Trügerischer Schein - Teil 33: Reise nach Perricum-Stadt

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Dramatis personae:


Markgrafschaft Perricum, zwischen Dorf Gaulsfurt und Stadt Perricum, Praios 1034 BF


Auf den Beschluß hin hatte man sich, nach dem der Raulsmärker Magier Gerion sich aus Gaulsfurt wegtransversalisiert hatte und die andere Gruppe sich nach Gnitzenkuhl aufmachen wollte, schnellstmöglich und ohne große Umschweife auf den Weg nach Perricum-Stadt gemacht. Dabei hatte der alte Kor’win stillschweigend das Kommando (Kain war dabei sein Sprachrohr) übernommen, was zumindest Al’Arik etwas verärgerte, dieser aber aus Vernunftsgründen nicht weiter ansprach, immerhin verstand dieser Jäger etwas von seinem Handwerk, so wusste Al’Arik, und er sollte ihn ja auch zu dem Ursprung des Untiers führen.

Und so kam man zügig voran, das Fischerdorf und die Anderen ließ man schnell hinter sich, durchquerte Gaulsfurt und kam auch sonst gut und ohne große Vorkommnisse voran.

Zwischendurch hörte man sich immer wieder bei der Bevölkerung des Landstriches entlang des Darpat um. Wobei Al’Arik, Kain und Kor’win sich hierbei vermehrt um die Nebachoten der Gegend kümmerten während Nedarna vorgeschickt wurde um die Raulschen zu befragen. Aber in allen Fällen konnte, außer den bereits bekannten Geschichten und Gerüchten, nichts weiter in Erfahrung gebracht werden.

Bis auf diese Befragungen und einer kurzen Rast am frühen Abend ritt man also durch. Bei dieser Rast fiel Al’Arik und Nedarna auf, dass sich der alte Kor’win, während Kain unablässig vor allem auf Nedarna einredete, etwas vom Rastplatz abgesondert hatte und sein Blick seltsam stumm ins Land abdriftete. Darauf angesprochen entgegnete Kain, dass sein Ziehvater mit dem Land spreche, worauf sich beide aber keinen Reim machen konnten und es dabei beließen, zumal Kain auch schnell wieder in seinen vorherigen Redeschwall überging.

Auch während der weiteren Reise unterbrach er diesen kaum und man kam nicht umhin zu bemerken, dass Kain damit bezwecken wollte die Reshminianierin Nedarna zu beeindrucken. Dabei bewies er durchaus auch Geschick und charmante Redegewandtheit, die aber ein wenig an Routine gemahnen ließ.

Die Ritterin reagierte darauf mit der ihr eigenen ironischen Art und verwies auf die Vorteile der jungen Dorfmädchen , die sicherlich unter seinen feurigen Blicken dahinschmelzen würden. Sie wusste, es würde mehr als schöne Worte brauchen, um das in ihr schwelende Feuer zu wecken. Dies schien den jungen Jäger aber besonders zu fordern und fuhr, davon angestachelt, unablässig damit fort, was Nedarna aber nicht von ihrer Linie abbrachte.

Al’Arik hatte dafür nur Unverständnis übrig, konnte er den feuerlosen Frauen der Raulschen, und erst recht dieser, nicht viel abgewinnen, zumal dieser Kain auch wirklich jedem Rockzipfel hinterher wollte, was sein Ansehen in Al’Ariks Augen durchaus schmälerte.

Und trotz der andauernden Redeattacken, als die Al’Arik sie empfand, weshalb er sich lieber dem schweigsamen Kor’win zugesellte, konnte man nicht herausfinden, was genau die beiden Jäger nun veranlasst hatte nach Perricum-Stadt reisen zu wollen.

Irgendwann gegen den späten Abend, als man bereits ein Nachtlager im Freien bezogen hatte, die Jäger bestanden darauf, war es auch Kor’win genug und er hielt seinen Schüler dazu an leiser zu treten. Dieser erwähnte dann noch, etwas beleidigt, in einer letzten Anekdote, dass die beiden Nebachoten wohl nicht nur Jagd auf vier bzw. Mehrbeiner machten, sondern auch durchaus mal ein paar Dukaten mit der „Zu- bzw. Rückführung“ mancher Schurken zur praiosgefälligen Ordnung verdienten. Was Al’Arik beeindruckte, so war ihm der strenge Gott der Ordnung von jeher immer am Herz gelegen (zumal dieses Handwerk ja zudem noch Kor huldigte), aber auch etwas leiser treten ließ, weil man ja auch nicht wusste wen die beiden Jäger so alles kannten. Aufmerksam lauschte die Ritterin der Unterhaltung, während sie sich der Pflege ihres Dolches widmete. Dieser wirkte auf den ersten Blick recht unscheinbar, wäre nicht im Knauf ein Saphir in der Farbe ihrer Augen eingelassen, der bei auftreffendem Licht sachte funkelte.

Und so kam man nach einer sehr kurzen aber ereignislosen Nacht und einem weiteren schnellen Ritt am nächsten Tag an die Mauern von Perricum. Im Voraus hatte man bereits abgemacht, dass Nedarna Gerion aus dem Hotel „Kaiser Reto“ abholen sollte und mit ihm einen Abstecher zur Hafenbehörde machen sollte. Die dortigen „Stubenhocker und Amtsschemel“, wie Kain sie nannte, waren größtenteils Raulsche und würden Gerion und Nedarna wohl eher weiter helfen. Sie sollten dort besonders auf irgendwelche Schmuggleraktivitäten ansprechen, was Al’arik deutlich aufhören lies. Nur widerstrebend nahm Nedarna diese Aufgabe an, da sie irgendwie das Gefühl hatte der alte Kor’win wollte sie bei ihrem nächsten Schritt nicht dabei haben, warum auch immer. Aber was das Argument mit den Ämtlern anging musste sie ihnen wohl oder übel Recht geben.

Al’Arik sollte das nur Recht sein, es war so wohl ohnehin besser.

Er sollte/wollte sich mit den beiden Jägern um etwas anderes kümmern, was wurde ihm aber bei Aufbruch noch nicht verraten. Nach getaner Arbeit wollte man sich dann kurz vor Sonnenuntergang in der Hafenkneipe „Zum Entermesser“ wiedertreffen. Wobei die Jäger dort auf verschwörerisch machten und ihnen allen die Anweisung gaben sich bei Eintreffen unauffällig und unbedarft zu verhalten und auf ein Zeichen zu warten, bevor man sich zusammensetzte.

Hinter dem gemeinsam passierten Stadttor, trennten sich dann ihre Wege und sie machten sich auf ihre jeweiligen Aufträge zu erfüllen.

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Texte der Hauptreihe:
K37. Reise nach Perricum-Stadt
Pra 1034 BF
Reise nach Perricum-Stadt
Sorgen eines Handlangers

Kapitel 37

Junkertum Ochsweid
Autor: Jan, Nedarna