Spenden für die Ostmarken - Hengfeldter Generosität

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Burg Hengefels, 20. Hesinde 1040 BF

Die Burg war für eine Festung im Gebirge enorm und schien schier uneinnehmbar. Allein schon der Felskorridor der zur Burg führte musste ein unüberwindbares Hindernis für Angreifer sein. Die auf einem Steilfelsen noch darüber thronende und ständig von Nebel und Winden umspielte Burg, mit ihren kräftigen Mauern und der eigenwilligen imposanten Architektur, trug ihr übriges zum wehrhaften Eindruck bei. Kein Wunder, dass diese Festung den Horden aus den Schattenlanden so lange getrotzt hatte, anders als der Rest der Baronie, bevor man sie wieder hatte befreien können. dachte sich Rhuna, als sie ehrfürchtig zum großen Saal hinaufstieg in dem die Baronin sie und ihre Gefährten erwartete.

Der Saal selber fügte sich in seiner Eindrucksstärke nahtlos in die Burg ein. Es war ein steinerner Rundsaal mit einer Art Arkade die an fast der gesamten Wandfläche entlang in den Raum hinein ragte. Wo sie dies nicht tat, stieg eine Treppe empor, die auf die Arkaden hinauf führte. Dort stand auch der altertümliche Herrschaftsthron der Hengefeldter. Ein massiger Holzthron, der sehr einfach gefertigt schien, aber vage an eine uralte Baumwurzel gemahnte, in die die eisernen Wappen der Familie und Baronie Hengefeldt eingelassen waren.

Darauf saß eine Frau die in ihrer Erscheinung der rauen Rustikalität widersprach. Eine vollendete Edeldame, der man ansah dass sie den Großteil ihres Lebens in Dergelmund und dem zivilisierten Flussland verbracht hatte. Diese stand auf als man den Saal betrat, schlenderte edelmütig über den Rundgang der Arkaden entlang und die Treppe hinab, vorbei an den Wappenbannern und leicht mitgenommenen Wandgemälden, dann begrüßte sie die durchgefrorene Gesandtschaft und bat ihnen entsprechend Speis und Trank an.

Der höfischen Art ihrer Gastgeberin entsprechend plauderte man eine ganze Weile über dies und jenes, bis man letztlich auf Rhunas bisherigen Weg kam und damit auch auf ihre Aufgabe, die der Baronin nur allzu bewusst war, da sie den Spendenaufruf mit initiiert hatte. Sie äußerte sich bedauert bis abfällig über diejenigen die Rhuna abwiesen oder vertrösteten und gemäßigt bis erfreut über diejenigen die „dem noblen Vorhaben“ nachkamen oder gar noch mehr spendeten. Sie selber verhehlte dabei nicht wie sehr ihr der Aufruf und die „großgaretische Sache“ am Herzen lag und im Gegenzug dazu wie sehr sie die hinfällige Markgrafschaft dauerte, der sie nun ja angehörte. Auch hatte sie speziell für den Markgraf selbst und seine „Schoßhunde“ kaum ein gutes Wort übrig, beließ es hierbei aber bei ein paar kleinen Spitzen. Ein schwieriges Gespräch, so waren doch die versammelten Gesandten aus Gluckenhang und Zackenberg dort weitaus weniger kritisch bis positiv eingestellt. Doch der eigentliche Anlass der Runde trug letztendlich über diese kleinen Stolperfallen hinweg.

So dass die Baronin am Ende des Abends einer recht trunken-fröhlichen Gesellschaft ihren eigenen Beitrag zur Spendensammlung präsentierte – satte 100 Dukaten in einer kleinen Kiste, dazu noch etliche haltbare Material- und Sachspenden wie Holze, Gesteine, ein wenig Zinn und ebenso einen weiteren repräsentablen Begleiter in Throndard von Kressenrück, der stolz das Banner der Baronie in der Gesandtschaft für jeden Sichtbar hoch halten würde, wenn sie ihr nächstes Ziel Vellberg bereisen würden.

Wappen Mittelreich.svg   Wappen Markgrafschaft Perricum.svg   Wappen Baronie Hengefeldt.svg   Burg.svg   
Hengfeldter Generosität

Kapitel 46
« Durch Schnee und Wind Vellberger Wein »
Briefspiel in Perricum
Zeit: 20. Hes 1040 BF, am späten Nachmittag
Autor: Jan, Ani