weg verständigte sie sich mit dem Magus darüber wie er und seine Männer eingesetzt werden wollten. Der weitere Nachmittag ging damit zu Ende, dass man mit einigen Dorfbütteln und abgestellten Stadtwachen die Flure gen Darpat durchstreifte, Feldarbeiter befragte und immer wieder die Beschreibung der Männer dabei anbrachte. Doch ohne Erfolg.

Selbstverständlich nutzte die neugierige Rittfrau die Gelegenheit Gerion zu befragen weshalb er nach Gnitzenkuhl gereist war, und war überrascht zu hören, dass es sich um den Platz für einen Pagen handelte, der ihn hierher geführt hatte. Sie scherzte darüber, dass er froh sein könnte, dass sie nun wieder in einem festen Bund stünde und ihre eigenen Räume auf der Burg bewohne, da sie sicher nicht der rechte Umgang für kleine Jungs sei. Sie gab dazu einige Geschichten aus ihrer Kindheit zum Besten, die allesamt davon kündeten, dass die junge Leomara wohl ein sehr aufgewecktes Kind gewesen sein musste. Denn wer kommt schon auf die Idee zu behaupten Gras muss gesund sein, da schließlich Pferde und Kühe es fressen! Im Glauben im Recht zu sein, verspeiste sie es dann auch , was ihr wohl nicht sonderlich gut bekam und Klein- Leomara mit der Erkenntnis zurück ließ, dass die Tiere wohl einfach von der Herrin Peraine mit besonderen Körpern ausgestattet sein mussten, da sie ja schließlich nicht die Gaben der Herdmutter Travia – das Feuer- zum kochen zu nutzen wussten.

Über Leomaras Kindheitsgeschichten mußte Gerion schmunzeln. Dann begann auch er eine zu erzählen, wie er und seine beiden Geschwister noch Pagen am Kaiserhofe waren. Cordovan hatte immer nur Streiche im Kopf und zog sich mehr als gut war den Zorn des damaligen Pagenmeisters zu, der für die Ausbildung der Pagen zuständig war. Einmal fühlte er sich von ihm so sehr unberechtigt behandelt, daß er beschloß es ihm heimzahlen und überredete Gerion bei seinem Streich mitzumachen.

Sie wußten, daß der Pagenmeister sich sich vor Insekten ekelte und eine schiere Angst vor ihnen hat. So sammelten sie tagüber Insekten aus den Gärten und verwahrten sie in kleinen Boxen. So hatten sie schnell neben dem dutzend Schnecken, die sein Bruder irgendwo fand, Ameisen, Bienen, Heuschrecken und etliche weitere Tierchen. In der Nacht darauf schlichen sie sich heimlich aus ihren Quartieren in das des Pagenmeisters. Sie hatten sogar Dietriche mit dabei um die Tür des Pagenmeisters zu öffnen, doch hatte er es nicht zu gesperrt, so daß sie leicht in sein Zimmer schleichen konnten und die Insekten - und auch die Schnecken - auf seiner Schlafstatt verteilten.

Später, als sie wieder in ihren Quartieren waren, hörte man durch den ganzen Palastflügel das Schreien des Pagenmeisters, der wohl durch die Insekten aufgewacht war. Er hatte nie einen Beweis, daß sie dahinter steckten, aber seitdem hatte er ein besonderes aufmerksames Auge auf sein Bruder geworfen.

Durch derartige Schwänke an die Vergangenheit erinnert, kam man doch recht schnell darin überein, dass die Kindheit wohl die unbeschwerteste und im Nachhinein betrachtet, sorgloseste Zeit im Leben eines Menschen ist. Zumindest, wenn man behütet aufwuchs. „Und damit auch in Zukunft hier am Darpat jeder ohne Sorge wieder planschen kann wie ich es einst tat“, ergänzte Leomara, „werden wir nun zur Tat schreiten.“

Dem Hafenmeister hatte man schon Anweisungen übermittelt, dass er sich um weitere Freiwillige kümmern sollte, die mit ihren Booten das seichte Ufer durchstaken sollten, solange das Praiosmal noch am Derezelt stand. Als die Streiter schließlich ordentlich staubig, müde und hungrig selbst dort ankamen kehrten gerade die letzten Boote heim und schon an den trübseligen Gesichtern war erkennbar, dass man kein Erfolg gehabt hatte. Beim Eintreffen der Adligen verstummten aber recht bald die Gespräche und die Leute zerstreuten sich. Nur Arn Fuxfell und sein Gehilfe Tjalf standen noch da. „Sie sin aber auch noch nicht ganz durch Wohlgeboren!“, meinte er an Leomara gewandt. „Wer weiß, vielleicht ham se morgen mehr Glück?“

Salva durchkämmte mit dem ihr eigenen stillen Eifer den angrenzenden Wald und auch die Weiden mit ihren Helfern. Bis auf einen Lagerplatz, der aber schon sehr alt sein musste wurden sie auf nichts aufmerksam. Die Köhler, ohnehin ein schweigsames und misstrauisches Volk, versicherten ihr glaubhaft nichts bemerkt zu haben. Außerdem beteuerten sie, dass wenn sie etwas auffälliges sehen würden, sie unverzüglich kämen und es der Familie Bleichenwang erzählen würden.

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Texte der Hauptreihe:
K11. Das Grauen erwacht wieder VI
Pra 1034 BF
Das Grauen erwacht wieder VI
Das Grauen erwacht wieder V

Kapitel 11

Das Dorf Rotfurt