Träume von Korgond - Corians Traum

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Relief von Korgond.jpg

Du spielst in der Spielkammer deiner Kindheit. Deine Amme sitzt auf einem Schemel in der Nähe des warmen Kachelofens und schläft mit zusammengesunkenen Schultern. Du schleichst vorsichtig an einen hohen Schrank, den zu öffnen dein Vater dir streng untersagt hat. Leise schiebst du einen Holzstuhl heran und kletterst darauf, um die oberste Schranktür zu öffnen. Dazu benutzt du einen goldenen Schlüssel, in dessen Griff sechs geöffnete Augen graviert sind. In dem schmalen Fach findest du eine kleine purpurn lackierte Holzkiste, die du vorsichtig herunterholst.

Du sitzt auf dem Boden und öffnest voller Neugier deinen Schatz. Der Inhalt besteht aus ein paar Pergamentbögen, die mit fremdartigen Zeichen beschrieben sind, und einem großen schwarzen Würfel, der mit weißen Zahlen von eins bis zwanzig beschriftet ist. Neben dir setzt sich ein Spielkamerad, der sich zu dir ins Zimmer geschlichen hat. Er nimmt den Würfel und wirft eine Acht. Als du an der Reihe bist, erschreckt dich ein polterndes Geräusch vor der Tür und hastig willst du das verbotene Spiel unter einer Bodendiele verstecken.

Dort findest du eine blutverschmierte Balestra. Du nimmst sie heraus und wiegst sie in deiner Hand. Dann zielst du auf den Hinterkopf deines Spielkameraden, der dir den Rücken zu wendet und ängstlich nach der Tür schaut. Mit eiskalter Stimme sagst du, als du abdrückst: »Korgond

Dann erwachst du. Du weißt, dass dieser Traum sich von allen deiner anderen Träume unterscheidet, denn du vergisst ihn nicht. Auch nach Stunden, ja am nächsten Tag noch, ist das Traumbild so klar vor dir wie eine echte Erinnerung.