Steingeist

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Er saß mit der Flasche in der Hand in der Ecke einer kleinen Tavernenkammer. Morgen würde er sich auf den Weg nach Hause machen. Owilmar hatte an den Questen teilgenommen, die zur Ehrung der Herrin Rondra und als Vorbereitung auf den Kriegszug gen Haffax stattgefunden hatten. Dabei war er nur zufällig nachgerückt. Ein Baron aus Greifenfurt, sie nannten ihn den Greifenhorster, hatte ihn gebeten, ihn in einer Questengemeinschaft zu vertreten, da er gestürzt und nicht reisefähig sei. Wer war er schon, dass er einer BITTE eines Barons nicht nachkäme!

Doch die Gesellschaft überraschte ihn dann doch, in der er sich wiederfand: Lyn ni Niamad von Brendiltal, die Vögtin von Haselhain, eine temperamentvolle Frau, die keinen Kampf scheute und ungestüm voraus ritt. Yendor Falkwin Limpurg von Gallstein, Baron von Gallstein, und dessen Bundesbruder Malepartus von Helburg, Baron zu Höllenwall waren ebenfalls Teil der Gruppe. Doch am beeindruckendsten für den Ritter war der Heermeister vom Darpatmund, Aldron von Firunslicht, gewesen.

Selbstverständlich kannten die vier Hochadligen sich untereinander von verschiedenen Treffen zuvor, wie es Owilmar schien. Doch als er sich vorstellte, nickten sie kurz, und schon ritten sie los. Niemand stellte seine Teilnahme an der Queste in Frage. Keiner sprach ihn wegen seiner Unzulänglichkeiten an. Er hielt sich im Hintergrund, beobachtete viel und war von der ungezwungenen Art überrascht, mit der sie ihn akzeptierten.

Gut, dass er sich im Vorfeld schon einige Flaschen Brandt besorgt hatte, sonst hätte er es unterwegs kaum geschafft, seine Selbstbeherrschung aufrecht zu erhalten. Er hatte mit diesen Hochedlen Leuten einen Schwur geleistet! Er war nun sich selbst und der Leuin verpflichtet, erneut in die Schlacht zu ziehen. Wieder ging es darum, das Reich und die Freiheit zu verteidigen. Und er würde nicht scheitern. Er musste sich selbst wieder in den Griff bekommen. So wie jetzt konnte er nicht in die Schlacht reiten und die Landwehr führen.

Ein letzter Schluck kam aus der Flasche, die er ansetzte. Auch - vor allem DAS - würde enden müssen. Fast liebevoll strich er mit dem Daumen über das Wachs, als er den Korken wieder auf die Flasche drückte. Er würde sie behalten. Als Mahnung. Als Erinnerung an diese Queste. Als Zeichen dessen, was vor ihm lag. Vorsichtig packte er die leere Flasche Trollzacker Brandt wieder in den Rucksack. "Der Heermeisder had sie mir geschengt und es soll meine lesde gewes'n sein!"

Wankend stand er auf, warf sich zwei Hände voll Wasser ins Gesicht und ließ sich auf die Bettstatt fallen.