Spenden für die Ostmarken - Man kann es nie wissen III

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Baronie Herdentor, bei Schloss Beschelshall, Tsa 1040 BF

Mit einem zufriedenen Gesicht verließen Selo, Yerodin und ihr Gefolge den Palast wieder. Die Begrüßung und die Folgetage waren recht bequem ausgefallen und – das war das wichtigste – der Baron von Herdentor hatte ihnen eine Summe von etwa 600 Dukaten und einiger Sachgaben in Aussicht gestellt. Oder eigentlich mehr dessen Mutter.
Denn schon bei der Begrüßung war klar gewesen, dass sie in erster Linie mit ihr zu tun haben würden. Martok von Brendiltal hatte die meiste Zeit ruhig und mit der Miene eines Kriegers auf seinem thronartigen Sessel verharrt und nur gelegentlich gebrummt wenn ihm etwas missfiel oder den Praioten zu sich gerufen und dann wieder die Sturmfelserin. Er war zwar Herr im Haus, aber die feinen Dinge der Politik überließ er anderen, ein den Umständen angepasster aber eloquenter Zug.
Denn sobald Martok einmal selbst das Wort ergriffen hatte, ob bei der Begrüßung oder bei den seltenen Momenten an den Folgetagen bei den man auf ihn traf, so waren es doch immer die Worte eines Kämpfers. Der zwar bemüht war, aber sich dennoch in Rüstung und mit der Lanze oder dem Säbel in der Hand auf dem Pferderücken besser wieder erkannte als bei so einer lieblichen-gütigen Mission von politischer Relevanz. So kam er nicht umhin gegen den Verräter in Sebarin zu wettern, den man erst gar nicht erst besuchen brauchte, interessierte sich dieser doch nicht für solch „raulsche Belange“, ohnehin müsste man bei Alrik von Korbrunn auf der Hut sein, der einem eben noch die Hand reichen und darauf einen Dolch in den Rücken rammen würde. Martok hatte nichts ausgelassen um den Korbrunner zu schmähen und zu verdammen. Und auch für den Haselhainer Baron und seine „lächerliche Idee vom neuen Haselhain der Künste und Wissenschaften, die Nebachoten sind Krieger und die meisten falsch noch dazu.“ In solchen Momenten hatte der Herdentorer sein tieferes Wesen entblößt, der enttäuschte Krieger. Doch mit Unterstützung seiner Mutter und des Priesters fand er aber auch immer wieder mildere Worte und andere Themen, die durchaus Hand und Fuß hatten. Dennoch war Selo nicht ganz umhin gekommen zu bemerken, dass vielleicht noch eine weitere Kraft – nach Verrat, Mutter und neuer Frömmigkeit – seinen Teil an der Entwicklung Martoks beitrug, vielleicht war es dieser Mann in der Sänfte, Martoks Großvater wie er nun wusste, der sich zwar bequem zurückhielt aber immer ein Auge am Geschehen hatte.
So oder so, mit Mara von Sturmfels hatten sie eine kompetente Verhandlungspartnerin auf Augenhöhe, die die Wichtigkeit ihrer Sache erkannte und Martok einen ordentlichen Beitrag absegnen ließ. Seine Spenden sollten vorallem der Mark Beilunk zugutekommen, darauf bestand Martok, die Lichtei sei immerhin der Strahl des Lichtes seines Schutzpatrons im Dunkel des tobrischen Ostens.
Den Rest der Tage hatten sie mit Müßigang im erblühenden Garten des Anwesens verbracht um sich von den Verhandlungen zu erholen. Keine allzu schwere Aufgabe in so einer Pracht war das gewesen. Währendessen war ihm auch immer wieder die scheue Gattin des Barons aufgefallen, die er immer wieder in entlegenen Ecken des Gartens angetroffen hatte, wo sie für sich war und manchmal war ihm als würde sie dort mit sich selber oder zu nicht anwesenden Personen sprechen. Doch gerade in solchen Momenten war meist die Baronsmutter dazwischen gekommen und hatte ihn und Yerodin der Gesellschaft der Roschanes entzogen.
Diese Gedanken mit sich führend schlug er nun den Weg nach Sebarin ein. Wo, auch wenn Martok nur seinem Hass freien Lauf gelassen und zu Übertreibungen geneigt hatte, wohl beileibe alles nicht ganz so einfach werden würde. Aber man konnte nie wissen.

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Texte der Hauptreihe:
K41. Geißel
K50. Im Loch
K60. Man kann es nie wissen III
K64. 2 Selos
Autor: Jan