Spenden für die Ostmarken - Hutt und täglich grüßt Hartsteen II

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Burg Hutt, 8. Hesinde 1040 BF

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„Da liegt Euer Kastellan ganz richtig, Euer Hochgeboren, ich bin im Namen der drei gütigen Schwestern aufgebrochen, um Almosen für die geschundenen Ostmarken zu sammeln UND ebenso mir ein Bild vom ebenfalls gebeutelten garetischen Kind Hartsteen zu machen, um auch hier die sanfte Hand der Schwestern walten zu lassen, sobald ich ihrer königlichen Majestät davon in Gänze berichten konnte. Teile meiner Berichte haben ihren Weg schon zu ihr gefunden, so hoffe ich. So danke ich Euch für Eure traviagefällige Gastfreundschaft an eurem Tsatag, zu dem ich Euch von tiefstem Herzen gratulieren möchte. Ich habe nicht viel bei mir, eines meiner Lieblingsstücke habe ich bereits dem Baron von Aldenried überlassen, der sich unserem Vorhaben nicht verweigern wollte. So möchte ich Euch eine weitere meiner Lieblingspfeifen zum Geschenk machen zu Eurem Ehrentag“, Voltan – innerlich etwas verärgert, diese undankbaren Hartsteener so zu beschenken – reichte dem jungen Baron seine zweitliebste Pfeife mit wunderbaren Ährenschnitzereien daran.

„Seid bedankt für Eure Worte und Eure... ungewöhnliche… Gabe“, Odilbert von Hartsteen nahm das Geschenk entgegen und betrachtete die Schnitzereien eingehend, bevor er fortfuhr, „Ich habe von dem Aufruf zur Sammlung für die Ostmarken gehört: ein fürwahr nobles, ein göttergefälliges Unterfangen...“

„...Und nicht ohne Meriten für die besonders eifrigen Spender...“, bemerkte Praioswald von Steinfelde ungefragt mit spöttischem Unterton.

„…Euer Gesuch jedoch muss ich ablehnen, Wohlgeboren.“, setzte der Baron ungerührt seine Rede fort, „Ich habe Verpflichtungen gegenüber meinem Lehnsherrn und Verantwortung für meine Vasallen und Schutzbefohlenen. Beides bindet gegenwärtig alle vorhandenen Kräfte und Mittel.“

Die Hüterin der Saat nickte mit sorgenvoller Miene: „Der Winter bricht gerade erst an, doch die Zahl der täglichen Bettler und Petenten ist jetzt schon in einigen Teilen der Grafschaft so groß, dass wir einige Mühe haben, diese armen Seelen zu versorgen.“

„Zusammen mit den hiesigen Tempeln“, nahm Odilbert den Gesprächsfaden wieder auf und deutete eine Verneigung in Richtung der Perainegeweihten an, „tun wir bereits, was in unseren Kräften steht, um die Not hier zu lindern. Ich bin sicher, dass Hartsteen seine Schwierigkeiten selbst überwinden kann. Doch dazu braucht es Ruhe und keine zusätzlichen Belastungen. Ihr werdet also verstehen, dass wir hier zur Zeit nicht interessiert sind an - großgaretischen Träumereien.“

Voltan, schon beinahe zufrieden damit nicht mit vorgehaltener Waffe wieder weggejagt zu werden, holte ruhig und tief Luft: „Das kann ich aufs äußerste verstehen, Euer Hochgeboren. Ähnlich präsentierten sich mir auch Bärenau und Aldenried. Doch auch dort war es mir ein Anliegen zu helfen. Ich möchte gerne mit Eurer Zustimmung und Hilfe meinen Bericht an die Königin detaillisieren, in der Hoffnung und dem Glauben, dass die Königin Hartsteen bald ebenso helfen wird wie ihre treuen Vasallen den Ostmarken. So kann ich Euch aber vielleicht auch in meiner Funktion des Seneschalls von Ochsenblut und wohlbekannter Kaisermärker mit vielen Freunden dort, eventuell ebenso helfende Angebote und Ratschläge anbieten, wie ich es auch schon in Aldenried oder Bärenau tat. Von Eurer dortigen ehemaligen Schwertmutter soll ich Euch übrigens nur die besten Grüße bestellen.“ Den Reichsgau ließ Voltan bewusst aus und betonte stets die Baronien, in der Gewissheit, dass man diesen Wink schon verstehen würde. „Und so könnt ihr mir dann schließlich doch helfen, in dem ihr mir ein Geleitschreiben mitgebt für Eure hartsteen’schen Brüder und Schwestern, in dem Ihr Eure Wohlgesonnenheit für dieses, wie ihr sagtet, noble und göttergefällige Unternehmen ausdrückt. Euer Wort hat hier in der Grafschaft und darüber hinaus hohen Wert und so kann es vielleicht zumindest die bewegen zu spenden, die etwas haben. Auf dass die Güte alsbald in unser aller Häuser wieder Einzug erhält, denn die Götter vergelten einem Wohltaten auch stets mit solchen…spätestens wenn wir vor sie treten.“

