Trügerischer Schein - Teil 32: Sorgen eines Handlangers

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Dramatis personae:

  • Hafenhure
  • Hafenarbeiter
  • Matrosin der Admiral Dozman

Baronie Gnitzenkuhl, Stadt Gnitzenkuhl, Praios 1034 BF


„Habt ihr mir alles gebracht?“ Eilfertig nickte die dralle und sehr unvorteilhaft gekleidete Frau und reichte dem schmierigen Gesellen was er verlangt hatte. Er musterte nicht einmal was ihm gereicht wurde, sondern gab der Person eine Schatulle. Gier funkelte ihn aus dunklen Augen an. „Gut! Hier habt ihr es. Ihr wisst, was ihr damit zu tun habt?“ Eine Zunge huschte kurz über dick rot gemalte Lippen bevor auch auf diese Frage ein Nicken folgte. „…Gut, dann, bis zum nächsten Mal!“

Schweiß perlte von seiner Stirn, als die Ankunft von zahlreichen Gästen auf der Burg in Gnitzenkuhl die Runde gemacht hatte. Darunter Namen, die ihm nicht unbekannt waren, Namen die davon kündeten, dass man ihnen auf der Spur war. Wäre es nach ihm gegangen, hätte man eher die Heimlichkeit gepflegt, ganz in Phexens Schatten, aber nein, er hatte ja nichts zu melden. Die Herren konnten mal wieder den Hals nicht voll bekommen, wie „Flüssiges Gold“ hatte er gesagt sei es, und ein Geschenk der Götter. Pah, er weilte ja nun auch nicht hier. Was sollte er nun tun? Angestrengt versucht er mehr zu hören, doch scheinbar waren sie eben erst angekommen und nicht mehr in Erfahrung zu kriegen. Er musste dringend weg und die anderen warnen. Was tun? Er wusste keine Namen, keinen Ansprechpartner, eine weitere Lieferung sollte kommen in den nächsten Tagen. Was wäre, wenn die Adligen dann immer noch hier wären, vor allem die Admiral Dozman? Er knallte eine Münze auf den Tisch, erhob sich und verließ eilig die Hafenkneipe.

Anerkennend nickte er die Matrosin an, die sich vertraulich auf die Reling gelehnt hatte um mit ihm zu plaudern. Sie dachte, er wäre ein Maat auf dem Nachbarschiff. Dabei hatte er der Wache nur ein paar Münzen gegeben, um mit der herben Schönheit nebenan ein Schwätzchen halten zu können. Er versuchte ihr einigermaßen zweideutig zuzuzwinkern und fragend in Richtung der nächst besten Hafenkneipe zu schielen. Sie lachte rau auf. „Süßer…, netter Versuch, aber unser Kapitän ist der Meinung wir sollten ma besser auf Hab Acht bleiben, eh!“ Scheinbar unverständig was das bedeuten sollte schaute er sie treuherzig an, und zog eine kleine bauchige Flasche hervor die er entkorkte. Schnell stellte sie sich so, dass ihre Kameraden dass nicht sehen konnte und fauchte ihn an: „…ey willste, dass ich ne Sonderschicht am Ruder aufgebrummt bekomme?“ Schnell verstaute er das, was die Zunge der Matrosin eigentlich hätte lockern sollen wieder hinter seinem Rücken. Phex war ihm heute wirklich nicht hold. „Nein, natürlich nicht, ich dachte nur, wenn wir zwei Hübschen schon nicht zusamm‘ hocken könn‘ sollten wir hier ein Schlückchen nehmen…!“ Einigermaßen beschwichtigt rückte sie wieder näher zu ihm hin, sodass zumindest eine kleine Unterhaltung möglich war.

Müde lehnte er sich an die Bretterwand in seinem Rücken. Sie war zum Wachdienst gerufen worden und er war sich sicher sein Bestes gegeben zu haben um mehr in Erfahrung zu bringen. Naiv wie sie war, wusste er nun was die Stärken des Schiffes und der drei Geschütze waren und aus welchem Holz die einzelnen Leute an Bord so geschnitzt waren. Die großspurigen Reden über die Taten des Kapitäns und seiner Mannschaft in der Blutigen See glaubte er zwar nur zur Hälfte, doch was blieb, war der Eindruck, dass der Kerl wohl nicht lange fackeln würde, wenn er sie auf dem Fluss auftriebe. Dumm, dass er keine Möglichkeit hatte sie zu warnen. Bliebe abzuwarten, ob er wenigstens Gelegenheit haben würde dieses Wissen einzusetzen. Für heute war es zu spät sollten sie am frühen Morgen tatsächlich auslaufen, doch wenn er mit bekäme wo sie als nächstes ankern würden, würde er die Chance für eine Sabotage ergreifen.

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Texte der Hauptreihe:
K36. Sorgen eines Handlangers
Autor: Nicole R.