Streit im Zagrosch 2

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Baron Gorbon, Sohn des Gorsch, zuckte nicht eine Braue, während er den Brief in seinen Bart brummelnd las. Nachdem er den Brief beendet hatte, legte er ihn schweigend beiseite, während er durchdringenden Blicks die Überbringerin musterte. Er erhob sich und wandelte gemächlichen Schrittes zum Fenster, den Blick gedankenverloren in die südlichen Hügel gerichtet. Metallisch klirrend schlug die eherne Linke des Barons gegen die Wand. Die Anwesenden erschraken ob der plötzlichen Unterbrechung der Ruhe. "Was bezweckt der Baron mit diese Anschuldigung". Rasch drehte er sich zu den Anwesenden, denen noch immer der Schreck in den Augen stand. "Gewährt der Botin unsere Gastfreundschaft, sie mag in der Küche unsere Antwort erwarten. Ruft mir Xagul, Sohn des Nerix, er soll meine Abreise in die Binge vorbereiten und beordert den Schreiber in meine Kanzlei." Ohne Rhenaya eines weiteren Blickes zu würdigen, verließ er eiligen Schritts den Feuer-Saal.

"Baron von Corish und von Praill ist lange genug in Amt und Würden, um die Bulle von Xavolosch zu kennen", begann der Baron das Gespräch. "Womöglich steckt der alte Kupfergrab wieder dahinter. Er stellt sich seit dem Verlust seiner Schürfrechte recht häufig gegen uns", gab Xagul zu bedenken. Gorbon wandte sich ab, als wäre ihm die Erinnerung an dieses Thema nicht gerade willkommen. Schließlich setzte er seinen Spaziergang durch die Kanzlei fort. "Ihr wisst, dass Junker Drego von Kupfergrab gute Beziehungen in die Baronie Fremmelsfelde pflegt". Wieder hielt Gorbon inne. "Nein!" Der ungewollt kräftige Ausruf des Barons zog eine plötzliche Stille nach sich. Etwas gemäßigt fuhr er fort: "Ich kann nicht glauben, dass dieser Tölpel über soviel Einfluss verfügt, einen Aristokraten wie den Baron von Fremmelsfelde auf seine Seite zu ziehen. Nein! Wer immer dahinter steckt, hat anderes im Sinn". "Dann werde ich auf gewohnte Art Erkundigungen einholen?" "Nein, es bleibt noch viel Zeit. Wir sollten den Dingen keinen Vorschub leisten, doch werde ich mich mit Väterchen Ramox beraten. Bereitet meine Abreise zur Binge vor!" Der Sohn des Nerix verließ den Raum. Gorbon wand sich dem Schreiber Siglim zu: "Schreibe er ..."

Gegeben zur Schwarzen Feste von Zagbar am 29. Firun 1029 BF

an Baron Darulf von Corish und von Praill zu Fremmelsfelde

Euer Hochgebohren,

sosehr es mich freut, eine Nachricht von Euch zu erhalten, so ernst nehme ich den Grund Eurer Bedenken.

Ich versichere Euch, den Gerüchten nachzugehen und diese auszuräumen, obschon mir die "Bulle von Xavolosch" keine Einmischung in die Belange der Binge erlaubt. Zudem haben Wir beide, gemäß der Lex Zwergia keinen Einfluß auf das, was dort unten im Zagrosch geschieht. So sollten wir fürderhin, wie von Euch selbst festgestellt, die Dinge für das halten, was sie wirklich sind: Gerüchte. Ich werde Euch bald über die Fortschritte meiner Untersuchungen Bericht erstatten und halte es daher nicht für nötig, dass Ihr Eure Zeit bemüht, um uns die Ehre Eures Besuches zu geben.

Angrosch zum Gruße,

Baron Gorbon, Sohn des Gorsch von Zagbar

Prüfend ließ er seinen Blick über das Papier streifen bevor er es rollte und mit seinem Ring siegelte. "Bring er das der Reiterin!" befahl er und reichte den Brief dem Schreiber. Mit einem samtenen Tuch polierte er die eherne Linke als er seinen Blick in die südlichen Hügel schweifen lies. Die Reiterin verließ die Stadt Zagbar schnellen Rittes in Richtung Bergwacht. Die Tür öffnete sich und Xagul trat ein: "Herr, die Kutsche steht bereit." "Ich fürchte, wir werden dich schneller wieder sehen als uns lieb ist" murmelte der Baron bevor er sich vom Fenster abwandte, um aufzubrechen.

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Texte der Hauptreihe:
K1. Teil 1
K2. Teil 2
K3. Teil 3
K4. Teil 4
K5. Teil 5
K6. Teil 6
K7. Teil 7
K8. Teil 8
K9. Teil 9
K10. Teil 10
K11. Teil 11
1029 BF
Teil 2
Teil 1

Kapitel 2

Teil 3
Autor: Goswin,Gorbon