„Ihr überschätzt meine Position, Wohlgeboren“, antwortete Odilbert, „Ich bin weder Ritter, so dass ich weder von Gleichem zu Gleichem sprechen könnte, noch kann ich dies für das Haus Hartsteen oder für die Grafschaft tun. Dazu müsstet Ihr Euch an meinen Vater wenden, was ich Euch ohnehin empfehlen würde. Ein Empfehlungsschreiben für Hutt allerdings kann ich Euch ausfertigen lassen. Aber erhofft Euch nicht zu viel davon.“ Voltan nickte anerkennend: „Das soll mir genug sein. Es spricht gute Worte in Eurem Namen, welcher immerhin der Name eines Barons und des Grafsschaftserben ist. Unterschätzt das nicht und wenn es nur für milde Gaben gereicht.“
„Ha, genau. Man möchte eigentlich meinen, das Sprichwort ‚Arm wie ein Hartsteener Ritter‘, habe sich im Königreich mittlerweile genügend herumgesprochen“, fuhr der Steinfelder erneut dazwischen, „Das Geld, das Ihr haben wollt, Heiterfeld, ist zwar nicht futsch - aber leider woanders. Wenn Ihr wollt, gebe ich Euch gerne ein paar Hinweise…“
Bevor Voltan etwas entgegennen konnte sprangen ihm unerwartet andere zu Hilfe. Der Hirschenrode und die Geweihte schüttelten bei diesen Worten missbilligend den Kopf und Halina von Hartsteen wies den Neffen ihres Mannes zurecht: „Eure schlechten Scherze sind wahrlich unangebracht, Steinfelde“, dann sprach sie, an den Ochsenbluter Seneschall gewandt: „Was die Berichte angeht, welche Ihr der Krone zu senden gedenkt, wären wir sehr daran interessiert, ihren Inhalt zu kennen. Gestattet, dass wir eine Abschrift derselben anfertigen. Immerhin ist es ratsam und erstrebenswert, wenn man der Krone gegenüber mit einer Stimme spricht, damit Verwirrung vorbeugt und möglichen Missverständnissen gar nicht erst Raum gewährt.“ Voltan nickte fröhlich.
„Damit tätet Ihr uns in der Tat einen Gefallen. Doch genug davon, solcherlei hat Zeit bis morgen. Etwas anderes dagegen wird nicht warten können: Ich glaube Ihr habt noch nichts zu Euch genommen, seit Ihr hier eingetroffen seid und müsst hungrig sein, Heiterfeld. Ibelstein, lasst doch noch etwas aus der Küche für unsere Gäste kommen“, wandte sich der junge Baron an seinen Hofmeister und gab damit zu verstehen, dass das Thema für ihn beendet war. Was es für Voltan bis hierhin auch war, er hatte nicht mit viel gerechnet, aber das was er hier bekommen sollte würde vielleicht für ein paar Betteltaler und materielle Spenden bei den Huttern und daüber hinaus sorgen, ansonsten hatte er zumindest seinen erweiterten Auftrag als Almosenmeister hier erfüllen können. Was ihn zum Glück wieder mit seiner Heiterkeit und seiner Aufgabe etwas versöhnte.

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Texte der Hauptreihe:
K39. Hutt und täglich grüßt Hartsteen II
K41. Geißel
K50. Im Loch
K64. 2 Selos
8. Hes 1040 BF zur abendlichen Tsastunde
Hutt und täglich grüßt Hartsteen II
Hutt und täglich grüßt Hartsteen

Kapitel 39

Halbe Treppe
Hutt und täglich grüßt Hartsteen

Kapitel 12

Autor: Jan, Steinfelde