Spenden für die Ostmarken - Vorsicht vor der Mausefalle

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Pfalz Bugenhog, Mitte Hesinde 1040 BF

»Er hat was getan?« Mit einem dünnem Lächeln setzte Parinor von Borstenfeld seinen warmen Gewürzwein ab.

»Ihr habt richtig gehört, Hochwohlgeboren«, feixte Hornbrechta von Karseitz. Man sah ihr deutlich an, wie sehr sie sich amüsierte und mit unverhohlenem Spott in der Stimme wiederholte sie die Nachricht, die derzeit wie ein Lauffeuer durch die Grafschaft ging. »Eichenblatt hat den Almosenmeister aus Ochsenblut, Voltan von Heiterfeld, entführt und fordert nun frech ein üppiges Lösegeld.«

Im Hintergrund tuschelte gedämpft Rondriane von Wingeren mit dem neuen Ritter am pfalzgräflichen Hof, Lonnert von Arkenaue, der ihr mit einem röhrenden Lachen antwortete.

»Meine Guten, lasst uns doch alle an Euren Gedanken teilhaben.« Die Stimme des Pfalzgrafen schnitt wie ein eisiger Wind durch den von warmen Kaminen fast überhitzte Saal.

Verdutzt und stammelnd entgegnete Ritter Lonnert: »Äh, ich meinte nur, dass die graue Ochsenbluter Maus jetzt was von ihrem Käse rausrücken muss.«

»Wird sie nicht. Sie wird im Gegenteil nicht einen Kreuzer an einen dahergelaufenen Raubritter verschwenden und stattdessen mit ihren Häschern durch unsere Wälder und Dörfer pirschen, und uns dabei mit Sicherheit versuchen in unserem Land so viel Ärger wie möglich zu bereiten. Für sie ist dies ein hervorragender Anlass, sich für unseren Versuch zu revanchieren, einen fähigen und durchsetzungsstarken Staatsrat für Garetien zu erwirken. Außerdem soll sich die „graue Maus“ sich gerade zu einer echten Bärin „mausern“.«

Die Miene des Burggrafen blieb bei seiner Analyse regungslos und undurchschaubar. Die versammelten Hausritter versuchten herauszuhören, ob diese vorhergesagte Reaktion der Burggräfin, die seit seiner gescheiterten Intrige auf Auenwacht gemeinsam mit den anderen Burggrafen seine Erzfeindin war, ihm nun gelegen oder ungelegen käme. Für beide Möglichkeiten gab es ausreichend Gründe, aber die Erfahrung sagte ihnen nur zu gut, dass der Pfalzgraf bereits zwei Schritte weiter geplant hatte.

»Was wollt Ihr also nun tun, Hochwohlgeboren?«, fragte Honrbrechta von Karseitz, noch immer mit einem breiten Lächeln, dass inzwischen ihren beiden Rivalen in Bugenhog galt und weniger dem bedauernswerten Kaisermärker.

»Was wohl, Karseitz? Wir werden die Situation auflösen und uns dabei einen neuen Freund und Verbündeten in Ochsenblut machen. Arkenaue, Ihr stammt aus Ochsenblut und werdet persönlich nach Burg Heiterfeld aufbrechen und der gewiss sehr besorgten Gattin versichern, dass die Hartsteener Freunde ihrer Familie sie natürlich in dieser schweren Stunde nicht im Stich lassen werden. Und dann werdet Ihr Euch einer evtl. Jagdgesellschaft der grimmigen Alara anschließen und darauf achten, dass sie Eichenfeld nicht vor uns in die Finger bekommt.«

Ritter Lonnert nickte kurz und wandte sich zum Gehen. Im Herausgehen nahm er noch wahr, wie der Pfalzgraf seine Ritterin Hornbrechta von Karseitz zu sich winkte und ihr befahl: »Karseitz, Ihr werdet in die Schatzkammer gehen und alles für einen sicheren Transport vorbereiten. Und dann geht ihr mit Wingeren in die Wälder und findet mir unseren übereifrigen Freund Eichenblatt, damit er nicht in eine Mausefalle tappt.«

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44. Vorsicht vor der Mausefalle
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Vorsicht vor der Mausefalle

Kapitel 44
« Ohne Banner Durch Schnee und Wind »
Briefspiel in Hartsteen
Zeit: 18. Hes 1040 BF